Ventilatorenhersteller EBM-Papst wird an US-Konzern verkauft

Quelle: Pressemitteilung EBM-Papst 2 min Lesedauer

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Der Ventilatorenspezialist EBM-Papst soll für 5,1 Milliarden Euro an den US-Konzern Madison Air verkauft werden. Der Hauptsitz des Familienunternehmens im baden-württembergischen Mulfingen soll erhalten bleiben.

Die Gesellschafterfamilien von EBM-Papst haben die Übertragung ihrer Anteile an den US-Konzern Madison Air vereinbart. Der Unternehmenssitz in Mulfingen soll erhalten bleiben.  (Bild:  EBM-Papst | Philipp Reinhard)
Die Gesellschafterfamilien von EBM-Papst haben die Übertragung ihrer Anteile an den US-Konzern Madison Air vereinbart. Der Unternehmenssitz in Mulfingen soll erhalten bleiben.
(Bild: EBM-Papst | Philipp Reinhard)

Die Gesellschafterfamilien von EBM-Papst haben am 17. August 2026 eine Vereinbarung zur Übertragung ihrer Anteile an Madison Air unterzeichnet. Der US-amerikanische Anbieter von Luftqualitätslösungen will den deutschen Ventilations- und Technikspezialisten übernehmen. Der Vollzug der Transaktion wird für Ende 2026 erwartet. EBM-Papst wird dabei im Rahmen der Transaktion mit einem Unternehmenswert von 5,1 Milliarden Euro bewertet.

Zugang zu neuen Märkten

Madison Air entwickelt Lösungen für geschäftskritische Anwendungen in Bereichen wie Gesundheitswesen, industrielle Hochleistungsfertigung, Reinräume, Rechenzentren und Wohngebäude. Mit EBM-Papst soll das Portfolio um Ventilations- und Motorentechnologie sowie die Ingenieurskompetenz des deutschen Unternehmens ergänzt werden.

Madison Air erzielt den überwiegenden Teil seines Geschäfts in den USA. EBM-Papst verfügt dagegen über eine starke Marktposition in Europa und ist auch in Asien präsent. Der US-Konzern soll dadurch zusätzliche Zugänge zu europäischen Märkten erhalten. EBM-Papst will im Gegenzug von Madisons Präsenz in Nordamerika und dessen Zugang zum US-Kapitalmarkt profitieren.

Nach Angaben der beteiligten Unternehmen ergänzen sich beide Gruppen auch operativ. Madison Air soll EBM-Papst dabei unterstützen, Fertigung, Lieferketten und kommerzielle Aktivitäten weiterzuentwickeln. Die drei Gesellschafterfamilien sehen in Madison Air deshalb einen langfristig orientierten Partner für den weiteren Wachstumskurs.

Mulfingen bleibt Hauptsitz

EBM-Papst beschäftigt weltweit mehr als 13.000 Mitarbeitende, davon rund 5.800 in Deutschland. Mulfingen soll Hauptsitz der Unternehmensgruppe sowie ein wichtiger Standort für Forschung, Entwicklung und Produktion bleiben.

Der Standort Mulfingen bleibt auch nach der geplanten Übernahme durch Madison Air Hauptsitz sowie wichtiger Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort von EBM-Papst.(Bild:  EBM-Papst | Philipp Reinhard)
Der Standort Mulfingen bleibt auch nach der geplanten Übernahme durch Madison Air Hauptsitz sowie wichtiger Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort von EBM-Papst.
(Bild: EBM-Papst | Philipp Reinhard)

Madison Air kündigte zusätzliche Investitionen in das Unternehmen und seine Mitarbeitenden an. Die Übernahme soll keine Auswirkungen auf bestehende arbeitsrechtliche Verpflichtungen, tarifliche Regelungen oder Betriebsvereinbarungen haben.

„EBM-Papst steht heute so stark da wie nie zuvor“, sagt Dr. Klaus Geißdörfer, CEO von EBM-Papst. Mit Madison Air habe das Unternehmen einen Partner gefunden, der die Voraussetzungen für weiteres Wachstum und einen besseren Zugang zum US-Markt mitbringe.

Wachstum durch Rechenzentren und KI

Ein wichtiger Wachstumstreiber für Ebm-Papst ist der steigende Bedarf an Kühllösungen für Rechenzentren und digitale Infrastrukturen. Auch der Ausbau von Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz erhöht den Bedarf an effizienten und skalierbaren Kühltechnologien.

Weitere Zukunftsthemen sind die Elektrifizierung, Energieeffizienz sowie nachhaltige Heiz- und Kühllösungen. EBM-Papst verbindet dafür physische Produkte mit digitalen Plattformen. Die KI-basierte Plattform Nexaira soll unter anderem eine bedarfsgerechte Steuerung und vorausschauende Wartung in Rechenzentren ermöglichen.

Jill Wyant, President und CEO von Madison Air, bezeichnete EBM-Papst als passenden Partner für das eigene Geschäft. Die Technologie, die Kundenbeziehungen und die Ingenieurskompetenz des Unternehmens sollen mit Madisons Marktpräsenz in Nordamerika und Erfahrung in geschäftskritischen Anwendungen verbunden werden. Der Vollzug des Geschäfts wird Ende des Jahres erwartet.

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