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Wälzlager

Tipps zur Wälzlager-Schmierung von SKF

| Redakteur: Sandra Häuslein

Bei der Wälzlager-Schmierung kann einiges schief gehen. Jens Beck, Schmierungsspezialist bei SKF klärt auf, warum die Devise „viel hilft viel“ nicht wirklich sinnvoll ist.

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Bei den praxisüblichen „Sichtkontrollen“ wird oft genug übersehen, dass viel Schmierung meist nicht viel hilft.
Bei den praxisüblichen „Sichtkontrollen“ wird oft genug übersehen, dass viel Schmierung meist nicht viel hilft.
(Bild: SKF)

Die betriebliche Schmiertechnik gleicht oft dem Zeitalter der Dampfmaschinen“, sagt Schmierungsexperte Jens Beck vom Technology Business Management bei SKF in Schweinfurt. Besonders verbreitet sei etwa die Wälzlager-Schmierung per „Sichtkontrolle“ – gemäß der Devise „viel hilft viel.“ „Da werden einfach Schmierintervalle vorgezogen oder man pumpt halt mal das doppelte Volumen in die Lagerstelle; beispielsweise, um Urlaubzeiten zu überbrücken oder um versäumte Schmierzyklen vermeintlich aufzuholen“, weiß Beck aus Erfahrung.

Geeigneten Schmierstoff auswählen

Sein Tipp: „Grundsätzlich sollte zunächst der Schmierstoff optimal auf die jeweilige Anwendung und deren Parameter abgestimmt werden.“ Dabei bestimme das Wälzlager durch seine Geometrie und seine Materialien die Auswahl der Schmiermedien. „Anwendungsbedingungen wie Betriebstemperaturen, Drehzahlen und Belastungswerte sind die wichtigsten Auswahlkriterien für einen Schmierstoff“, erklärt Beck, „denn mittels der Lagerdaten und der Drehzahl wird die erforderliche Grundöl-Viskosität für den Anwendungsfall ermittelt, um einen trennenden Schmierfilm zu erhalten.“ Hinzu komme die Betriebstemperatur in der Anwendung, die ausschlaggebend sei, um die ausgewählten Schmierstoffe auf ihre optimale Eignung zu prüfen. Die Grundölviskosität der Schmiermedien wird nach ISO 3448 bzw. DIN 51519 bei 40 °C angegeben.

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Allerdings verändert sich die Viskosität mit schwankenden Temperaturen. Das beeinflusst die Bildung eines Schmierfilms in der Anwendung. Wird die Viskosität zu „dünn“, erzeugt die Berührung der Rauheitsspitzen (Reibungs-)Wärme, welche wiederum auf die Viskosität des Schmierstoffs rückwirkt und diesen dann noch „dünner“ werden lässt.

Zu viel Schmierstoff schadet dem Lager

Auch, wenn sich zu viel bzw. zu „dicker“ Schmierstoff in der Anwendung befindet, generieren die Medien beim Umwälzen der Wälzlager durch verstärkte Reibung unnötig hohe Temperaturen. Das führt bei höheren Drehzahlen dazu, dass sich das Lagergehäuse im Betrieb drastisch aufheizt. „In der Praxis wird aus dem Heißlaufen des Lagers oft ein komplett falscher Schluss gezogen“, berichtet Beck, „und dem Lager sogar noch zusätzlicher Schmierstoff zugeführt!“

In Wirklichkeit steigen Reibung und Temperatur dadurch nur weiter an: In der Kontaktzone wird das trennende Medium noch „dünner“ und die Wälzlager dehnen sich aufgrund der Wärme aus. Die Lagerluft, also das „Spiel“ zwischen den einzelnen Komponenten, schrumpft – bei immer weniger Schmierfähigkeit im Kontaktbereich, sodass das überschmierte Lager immer schwergängiger wird. Wird das Gehäuse nun schlagartig abgekühlt, zieht es sich zusammen und nimmt dem „aufgeblähten“ Wälzlager endgültig die Luft: Folglich wird das Lager in seinem Gehäuse eingeklemmt.

„Wälzlager lassen sich durch falsche Schmierstoffe, -mengen und -intervalle also regelrecht kaputt schmieren“, resümiert Jens Beck. „Um das zu vermeiden, sollte der richtige Schmierstoff zum geeigneten Zeitpunkt in der erforderlichen Menge sowie in guter Qualität und vor allem gut durchdacht zugeführt werden.“ (sh)

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