World Mental Health Day Warum Entlastung am Arbeitsplatz manchmal kränker macht

Quelle: Universität Bielefeld 1 min Lesedauer

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Wenn unbeliebte Tätigkeiten wegfallen, müssten Angestellte eigentlich aufatmen. Doch eine neue Untersuchung der Universität Bielefeld belegt das Gegenteil: Auch der Wegfall von Belastungen kann emotionale Erschöpfung auslösen. Schuld daran ist ein psychologischer Faktor, den viele Führungskräfte bei Veränderungen unterschätzen.

Weniger Aufgaben, trotzdem genervt? Eine neue Studie zeigt, warum selbst Entlastung im Job zu Stress und emotionaler Erschöpfung führen kann, wenn die Kommunikation fehlt.(Bild:   /  Pixabay)
Weniger Aufgaben, trotzdem genervt? Eine neue Studie zeigt, warum selbst Entlastung im Job zu Stress und emotionaler Erschöpfung führen kann, wenn die Kommunikation fehlt.
(Bild: / Pixabay)

Pünktlich zum World Mental Health Day am 10. Oktober rückt die Frage in den Fokus, was Menschen bei der Arbeit psychisch belastet. Eine aktuelle Studie der Universität Bielefeld liefert dazu eine verblüffende Antwort: Nicht nur ein Zuviel an Arbeit macht krank. Auch Veränderungen im Arbeitsalltag können Beschäftigte erschöpfen – selbst dann, wenn die Zahl belastender Aufgaben sinkt.

Im Fokus der Forschenden standen sogenannte „illegitime Aufgaben“. Das sind Tätigkeiten, die Mitarbeitende als unnötig oder unpassend für ihre eigentliche Rolle empfinden. Die Wissenschaftler befragten Beschäftigte wiederholt und konnten so nachvollziehen, wie sich Veränderungen auf das Stressempfinden auswirken.

Die Gefahr der Entlastung

Das überraschende Ergebnis: Sowohl eine Zunahme als auch eine Abnahme dieser illegitimen Aufgaben ging mit einer höheren emotionalen Erschöpfung einher als ein gleichbleibendes Aufgabenniveau. Der Grund dafür ist die wahrgenommene Unsicherheit. Wenn gewohnte – wenn auch ungeliebte – Aufgaben plötzlich wegfallen, wird oft unklar, welche Erwartungen künftig an die eigene Rolle geknüpft sind. Diese Verunsicherung raubt psychische Ressourcen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Unternehmen belastende Tätigkeiten beibehalten sollten. Vielmehr kommt es darauf an, Veränderungen transparent zu begleiten.

Weniger belastende Aufgaben sind grundsätzlich eine gute Nachricht. Unsere Studie zeigt aber: Auch eine Entlastung kann Fragen auslösen – etwa darüber, was künftig von mir erwartet wird.

Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Kai C. Bormann, Koautor der Studie

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