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Statement

Die Ventilatoren-Verordnung funktioniert

| Redakteur: Sandra Häuslein

Mit der ErP-Richtlinie legte die EU Grenzwerte für Ventilatoren fest. Geoff Lockwood, Vorsitzender der Fan Working Group bei der European Ventilation Industry Asscociation, warnt davor, dass deren Erfolg auf der Kippe steht.

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Geoff Lockwood ist Technical Director bei EBM-Papst UK Ltd. und Vorsitzender der Fan Working Group bei der European Ventilation Industry Association (EVIA).
Geoff Lockwood ist Technical Director bei EBM-Papst UK Ltd. und Vorsitzender der Fan Working Group bei der European Ventilation Industry Association (EVIA).
(Bild: EBM-Papst )

„Die 'Verordnung 327/2011 im Hinblick auf die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Ventilatoren, die durch Motoren mit einer elektrischen Eingangsleistung zwischen 125 W und 500 kW angetrieben werden' wurde am 6. April 2011 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Es gab einige Probleme, aber sie zeigte Wirkung: Schätzungen zufolge sind seit 2012 als Folge der Verordnung 46.800 GWh Energie oder 21,5 Mt CO2 eingespart worden.

Davor gab es keine Normen zur Festlegung von Energieeffizienz-Grenzwerten. Da die Ventilatoren-Branche jedoch unbedarft und nicht geschlossen auftrat, sind Rechtsvorschriften entstanden, die unklar formuliert sind und unnötige Ausschlüsse beinhalten. Es existiert eine Ausnahme dahingehend, dass in der Verordnung ein wichtiger Aspekt enthalten ist, der in der Studien- und Entwurfsphase heftig diskutiert und auf den intensiv Einfluss genommen wurde: Nämlich dass in den Geltungsbereich auch Ventilatoren fallen, 'die in andere energieverbrauchsrelevante Produkte eingebaut sind'.

Streitpunkt integrierte Ventilatoren

Dieser Aspekt ist umstritten. Denn: Integrierte Ventilatoren sind Komponenten, die in andere Produkte, zum Beispiel in Lüftungseinheiten, Kühl- oder Klimaanlagen, eingebaut sind. Die Gegner führen ins Feld, dass diese kaskadierende oder doppelte Regulierung von Teilen und Produkten ihre Entwicklungstätigkeit unnötig belastet, ohne dass dadurch ein Nutzen entstünde. Sie argumentieren, effiziente Komponenten bedeuteten nicht zwangsläufig, dass auch die Produkte effizient sind.

Ihrer Meinung nach ließe sich dies eindeutiger regeln: durch eine Regulierung von Ventilatoren aus dem Katalog. 'Maßgeschneiderte' Ventilatoren hingegen sollten keiner Regelung unterworfen sein. Maßgeschneidert bezeichnet dabei einen Ventilator, der sich von einem Ventilator aus dem Katalog unterscheidet. Aber schon durch eine rosafarbene Lackierung würde ein Ventilator als maßgeschneidert gelten – ein Schlupfloch zur Umgehung der Vorschriften.

Integrierte Ventilatoren von der Verordnung auszunehmen, wäre gleichbedeutend mit der Möglichkeit, die Pflicht zur Einhaltung der Vorschriften zu umgehen. Es würde Verwirrung stiften und zu Parallelentwicklungen bei Produkten führen. Zum Beispiel indem eine effiziente Bauform entwickelt wird, wenn davon auszugehen ist, dass der betreffende Ventilator unter die Verordnung fällt, und eine weniger effiziente Bauform, die in andere energieverbrauchsrelevante Produkte eingebaut wird.

Energieeinsparungen richtig zuordnen

Ein Großteil der genannten Einsparungen ist auf Ventilatoren zurückzuführen, die in andere energieverbrauchsrelevante Produkte eingebaut sind. In einigen Industriezweigen sind über 90 Prozent der Ventilatoren, die in Verkehr gebracht werden, in andere energieverbrauchsrelevante Produkte eingebaut. Eine Änderung des Geltungsbereichs dahin, dass integrierte Ventilatoren nicht unter die Verordnung fallen, wäre ein Schritt zurück zur Situation im Jahr 2012 und gleichbedeutend mit einem höheren Energieverbrauch, dem Wegfall von Investitionen, dem Verlust von Arbeitsplätzen und der Rückkehr zu alten, ineffizienten Anlagen.

Die Rechtsvorschriften wurden überprüft. Das ist rechtsverbindlich vorgeschrieben. Für die Verordnung 327/2011 erfolgte diese Überprüfung von April 2014 bis zum Konsultationsforum im April 2015. Die nächste Überprüfungsrunde hat bereits begonnen. Im Juni 2018 hat der Ausschuss für Regulierungskontrolle (RSB) die Überprüfung vorerst negativ bewertet.

Folgendes ist dabei besonders beunruhigend: Mit der Ökodesign-Verordnung wird das Ziel verfolgt, die Auswirkung unseres Handelns auf unsere Umwelt zu verringern. Und ein Großteil der bereits erzielten Verringerung ist auf Ventilatoren zurückzuführen, die in andere Produkte eingebaut sind! Bliebe es bei dieser negativen Bewertung, würden wir – wie bereits oben erwähnt – auf den Stand von 2012 zurückfallen.“

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