VDI/IW-Ingenieurmonitor Ingenieurarbeitsmarkt braucht bis 2040 fast 200.000 zusätzliche Fachkräfte

Quelle: VDI 2 min Lesedauer

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Konjunkturschwäche trifft auf Strukturwandel: Zwar ist die Arbeitslosigkeit bei Ingenieuren und Informatikern derzeit auf einem Rekordhoch, doch der langfristige Bedarf bleibt enorm: Der aktuelle VDI/IW-Ingenieurmonitor warnt vor einem Fachkräftemangel, der die Wirtschaft bis 2040 Milliarden kosten könnte. Die Lösung: Re-Skilling und mehr Diversität.

Konjunkturelle Schwäche trifft derzeit auf einen Arbeitsmarkt im Wandel – doch der Fachkräftebedarf bleibt strukturell hoch. (Bild:  © Gorodenkoff – stock.adobe.com)
Konjunkturelle Schwäche trifft derzeit auf einen Arbeitsmarkt im Wandel – doch der Fachkräftebedarf bleibt strukturell hoch.
(Bild: © Gorodenkoff – stock.adobe.com)

Der deutsche Ingenieurarbeitsmarkt durchläuft derzeit eine widersprüchliche Phase. Die schwächelnde Konjunktur und der wirtschaftliche Strukturwandel hinterlassen deutliche Spuren: Im vierten Quartal 2025 sank die Zahl der offenen Stellen in Ingenieur- und Informatikberufen im Vergleich zum Vorjahr um 18,2 Prozent auf 96.760. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosigkeit in diesen Feldern auf knapp 58.400 Personen – der höchste Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2011.  

Transformation statt Strukturbruch

„Der Fachkräftebedarf verschwindet nicht, er verändert sich“, betont VDI-Direktor Adrian Willig. Dass Branchen wie der Automobil- und Maschinenbau unter Druck stehen und ihre Geschäftsmodelle anpassen, verändere zwar die Stellenprofile. „Aber Deutschland braucht weiterhin qualifizierte Ingenieurinnen und Ingenieure, wenn wir in Zukunftsfeldern wie Energie, Digitalisierung und Medizintechnik wettbewerbsfähig bleiben wollen.“Dass der Mangel nur überlagert, aber nicht verschwunden ist, zeigt eine simple Rechnung: Selbst in der aktuellen Lage kommen bundesweit auf 100 arbeitslose Ingenieure noch immer 166 offene Stellen. Hinzu kommt die Demografie: Über 28 Prozent der Erwerbstätigen in den klassischen Ingenieurdisziplinen sind heute bereits 55 Jahre oder älter und gehen bald in Rente.

24 Milliarden Euro Wertschöpfung stehen auf dem Spiel

Der Blick in die Zukunft zeigt, wie dramatisch die Lage werden könnte. Der aktuelle VDI/IW-Ingenieurmonitor, der die Entwicklung bis 2040 modelliert, rechnet in einem Best-Case-Szenario mit einem Bedarf von rund 1,95 Millionen Beschäftigten in diesen Berufen. Das bedeutet: Deutschland braucht bis zu 194.100 zusätzliche Fachkräfte. Gelingt es, diese Lücke zu schließen, winkt ein volkswirtschaftlicher Wertschöpfungsgewinn von 24,1 Milliarden Euro allein im Jahr 2040.

Zwei Hebel gegen den Mangel

Um dieses Potenzial zu heben, fordert der VDI sofortiges Handeln in zwei Kernbereichen:

  • Re-Skilling: Ingenieure müssen gezielt für zukunftsfähige Bereiche umgeschult und weitergebildet werden, um den Wandel in ihren Branchen mitzugestalten.
  • Potenziale erschließen: Der Arbeitsmarkt muss offener werden. Allein durch die stärkere Gewinnung von Frauen (z. B. durch flexiblere Arbeitszeitmodelle) könnten bis 2040 rund 91.700 zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden. Auch ältere Erwerbstätige und qualifizierte Zuwanderer müssen stärker integriert werden.
Die Gestaltung des Technologiestandorts Deutschland braucht langfristig kluge Köpfe und Umsetzer. Wer jetzt in Qualifizierung investiert, sichert die Innovationskraft von morgen.

VDI-Arbeitsmarktexperte Maximilian Stindt

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