Nichts ist beständiger als der Wandel und mit dem Einzug von künstlicher Intelligenz wird sich das Engineering verändern – wie sich Konstruktions- und Entwicklungsleiter vorbereiten können.
Welches die zentralen Elemente einer KI-Strategie mit dem Fokus auf Produktentwicklung sind und welche Rolle dabei die PLM-Architektur spielt, gehören zu den aktuellen Fragen in der Produktentwicklung.
Die Digitalisierung stellt Unternehmen vor immer neue Herausforderungen. Produkte werden komplexer, die Vernetzung über das Internet der Dinge nimmt stetig zu. Um hier Schritt zu halten, müssen Produktdaten und -informationen effizient gemanagt werden – und zwar über den gesamten Lebenszyklus von der Entwicklung bis zum Recycling. Hier kommen effiziente Product-Lifecycle-Management-Lösungen ins Spiel.
Sichere Zukunft mit unklaren Rahmenbedingungen
Seit Chat-GPT künstliche Intelligenz (KI) massentauglich gemacht hat, hält KI auch in immer mehr Lösungen für den Produktentstehungsprozess Einzug. KI ist ein zentrales Thema für zukunftsfähige Entwicklungsabteilungen – dieser Prognose wird man kaum widersprechen. Doch noch ist nicht klar, in welcher Form KI das Engineering verändern wird. Wie also stellt man sich am besten auf für eine sichere Zukunft mit unklaren Rahmenbedingungen?
Es stellt sich die Frage, welches die zentralen Elemente einer KI-Strategie mit dem Fokus auf Produktentwicklung sind und welche Rolle dabei die PLM-Architektur spielt. Welche architektonischen Kernelemente stehen heute schon zur Verfügung und sollten die Basisbausteine einer auf KI ausgerichteten PLM-Architektur bilden? Was umfasst eine PLM-Architektur, wie beschreibt man sie und welchen Einfluss hat sie auf die Nutzung von künstlicher Intelligenz?
Diesen Fragen geht Dr. Martin Strietzel, Direktor PLM Strategie & Prozesse bei der Prostep AG, in seinem Vortrag „Ready for AI: Welche Rolle die PLM-Architektur dabei spielt“ auf dem Konstruktionsleiter-Forum am 17. Oktober 2024 nach.
Herr Dr. Strietzel, warum ist das Thema Ihres Vortrags für Konstrukteure und Entwickler relevant?
Das Thema künstliche Intelligenz ist aktuell ein zentraler Wachstumsmotor in vielen Bereichen der Industrie. Wir gehen davon aus, dass die Fähigkeit eines Unternehmens künstliche Intelligenz zu nutzen, entscheidend für dessen wirtschaftlichen Erfolg ist. In der Produktentwicklung hängt diese Fähigkeit wesentlich von der Qualität der digitalen Konstruktions- und Entwicklungsprozesse ab. Der Vortrag zeigt auf, wie man diese Prozesse über die Gestaltung der PLM-Architektur erfolgreich gestaltet und sich darüber fit macht für die Nutzung von KI.
Dr. Martin Strietzel, Director PLM Strategie & Prozesse, Prostep AG: „Unter dem Oberbegriff PLM verbergen sich eine Menge aktueller Konzepte für die effizientere Gestaltung der Produktentwicklung.“
(Bild: Prostep)
Was sind die wichtigsten Aspekte Ihres Vortrags?
Das Thema KI ist eine konsequente und logische Entwicklung, auf die die Digitalisierung hinausläuft. Slogans wie ‚Daten sind das neue Öl‘ sahen diese Entwicklung voraus. Es zeigt sich, dass das Thema Product Lifecycle Management darin seine volle Leistungsfähigkeit entfaltet. Unter dem Oberbegriff PLM verbergen sich eine Menge aktueller Konzepte für die effizientere Gestaltung der Produktentwicklung. Stand noch vor kurzem die CAD-Konstruktion im Mittelpunkt des Interesses so sind es nun Themen die durch den erhöhten Elektrik-, Elektronik- und Softwareanteil in den Fokus geraten. In diesem Zusammenhang spricht man immer stärker von modell-basierten Entwicklungsprinzipien und dem Thema Systems Engineering. Der digitale Zwilling und die digitale Nachverfolgbarkeit finden ebenfalls innerhalb der PLM-Infrastruktur ihren Platz. Der Vortrag beschreibt diesen Zusammenhang und gibt eine Hilfestellung wie man diese Entwicklungen trotz knapper Ressourcen aktiv und erfolgreich gestalten kann.
Was lernen die Teilnehmer durch Ihren Vortrag?
Das Thema PLM-Architektur ist sehr eng verbunden mit dem Thema KI und damit unmittelbar zusammenhängenden Themenkomplexen wie dem digitalen Zwilling und dem modell-basierten Systems Engineering. Die Teilnehmer erkennen den Zusammenhang dieser Themen und lernen eine Vorgehensmethodik kennen, mit der sie nicht separate Einzelthemen lösen, sondern einen ganzheitlichen Entwurf weiterentwickeln. Dadurch werden Synergien frei, die es ermöglichen mit knappen Ressourcen deutlich mehr zu erreichen. Es ist wichtig, dass die Produktentwicklung und die Konstruktion dieses Verständnis aufbauen, um mit der IT und den Lösungsanbietern auf Augenhöhe den Weg in Richtung KI-basierter Entwicklung zu gehen.
Stand: 08.12.2025
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