Kunststoffe
Lassen sich Kunststoffrezyklate lackieren?

Von Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde 4 min Lesedauer

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Die Kreislaufwirtschaft steht in allen Bereichen der Produktion zunehmend im Fokus, so auch in der Automobilindustrie. Ein Ansatz dabei ist, Kunststoffrezyklate für die Entstehung neuer Bauteile zu nutzen. Sollen diese dann noch lackiert werden, stehen die Hersteller oft vor Problemen, da die Rezyklate mitunter große Qualitätsschwankungen aufweisen.

Typische Fehlerbilder bei Rezyklaterprobungen an Musterplatten: a) Enthaftung, b) Vergilbung, c) Blasenbildung).(Bild:  VW)
Typische Fehlerbilder bei Rezyklaterprobungen an Musterplatten: a) Enthaftung, b) Vergilbung, c) Blasenbildung).
(Bild: VW)

Kunststoffrezyklate sollen vermehrt eingesetzt werden, um Abfälle zu vermeiden und negative Umweltauswirkungen zu reduzieren. Dabei sind Rezyklate wiederverwertete Kunststoffe, beispielsweise aus PE (Polyethylen), PP (Polypropylen) oder PET (Polyethylenenterephtalat). Gesetzliche Vorgaben wie beispielsweise die zukünftige EU-Altfahrzeugverordnung unterstreichen diese Zielsetzung. Die Richtlinie soll Hersteller von Fahrzeugen und Bauteilen dazu anregen, schon beim Produktdesign Wiederverwertungs- und Recyclingmöglichkeiten zu berücksichtigen. Doch genau das, was völlig simpel klingt, bedeutet für die Praxis umfangreiche Herausforderungen.

(Bildquelle: VW)
Werden Rezyklate für die Herstellung von Bauteilen genutzt, können zum Beispiel bei lackierten Fahrzeugteilen verstärkt Enthaftungen, Verfärbungen oder Oberflächenunebenheiten auftreten, die mit kosten- und zeitintensiven Nacharbeiten, Ausschüssen oder Beanstandungen einhergehen.

Katharina Tonn