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CTI Symposium Getriebeentwicklung auf dem Weg in eine elektrifizierte Zukunft

| Redakteur: Katharina Juschkat

Auf dem 15. Internationalen CTI Symposium Anfang Dezember 2016 in Berlin standen vor allem die Trendthemen Elektromobilität und autonomes Fahren im Mittelpunkt. Hochkarätige Vertreter aus Wirtschaft und Forschung diskutierten über die Zukunft des Getriebes.

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Bei der Plenardiskussion Experts vs Newcomer diskutierten alte Größen mit jungen Berufsanfängern über den Antrieb der Zukunft.
Bei der Plenardiskussion Experts vs Newcomer diskutierten alte Größen mit jungen Berufsanfängern über den Antrieb der Zukunft.
(Bild: © Euroforum / Dietmar Gust)

15 Jahre CTI Symposium Berlin stehen für eine Zeit großer Fortschritte bei Getriebe und Antriebsstrang. Antriebe werden zunehmend elektrifiziert, ihre Steuerung wird immer aufwendiger, die Fahrzeugvernetzung und -automatisierung nimmt zu.

Das erste CTI Symposium fand vor 15 Jahren in vergleichsweise kleiner Runde in Offenbach statt – mit 250 Teilnehmern, drei Ausstellern und zwei parallelen Vortragsreihen. Im Jahr 2016 ist daraus ein Großkongress mit 1350 Teilnehmern geworden, mit 135 Ausstellern aus 20 Nationen und über 90 Vorträgen. In seiner Begrüßungsrede in Berlin erinnerte Prof. Ferit Küçükay an die vielen Fortschritte der letzten Jahre. Dazu gehörten von Anfang an neue Hybridkonzepte und zuletzt die Einführung der neuen Getriebekategorie „Dedicated Hybrid Transmission”, kurz DHT, Ende 2015. Prof. Küçükay sagt für 2025 ein Anteil von 15 % bis 25 % „hochelektrifizierter“ Fahrzeuge voraus – begünstigt durch Batteriepreise, die 2022 unter 100 Dollar pro kWh fallen könnten. Doch was bedeutet die zunehmende Elektrifizierung aus Sicht der Getriebeentwickler?

Auf den Kongress kamen 1350 Teilnehmer und 135 Aussteller.
Auf den Kongress kamen 1350 Teilnehmer und 135 Aussteller.
(Bild: © Euroforum / Dietmar Gust)

Die Infrastruktur sei ein entscheidender Faktor

„Volkswagen auf dem Weg zur Elektrifizierung – Vielfalt im Triebstrang“ lautete der erste Vortrag von Dr. Ulrich Eichhorn, CTO der Volkswagen Group. Zukünftige Emissionsgesetzgebungen seien nur mit einem zugemischten Anteil von E-Fahrzeugen zu erfüllen, mit modularen Baukästen, um vom Mildhybrid bis zum reinen Elektroauto alle Stufen der Elektrifizierung abdecken zu können. Eichhorn erwartet 2020 etwa 500 km Reichweite als Standard, mit neuen Batterietechnologien ab ca. 2024 gut 700 km.

Ein entscheidender Faktor bleibe die Ladeinfrastruktur: „Wenn heute ein Erfinder mit der Verbrennungskraftmaschine käme, hätte er auch ein Problem mit fehlenden Tankstellen“.

Auf dem 15. CTI Symposium zeigte sich die Zukunft der Getriebe vor allem elektrisch – was Forschung und Wirtschaft vor neue Herausforderungen stellt.
Auf dem 15. CTI Symposium zeigte sich die Zukunft der Getriebe vor allem elektrisch – was Forschung und Wirtschaft vor neue Herausforderungen stellt.
(Bild: © Euroforum Deutschland SE / W. Borrs)

Der Autofahrer wolle vor allem Komfort

Dr. Renate Vachenauer, Vice President Transmission, Drive Train, BMW Group, sprach über die „Komplexität der Getriebeentwicklung“. Laut Vachenauer müsse die Antriebssteuerung immer mehr Eingangsgrößen bewältigen: Bei Hybridantrieben sind zwei oder mehr Motormomente zu koordinieren, hinzu kommen viele Varianten bei den Applikationen. Vachenauer sieht die Notwendigkeit, noch mehr als bisher virtuelle Entwicklung zu betreiben, um Kosten zu senken und die Robustheit zu erhöhen. Es brauche Baukästen für die Entwicklungssoftware, welche die Vielfalt der Antriebe abbilden kann.

Der zweite große Trend neben der Elektrifizierung sei das automatisierte Fahren. Als „Passagier“ habe der Autofahrer nur noch drei Anforderungen an den Antrieb: „Komfort, Komfort und Komfort“. Da aber die Autos zunächst nicht ausschließlich autonom fahren würden, müsse man beide Modi im Fahrzeug darstellen. „Dann sind wir auf dem Spitzenlevel der Komplexität.“

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