Konstruktionsleiter-Forum 2026 Weil die Idee zählt: CAD-Automatisierung und KI in der Konstruktion

Von Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler 4 min Lesedauer

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CAD-Automatisierung und KI reduzieren manuelle Routinetätigkeiten und schaffen mehr Freiraum für die eigentliche Konstruktionsarbeit – denken und entwicklen. Wie das in der Praxis gelingt, erfahren die Teilnehmer auf dem Konstruktionsleiter-Forum 2026.

Praxisbeispiele auf dem Konstruktionsleiter-Forum 2026 zeigen, wie sich Automatisierungspotenziale erkennen und Konstruktionsprozesse Schritt für Schritt verbessern lassen. Die zentrale Frage lautet: Muss der Konstrukteur das wirklich selbst machen?(Bild:  © adi – stock.adobe.com_KI-generiert.jpeg)
Praxisbeispiele auf dem Konstruktionsleiter-Forum 2026 zeigen, wie sich Automatisierungspotenziale erkennen und Konstruktionsprozesse Schritt für Schritt verbessern lassen. Die zentrale Frage lautet: Muss der Konstrukteur das wirklich selbst machen?
(Bild: © adi – stock.adobe.com_KI-generiert.jpeg)

Die Wertschöpfung in der Konstruktion entsteht durch Denken und Entwickeln – nicht durch Übertragen, Nachbauen oder wiederholte Routinetätigkeiten. 
Genau diese nicht wertschöpfenden Prozesse wurden bei Benteler Mechanical Engineering systematisch analysiert und Schritt für Schritt automatisiert. Künstliche Intelligenz hat diese Entwicklung deutlich beschleunigt: Automatisierungen, deren Umsetzung früher Wochen dauerte, lassen sich heute in einem Bruchteil der Zeit realisieren. Das Ergebnis sind kürzere Durchlaufzeiten, weniger Fehler und eine messbare Kostenreduzierung von 30 bis 40 Prozent. 
Das Ziel: das CAD-System als führende Datenquelle für das gesamte Projekt etablieren – ohne Medienbrüche und Informationsverluste. 

Warum Veränderung Teamwork ist

Wie sich dieser Wandel in der Praxis umsetzen lässt  und warum nachhaltige Veränderungen in der Konstruktion nur gemeinsam im Team gelingen. zeigen Marc Rogalsky und Max Alexew von Benteler Mechanical Engineering in ihrem Vortrag Die Wertschöpfung des Konstrukteurs ist sein Gedanke: CAD-Automatisierung und KI als Hebel  auf dem Konstruktionsleiter-Forum 2026

Herr Alexew,  warum ist das Thema Ihres Vortrags für Konstrukteure und Entwickler relevant?

Max Alexew ist Teamleader CAD bei Benteler Mechanical Engineering.(Bild:  privat)
Max Alexew ist Teamleader CAD bei Benteler Mechanical Engineering.
(Bild: privat)

Max Alexew: Konstrukteure und Entwickler stehen heute unter zunehmendem Druck: Projekte werden komplexer, Entwicklungszeiten kürzer und gleichzeitig steigen die Anforderungen an Qualität und Variantenvielfalt. Dennoch verbringen viele Experten einen erheblichen Teil ihrer Zeit mit wiederkehrenden, nicht wertschöpfenden Tätigkeiten wie Datenübertragung, Dokumentation oder dem Nachbauen bereits vorhandener Informationen.
In unserem Vortrag zeigen wir, wie sich durch konsequente Automatisierung und intelligente CAD-Automatisierung genau diese Tätigkeiten reduzieren lassen. KI kann heute dabei helfen, Automatisierungen, Makros und Regelwerke deutlich schneller umzusetzen als noch vor wenigen Jahren und macht es damit möglich, Ideen wesentlich schneller in produktive Lösungen zu überführen. Dadurch entsteht mehr Freiraum für das, was Konstrukteure wirklich ausmacht: kreative Lösungsfindung, technisches Know-how und Innovation. 

Was sind die wichtigsten Aspekte des Vortrags?

Max Alexew: Im Mittelpunkt steht unsere Überzeugung, dass die eigentliche Wertschöpfung in der Idee des Konstrukteurs liegt – nicht in ihrer wiederholten manuellen Umsetzung. Anhand konkreter Praxisbeispiele zeigen wir, wie wir CAD zum zentralen Master-System unserer Projekte entwickelt haben und wie sich Informationen ohne Medienbrüche oder manuelle Übertragungen weiterverwenden lassen. 

Marc Rogalsky: Außerdem erläutern wir, wie starre Standards durch flexible und intelligente Startbaugruppen ersetzt werden können und wie KI die Entwicklung von Automatisierungen erheblich beschleunigt. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten, Ideen schnell zu testen und weiterzuentwickeln. Die erzielten Ergebnisse reichen von kürzeren Durchlaufzeiten und geringeren Fehlerquoten bis hin zu signifikanten Kosteneinsparungen.
Dabei möchten wir nicht den Eindruck vermitteln, dass eine solche Transformation über Nacht gelingt. Unsere Erfahrungen zeigen vielmehr, dass Veränderung aus vielen kleinen Schritten entsteht. Jeder einzelne mag zunächst unspektakulär wirken. In ihrer Summe können diese Schritte jedoch Prozesse und Arbeitsweisen grundlegend verbessern – und letztlich ganze Organisationen nachhaltig verändern.

Anhand konkreter Praxisbeispiele zeigen wir, wie wir CAD zum zentralen Master-System unserer Projekte entwickelt haben und wie sich Informationen ohne Medienbrüche oder manuelle Übertragungen weiterverwenden lassen.

Max Alexew

Was nehmen die Teilnehmer mit?

Marc Rogalsky ist CAD-Konstrukteur bei Benteler Mechanical Engineering.(Bild:  privat)
Marc Rogalsky ist CAD-Konstrukteur bei Benteler Mechanical Engineering.
(Bild: privat)

Marc Rogalsky: Die Teilnehmer erhalten keine theoretischen Zukunftsvisionen, sondern konkrete Ansätze aus der Praxis. Sie erfahren, wie sich bestehende Konstruktionsprozesse kritisch hinterfragen lassen, wo typischerweise Automatisierungspotenziale verborgen sind und wie auch mit überschaubarem Aufwand erste Erfolge erzielt werden können.
Darüber hinaus möchten wir Mut machen. Wir sind überzeugt, dass deutsches Engineering auch in einem zunehmend globalen Wettbewerbsumfeld wirtschaftlich erfolgreich bleiben kann. Voraussetzung dafür ist jedoch die Bereitschaft, bestehende Denkweisen zu hinterfragen, offen für Veränderungen zu sein und neue Möglichkeiten aktiv anzugehen.Unser Vortrag zeigt, dass Digitalisierung, Automatisierung und KI keine Selbstzwecke sind, sondern Werkzeuge, um die eigentliche Ingenieursarbeit wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Gleichzeitig wollen wir verdeutlichen, dass Fortschritt selten durch einen großen Durchbruch entsteht. Meist ist er das Ergebnis einer Vielzahl kleiner, konsequenter Schritte, die in Summe einen großen Unterschied machen.
Unser Ziel ist, dass die Teilnehmer nach dem Vortrag ihre eigenen Prozesse mit einer einfachen Frage betrachten: 
„Muss der Konstrukteur das wirklich selbst machen – oder kann das bereits automatisiert werden?" Wenn die Teilnehmer diese Frage künftig häufiger stellen und mit etwas mehr Mut auf Veränderung blicken, haben wir unser Ziel erreicht.

Wir sind überzeugt, dass deutsches Engineering auch in einem zunehmend globalen Wettbewerbsumfeld wirtschaftlich erfolgreich bleiben kann. Voraussetzung dafür ist jedoch die Bereitschaft, bestehende Denkweisen zu hinterfragen, offen für Veränderungen zu sein und neue Möglichkeiten aktiv anzugehen.

Marc Rogalsky

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