VDMA-Umfrage Forschung wird zunehmend ins Ausland verlagert

Quelle: VDMA 2 min Lesedauer

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Trotz moderat steigender Investitionen in die Forschung verlagern Maschinenbauer ihre FuE-Aktivitäten zunehmend ins Ausland. Der VDMA fordert bessere Rahmenbedingungen.

Während die Grundlagenforschung oft noch am heimischen Stammsitz verbleibt, verlagern immer mehr Unternehmen ihre marktnahen FuE-Ressourcen und Innovationstätigkeiten ins Ausland.(Bild:  © 3dmixture – stock.adobe.com / KI-generiert)
Während die Grundlagenforschung oft noch am heimischen Stammsitz verbleibt, verlagern immer mehr Unternehmen ihre marktnahen FuE-Ressourcen und Innovationstätigkeiten ins Ausland.
(Bild: © 3dmixture – stock.adobe.com / KI-generiert)

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hält trotz schwacher Konjunktur an seinen Forschungsausgaben fest: Laut einer aktuellen Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) rechnen 39 Prozent der befragten Firmen in diesem Jahr mit steigenden FuE-Aufwendungen in Deutschland. Gleichzeitig zeichnet sich jedoch ein bedenklicher Trend ab: Mehr als 40 Prozent der Unternehmen forschen bereits im Ausland. Bei Großunternehmen (über 1.000 Beschäftigte) sind es sogar 90 Prozent. 69 Prozent dieser Betriebe planen, ihre internationalen Aktivitäten auszubauen. Umsatzrückgänge und hohe Standortkosten am Heimatmarkt beschleunigen diese Verlagerung.

Grundlagenforschung sowie die Entwicklung von sensiblem Kernwissen finden nach wie vor primär an den deutschen Stammsitzen statt.

Innovationsdruck aus China wächst rasant

Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, warnt vor den Folgen: „Das ist ein klares Alarmsignal für den Industriestandort Deutschland.“ Besonders stark fließen die Forschungsgelder an Unternehmensstandorte in China, Indien und den USA. Dabei rückt vor allem China als stärkster Konkurrent in den Fokus: 71 Prozent der Befragten sehen ihren innovationsstärksten Wettbewerber mittlerweile im Reich der Mitte, 65 Prozent in Deutschland. Vor wenigen Jahren lag der Heimatmarkt hier noch vorn. Auch bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz im Entwicklungsprozess werden China und die USA als deutlich fortschrittlicher eingeschätzt.

Einen Lichtblick gibt es jedoch: Grundlagenforschung sowie die Entwicklung von sensiblem Kernwissen finden nach wie vor primär an den deutschen Stammsitzen statt, während im Ausland eher produktions- und marktnahe Entwicklungen vorangetrieben werden.

Scharfe Kritik übt der VDMA an den geplanten Kürzungen bei der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) für den Bundeshaushalt 2027.

VDMA fordert Ausbau staatlicher Förderinstrumente

Um dem drohenden Erosionsprozess des heimischen Innovationsraums entgegenzuwirken, fordert der VDMA eine Stärkung von Programmen wie der „Forschungszulage“, die bereits von knapp der Hälfte der Firmen genutzt wird. Scharfe Kritik übt der Verband an den geplanten Kürzungen bei der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) für den Bundeshaushalt 2027. Diese Maßnahme treffe genau jene Unternehmen hart, die dem Forschungsstandort Deutschland noch die Treue halten. „Wer den Industriestandort und Hightech hierzulande sichern will, muss jetzt die Voraussetzungen für Investitionen und Innovationen schaffen“, mahnt Rauen.

FuE-Trends im Maschinen- und Anlagenbau

Die wichtigsten Erkenntnisse der aktuellen VDMA-Umfrage zur Forschung und Entwicklung (FuE) auf einen Blick:

  • Zunehmende Verlagerung: Über 40 Prozent der Maschinenbauer forschen bereits im Ausland. Bei Großunternehmen (über 1.000 Mitarbeiter) sind es sogar 90 Prozent.

  • Wachstum jenseits der Grenzen: 69 Prozent der international forschenden Betriebe planen, ihre FuE-Aktivitäten im Ausland in den kommenden Jahren weiter auszubauen.

  • China überholt Deutschland: 71 Prozent der Unternehmen sehen China mittlerweile als den innovationsstärksten Wettbewerber (Deutschland: 65 Prozent). Auch bei der KI-Nutzung liegen China und die USA vorn.

  • Aufgabenteilung im Konzern: Die Grundlagenforschung und die Sicherung von sensiblem Kernwissen verbleiben meist am deutschen Stammsitz. Produktions- und marktnahe Entwicklungen wandern hingegen in die Zielmärkte (v. a. China, Indien, USA).

  • Kostendruck als Treiber: Wo Budgets in Deutschland gekürzt werden, sind meist hohe strukturelle Standortkosten und sinkende Umsätze die Hauptgründe.

  • Forderungen an die Politik: Der VDMA mahnt den weiteren Ausbau der technologieoffenen Forschungszulage an und warnt eindringlich vor den für 2027 geplanten Haushaltskürzungen bei der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF).

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