Kunststoff
Aktuatoren: Werkstoffe nach dem tatsächlichen Einsatz auswählen

Von Daniel Duffner, Product Manager Actuators & Plastic Expert , Burger Group 6 min Lesedauer

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Ein Abgasklappen-Aktuator und ein Thermomanagement-Aktuator ähneln sich konstruktiv, arbeiten aber unter deutlich verschiedenen Bedingungen. Werden diese Unterschiede früh berücksichtigt, lassen sich Funktion, Lebensdauer und Wirtschaftlichkeit gezielter aufeinander abstimmen.

Ähnlich aufgebaute Aktuatoren können unterschiedliche Kunststoffe benötigen. Ein Beispiel aus der Antriebstechnik zeigt, warum die Materialauswahl nicht allein von der Geometrie abhängt(Bild:  Burger Group)
Ähnlich aufgebaute Aktuatoren können unterschiedliche Kunststoffe benötigen. Ein Beispiel aus der Antriebstechnik zeigt, warum die Materialauswahl nicht allein von der Geometrie abhängt
(Bild: Burger Group)

Bis zu 45 °C liegen zwischen den regulären maximalen Einsatztemperaturen zweier konstruktiv sehr ähnlicher Aktuatoren. Während ein Abgasklappen-Aktuator regulär Temperaturen bis 150 °C und in einzelnen Anwendungen bis 160 °C standhalten muss, liegen die maximalen Einsatztemperaturen beim Thermomanagement-Aktuator bei 105 °C, in einzelnen Anwendungen bei 120 °C. Hinzu kommen Unterschiede bei Vibrationen und Schadgasbelastung. Für die Werkstoffauswahl macht das einen erheblichen Unterschied: Statt die für den Abgasbereich erforderlichen Hochleistungskunststoffe zu übernehmen, lässt sich die Materialauswahl beim Thermomanagement gezielt auf das tatsächliche Anforderungsprofil abstimmen.Die Elektrifizierung verändert dabei nicht nur einzelne Komponenten, sondern auch deren Einsatzbedingungen. Im Thermomanagement übernehmen Aktuatoren die Regelung von Kühlmittelströmen für Batterie, Leistungselektronik und Innenraumklimatisierung. Mit der Zahl dieser Funktionen steigt auch die Zahl der benötigten Aktuatoren. Für die Werkstoffauswahl rücken damit andere Anforderungen stärker in den Vordergrund: Gewicht, elektrische Isolation, Geräuschverhalten, Dichtheit, Funktionsintegration und Wirtschaftlichkeit gewinnen an Bedeutung.