Faserverstärkte Kunststoffe

Das sind die Ergebnis der aktuellen Composites-Markterhebung

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Uneinheitliches Bild mit Blick auf FVK-Anwendungen

Die starke Heterogenität der Anwendungen im Composites-Bereich wurde bereits angesprochen. In der Befragung werden die Teilnehmer deshalb gebeten, ihre Einschätzung hinsichtlich der Marktentwicklung unterschiedlicher Kernbereiche zu geben, erklärt Composites Germany im Vorfeld zur den nächsten Ergebnissen. Die Erwartungen zeigen sich äußerst unterschiedlich (Diagramm 4).

Diagramm 4
Diagramm 4
(Bild: Composites Germany )

Über alle Anwendungsfelder hinweg blicken die Unternehmen auf jeden Fall pessimistischer in die Zukunft als beim letzten Mal. Der Anteil der derjenigen, die eine Verschlechterung der Marktsituation in den jeweiligen Anwendungsindustrien annehmen, hat deutlich zugenommen.

Größere Rückgänge werden, analog zu den letzten Erhebungen, vor allem für die Bereiche Automobil, Luftfahrt und Maschinenbau erwartet. So waren es beim letzten Mal nur 11 Prozent der Maschinenbauer, die skeptisch waren, jetzt sind es doppelt so viele, um nur ein Beispiel herauszugreifen.

Erstmals zeigt sich aber auch der Bereich Infrastruktur/Bau mit stärkeren negativen Bewertungen. Speziell dieses Segment reagiere nämlich oft eher langsam auf entsprechende kurzfristige, wirtschaftliche Schwankungen. Es zeigte sich bisher aber relativ robust, was die Effekte der Krisen angeht. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Vorahnungen erfüllen, oder sich die Bauindustrie einmal mehr gegen negative Einflussfaktoren behaupten kann.

Alte Bekannte wirken als Wachstumstreiber

Regional bleiben Deutschland, Europa und Asien die Weltregionen, aus denen die wesentlichen Wachstumsimpulse für das Composites-Segment erwartet werden. Werkstoffseitig setzt sich der Paradigmenwechsel weiter fort: Wurde von den Befragten in den ersten 13 Erhebungen stets CFK (carbonfaserverstärkter Kunststoff) als Wachstumstreiber eingeschätzt, so werden die wesentlichen Impulse mittlerweile durchweg von GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff) oder bei materialübergreifenden (Materialmix) Anwendungen erwartet (Diagramm 5).

Diagramm 5
Diagramm 5
(Bild: Composites Germany )

Der Composite-Index rutscht ab

Die Industrie befindet sich derzeit in einem äußerst schwierigen Spannungsfeld aus steigenden Kosten, Problemen in den Lieferketten, mangelnder Verfügbarkeit bestimmter Halbzeuge und Rohstoffe, zunehmender politischer Instabilität und sehr pessimistischer Zukunftserwartungen, macht Composites Germany angesichts der Ergebnisse klar. Alle Zeiger der relevanten FVK-Indikatoren zeigen derzeit deshalb nach unten. Und auch der sogenannte Composites-Index gibt, nach einer leichten Erholung über die letzten 1,5 Jahre, diesmal deutlich nach. Er rutscht, vor allem im Hinblick auf die Zukunftserwartungen, auf neue Tiefststände ab (Diagramm 6).

Diagramm 6: Composites-Develompent-Index
Diagramm 6: Composites-Develompent-Index
(Bild: Composites Germany )

Die Industrie generell, aber vor allem auch die Composites-Industrie in Deutschland, hat sich in der Vergangenheit trotz mancher Krisen stets als sehr stabil gezeigt, betont Composites Germany. Sie war vielfach in der Lage, entsprechende Negativentwicklungen schnell wieder auszugleichen. Die gesamte Produktionsmenge für Composites in Europa konnte deshalb im letzten Jahr bereits wieder das Vorkrisennievau von 2019 erreichen. Und Deutschland bleibt weiterhin das wichtigste Herstellerland in Europa. Es hält dabei einen Marktanteil von fast 20 Prozent. Es bleibt zu hoffen, dass die Rückgänge in den kommenden Monaten weniger stark werden als erwartet, und die Composites-Industrie trotz der trüben Einschätzungen dennoch weiter auf Wachstumskurs bleibt. Der Verband bleibe jedenfalls optimistisch, denn Composites respektive faserverstärkte Kunststoffe sind in ihrer Vielfältigkeit ein zentraler Werkstoff der Zukunft und kaum zu ersetzen.

Die nächste Composites-Markterhebung erscheint im Januar 2023.

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