Konstruktionsleiter-Forum SPOTLIGHT 2026 Zukunftssicher konstruieren mit MVO und CRA

Von Jan Vollmuth 5 min Lesedauer

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Die Maschinenverordnung (MVO) und der Cyber Resilience Act (CRA) erfordern neue Security-Maßnahmen für vernetzte Systeme. Das Konstruktionsleiter-Forum SPOTLIGHT am 28. Oktober 2026 in Würzburg zeigt die Konsequenzen auf und erklärt, wie Unternehmen ihre Entwicklung und Prozesse zukunftssicher aufstellen.

Auf dem Konstruktionsleiter-Forum SPOTLIGHT am 28. Oktober 2026 im Vogel Convention Center Würzburg erfahren die Teilnehmer, wie Unternehmen ihre Entwicklungsabteilungen und Prozesse zukunftssicher aufstellen.(Bild:  VCG / Stefan Bausewein)
Auf dem Konstruktionsleiter-Forum SPOTLIGHT am 28. Oktober 2026 im Vogel Convention Center Würzburg erfahren die Teilnehmer, wie Unternehmen ihre Entwicklungsabteilungen und Prozesse zukunftssicher aufstellen.
(Bild: VCG / Stefan Bausewein)

Im Januar 2027 bringt die neue EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 zusammen mit den bereits schrittweise wirksam werdenden Anforderungen des Cyber Resilience Acts (EU) 2024/2847 den größten regulatorischen Wandel im Maschinenbau seit Einführung der CE-Kennzeichnung. Während die MVO erstmals explizit Cybersicherheitsanforderungen für Maschinensicherheit festschreibt, definiert der CRA umfassende Vorgaben für digitale Produkte und Software.

Was auf den ersten Blick wie zwei getrennte Gesetzeswerke erscheint, betrifft in der Praxis ein und dasselbe Produkt – besonders im Maschinen- und Anlagenbau. Daher ist wichtig, MVO und CRA gemeinsam zu betrachten und die Schnittmengen der beiden genau zu kennen.

Das Konstruktionsleiter-Forum SPOTLIGHT, das am 28. Oktober 2026 in Würzburg zum zweiten Mal stattfindet, schärft das Bewusstsein der Teilnehmer für die Anforderungen sowie deren Konsequenzen, die auf Unternehmen zukommen; zudem zeigt das Event auf, wie Unternehmen ihre Entwicklungsabteilungen und Prozesse aufstellen müssen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Worauf es 2027 wirklich ankommt

So weist Rüdiger Krauß, Fachbereichsleiter Maschinensicherheit bei Dekra Testing and Certification in seiner Keynote „Don't miss the deadline – MVO & CRA: Was Konstruktionsleiter bis 2027 wirklich umsetzen müssen“ eindrücklich darauf hin, wie die Verbindung von Safety und Cybersecurity die Produktentwicklung im Maschinenbau grundlegend ändern wird. Für ihn steht fest: Wer beide Disziplinen nicht von Beginn an gemeinsam plant, riskiert unmittelbare Folgen für Entwicklungsprozesse, Konformitätsbewertungen und den Marktzugang.

Ob lückenhafte Risikobeurteilungen, inkonsistente Sicherheitsfunktionen oder fehlende Update-Konzepte – all dies führt künftig direkt zu Vertriebsverboten, Rückrufen, Bußgeldern und Haftungsrisiken. Bestehende Entwicklungsprozesse genügen diesen Anforderungen selten. Mit seiner Keynote deckt der Referent typische Probleme in Unternehmen auf und zeigt konkrete technische sowie organisatorische Maßnahmen für eine konforme, zukunftssichere Maschinenentwicklung.

Risikobeurteilung steht an erster Stelle

Auch in Zukunft bildet die Risikoanalyse das Fundament jeder Maschinenentwicklung, erklärt Hendrik Stupin in seinem Vortrag „Safety vs. Security: Unterschiede verstehen, Gemeinsamkeiten nutzen“: Während die Safety-Risikobeurteilung nach ISO 12100 auf physische Gefährdungen setzt, analysiert die Security-Risikoanalyse nach IEC 62443 Bedrohungsakteure, Angriffsvektoren und Schwachstellen.

Trotz unterschiedlicher Zielrichtungen teilen beide Verfahren einen gemeinsamen prozessualen Kern, so Stupin. In seinem Vortrag liefert der Fachreferent für CE-Kennzeichnung und Risikobeurteilungen Konstruktionsleitern einen praxisnahen Leitfaden, um Safety- und Security-Analysen methodisch im Entwicklungsprozess zu verzahnen. Entwickler erhalten systematische Werkzeuge, um Risikobeurteilungen effizient zusammenzuführen und Maschinen zielgerichtet auf die Anforderungen der neuen Maschinenverordnung (MVO) sowie des Cyber Resilience Acts (CRA) vorzubereiten.

wie sie ihre Entwicklungsabteilungen und Prozesse aufstellen müssen

Konstruktionsleiter-Forum Spotlight
(Bild: VCG)

Die Maschinenverordnung (MVO) und der Cyber Resilience Act (CRA) stellen neue Anforderungen an Security-Maßnahmen für vernetzte Komponenten und Systeme. Dies stellt Hersteller und Betreiber von Maschinen und Anlagen sowie Zulieferer von Komponenten und Systemen vor große Herausforderungen.
Das Konstruktionsleiter-Forum SPOTLIGHT schärft das Bewusstsein für die Anforderungen sowie deren Konsequenzen, die auf Unternehmen zukommen.
 

Schutz vor Korrumpierung

Einen weiteren wichtigen Sicherheitsaspekt greift Peter Goebbels, Marketing Specialist Saftey bei Omron Electronics, in seinem Vortrag „EN 50742 in der Praxis – Wie Steuerungen MVO-konform gegen Korrumpierung geschützt werden“ auf: Die neue Norm EN 50742 konkretisiert die Anforderungen der EU-Maschinenverordnung 2023/1230, die fordert, dass Maschinen systematisch gegen unbefugte externe Eingriffe über Schnittstellen, Netzwerke und Cloud-Anbindungen geschützt werden müssen. Mit dieser Norm wird Cybersecurity zum integralen Bestandteil der Architektur und des Engineering-Prozesses.

Peter Goebbels vermittelt den Teilnehmern praxisnahe Lösungsansätze für Systems Engineering, Risikobeurteilungen und Retrofit-Projekte. Zudem wird die unverzichtbare Traceability beleuchtet. Einen Schwerpunkt legt der Referent auf Verifikation, Validierung sowie FAT/SAT: Die Abnahme entwickelt sich von der rein funktionalen Prüfung zur auditierbaren Beweisführung für eine wirtschaftliche, normkonforme Umsetzung.

Compliance-Prüfungen automatisieren

Künstliche Intelligenz (KI) steht im Mittelpunkt des Vortrags „Continuous Compliance – CRA-Anforderungen kontinuierlich messbar machen“ von Benedikt Wohlers vom Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM. Der Referent lenkt darin die Aufmerksamkeit auf die durch KI deutlich beschleunigte Softwareentwicklung: KI-Assistenten und autonome Agenten verkürzen Entwicklungszyklen von Monaten auf Tage – während der CRA lückenlose Compliance-Nachweise für jede Softwareversion fordert. Infolgedessen entwickeln sich manuelle Prüfungen zum kritischen Flaschenhals in der Produktentwicklung.

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Der Vortrag demonstriert, wie sich Compliance-Prüfungen automatisiert und versionsbezogen direkt in den Release-Prozess integrieren lassen. Am Beispiel des CRA Compliance Portals des Fraunhofer IEM sehen Entwickler, wie normkonforme Nachweise kontinuierlich generiert werden – Continuous Compliance statt zeitraubender manueller Dokumentsuche bei Audits.

Sicherheitslücken systematisch identifizieren und bewerten

Der Cyber Resilience Act verpflichtet Maschinenbauer, Produkte über den gesamten Lebenszyklus auf Schwachstellen zu überwachen und macht hierfür die Software Bill of Materials (SBOM) zur Pflicht. Konstrukteure und Entwickler stehen vor der Aufgabe, aus dieser Datenbasis ein normkonformes Vulnerability Management sowie eine wirksame Patch-Strategie abzuleiten.

Michael Langfinger, Product Owner Cybersecurity bei Bosch Rexroth, beleuchtet in seinem Vortrag „SBOM, Vulnerability Management & Patch-Strategie – Die unsichtbare Pflicht im Produktlebenszyklus“ den Weg von der SBOM-Erstellung bis zum operativen Risikomanagement. Am Praxisbeispiel der Steuerungsplattform ctrlX OS zeigt der Referent konkrete Lösungsansätze: Entwickler erfahren, wie sie Sicherheitslücken systematisch identifizieren, bewerten und Software-Updates effizient im Lebenszyklus ausrollen.

Bewährte Vorgehensweisen auf dem Weg zur CRA-Compliance

Sobald eine Maschine digitale Elemente enthält, entscheidet die Konstruktion über CRA-Konformität mit – bei jeder Stückliste, jedem Lastenheft, jedem Änderungsantrag. Aus Sicht einer unabhängigen Prüfstelle zeigt der Vortrag „CRA aus Sicht einer Prüfstelle: Do's & Don'ts für Konstruktionsleiter“ von Florian Schmidt, Senior Expert Cybersecurity TÜV Süd, woran Produkte in Assessments wirklich scheitern, und leitet daraus konkrete Do’s and Don’ts für Konstruktionsleiter ab.

Das Event für Konstruktions- und Entwicklungsleiter

Herausforderungen in der Produktentwicklung effizient lösen

Konstruktionsleiter-Forum
(Bild: VCG)

Der Schlüssel für den Erfolg eines Unternehmens liegt in Konstruktion und Entwicklung. Hier entstehen innovative Produkte, die die Wettbewerbsfähigkeit sichern. Das Konstruktionsleiter-Forum sensibilisiert für die Herausforderungen der Produktentwicklung des 21. Jahrhunderts, und zeigt praxisorientierte Lösungen auf. Dazu zählen Tools und Methoden, um innovative Ideen strukturiert zu entwickeln und den Produktentstehungsprozess schlank und effizient zu gestalten.

Antworten auf drängende Fragen

Den Abschluss bilden die Spotlight Labs. Dabei handelt es sich um Workshops zu Themen wie „OT-Security in der Elektrokonstruktion“, „Security by Design“ oder „Bestandsmaschinen CRA-ready machen“, die von Safety- und Security-Experten gehalten werden. Die Workshops ermöglichen den Teilnehmern, Antworten auf Ihre drängendsten Fragen zu erhalten.

Ergänzt wird das Programm durch eine Fachausstellung: Aussteller und Partner präsentieren dort ihre Lösungen. Trotz der hohen Informationsdichte bleibt das Konstruktionsleiter-Forum SPOTLIGHT vor allem eine Netzwerk-Plattform. Die Workshops und Pausengespräche im Vogel Convention Center bieten die Gelegenheit, sich auf Augenhöhe mit Kollegen aus unterschiedlichen Branchen auszutauschen.