Die Kreativitätsmethode Triz löst technische Probleme strukturiert und systematisch. Ursprünglich entwickelten russische Wissenschaftler die Methode, um an die DNA von Erfindungen zu kommen. Erfolgreich ist sie bis heute. Wie das erfinderische Problemlösen funktioniert und wo man es lernen kann.
Triz wird häufig eingesetzt, um technische Probleme strukturiert zu lösen.
Die Methode Triz, mit der heute viele technische Probleme angegangen und strukturiert gelöst werden, stammt ursprünglich aus Russland. Die beiden Wissenschaftler Genrich Saulowitsch Altschuller und Rafael Borissowitsch Shapiro suchten in den 1940er Jahren eine Methode, um Erfindungen nicht mehr dem Zufall zu überlassen, sondern planmäßig zu entwickeln. Der Name „Triz“ kommt aus dem Russischen „Teoria reschenija isobretatjelskich sadatsch“ und übersetzt sich sinngemäß mit „Theorie zur Lösung erfinderischer Probleme“.
Was ist die Triz-Methode?
Um die DNA von Erfindungen zu erforschen, analysierte Altschuller, der selbst viel mit Patenten arbeitete, zahlreiche eingereichte Patente. Was ihm dabei auffiel, klingt bahnbrechend: Erfindungen folgen immer einem bestimmten Schema und lassen sich damit auch systematisieren. Erfinder sein wird erlernbar und muss kein Zufall mehr bleiben. Folgende drei Axiome stellte der Wissenschaftler fest:
1. Erfindungen basieren immer auf ähnlichen Gesetzmäßigkeiten und alle untersuchten Patente wiesen eine vergleichsweise kleine Anzahl von allgemeinen Lösungsprinzipien auf – Altschuller stellte insgesamt 40 erfinderische Prinzipien auf, auf denen alle untersuchten Patente basierten.
2. Erst wenn Widersprüche überwunden werden, sind innovative Erfindungen möglich.
3. Die Evolution von technischen Systemen ist nicht zufällig, sondern folgt bestimmten Mustern und Gesetzen. Die Umstände und Ressourcen müssen stimmen – die Zeit muss reif für die Erfindung sein.
Mit Hilfe der Triz-Methode sollen Erfindungen nicht mehr dem Zufall überlassen werden – Ideen sollen systematisiert werden, um schneller zu neuen Problemlösungen zu kommen. Dabei geht es nicht immer gleich um neue Produkte oder andere Innovationen – auch Problemlösungen können mit der Methode angegangen werden, indem die eigene Denkbarriere überwunden und die Kreativität angeregt wird.
Als Konstrukteur die gewohnten Denkpfade mit Triz verlassen
Für Konstrukteure und Entwickler bedeutet dass, das Triz als „Theorie des erfinderischen Problemlösens“ sie dabei unterstützt, systematisch, schnell und effizient zu neuen Ideen und Problemlösungen zu kommen. Dazu stehen verschiedene Triz-Werkzeuge zur Verfügung, mit denen die eigene Denkbarriere überwunden und die Kreativität angeregt wird. Zudem steigert Triz die Assoziations- und Abstraktionsfähigkeit und das mehrdimensionale Denken der Anwender.
Mehr dazu im Online-Seminar „Triz Training Level 1“
Die Triz-Methode eignet sich nicht nur, um innovative Erfindungen zu fördern – sie kann auch im Berufsalltag als Methode zur Problemlösung eingesetzt werden. Um Triz kennenzulernen, bieten wir das Seminar „Triz Training Level 1“ – Systematisch Ideen finden und Probleme lösen an, das in drei Tagen die wichtigsten Grundlagen vermittelt. Das Seminar endet schließlich mit einer Prüfung und dem internationalen Triz-Zertifikat.
Seminar-Tipp
Das Seminar "TRIZ Training Level 1: Systematisch Ideen finden und Probleme lösen" versetzt Konstrukteure und Ingenieure in die Lage, durch Anwendung der TRIZ-Tools ihre Probleme in Konstruktion und Entwicklung schneller und effizienter zu lösen und zu mehr und besseren neuen Ideen zu kommen.
Es gibt bei der Problemlösungsmethode verschiedene Werkzeuge, um an ein technisches Problem heranzugehen. Prinzipiell folgt Triz aber diesem Bauplan: Aus einem spezifischen Problem wird durch das Herunterbrechen auf die Bestandteile ein allgemeines Problem abstrahiert. In dieser Abstraktion wird eine allgemeine Lösung mit den nötigen Werkzeugen, die Triz zur Verfügung stellt, gefunden. Am Ende der Triz-Methode steht dann die kreative Umwandlung der allgemeinen Lösung in die benötigte spezielle Lösung.
So simpel das klingt, so kompliziert kann die Durchführung werden. Triz besteht aus einer Vielzahl an Werkzeugen, die in verschiedenen Methoden zum Einsatz kommen. Eine Möglichkeit, die Triz-Werkzeuge einzuteilen, ist folgende:
Die klassischen Triz-Werkzeuge:
Innovationsprinzipien
Widerspruchsanalyse
9-Fenster-Modell
ARIZ
S-Kurve-Analysen
Stoff-Feld-Analyse
76 Standard Lösungen
Zwerge-Modellierung
Die modernen Werkzeuge:
Prozessanalyse
Innovations-Checkliste
Antizipierende Fehlererkennung
Operator MZK (Maße, Zeit, Kosten)
Trimming
Directed Evolution
Problemformulierung
Beispiel: Wie die Widerspruchtabelle in Triz funktioniert
Wichtiger und zuweil bekanntester Teil der Triz-Methode ist die Widerspruchtabelle und die 40 innovativen Prinzipien, die in der Regel in Verbindung mit einander genutzt werden. Die Tabelle weist in der ersten Zeile und ersten Spalte jeweils verschiedene technische Parameter auf. In der Tabelle selbst stehen sich damit die verschiedenen Parameter gegenüber. Der Widerspruch der Tabelle liegt darin, dass sich der Parameter der Spalte verbessern soll, während sich der dazugehörige Parameter der Zeile verschlechtern soll.
Ein Beispiel für einen möglichen Widerspruch kann sein, dass ein Bauteil an Masse reduziert werden soll, während jedoch seine Festigkeit zunehmen soll. Eine Lösung für diesen Widerspruch wären poröse Werkstoffe. Damit bekommt der Anwender der Tabelle in der Regel keine fertige Lösungen, aber eine Anregung, in die richtige Richtung zu denken. Eine praktische Umsetzung der Widerspruchtabelle ist auch online zu finden. Lösungen nach der Triz-Methode funktionieren meistens mithilfe der Kombination verschiedener Werkzeuge.
Stand: 08.12.2025
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Dieses Video zeigt praktische Anwendungen und Beispiele von Triz: