Die neue MVO und der CRA werden die Produktentwicklung ab 2027 entscheidend verändern. Praxisnahe Lösungsansätze und Methoden, die damit verbundenen Herausforderungen zu meistern, zeigt das Konstruktionsleiter-Forum SPOTLIGHT 2026.
In der Produktentwicklung müssen künftig Safety und Cybersecurity von Beginn an gemeinsam gedacht werden.
(Bild: KI-generiert / Gemini)
Mit dem Geltungsbeginn der neuen Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 im Januar 2027 und den bereits schrittweise wirksam werdenden Anforderungen des Cyber Resilience Act (EU) 2024/2847 stehen Konstruktions- und Entwicklungsleiter vor der größten regulatorischen Veränderung im europäischen Maschinenbau seit Einführung der CE-Kennzeichnung.
Was viele Unternehmen noch als reine Weiterentwicklung bestehender Pflichten betrachten, verändert die Produktentwicklung grundlegend. Safety und Cybersecurity müssen künftig von Beginn an gemeinsam gedacht werden, mit unmittelbaren Auswirkungen auf Entwicklungsprozesse, Konformitätsbewertung und den Marktzugang.
Bewusstsein für die neuen Anforderungen schärfen
Das Konstruktionsleiter-Forum SPOTLIGHT, das am 28. Oktober 2026 zum zweiten Mal in Würzburg stattfindet, schärft das Bewusstsein der Teilnehmer für die Anforderungen der beiden neuen Regelungen sowie deren Konsequenzen, die auf Unternehmen zukommen und zeigt auf, wie sie ihre Entwicklungsabteilungen und Prozesse in Zukunft aufstellen müssen.
In seinem Keynote-Vortrag „Don't miss the deadline – MVO & CRA: Was Konstruktionsleiter bis 2027 wirklich umsetzen müssen“ zeigt Rüdiger Krauß, Fachbereichsleiter Maschinensicherheit bei Dekra Testing and Certification, wo bei Unternehmen heute die größten Lücken auftreten und warum bestehende Entwicklungsprozesse den neuen Anforderungen häufig nicht mehr genügen. Er stellt fest: „Weiter so“ stellt längst keine Option mehr dar. Zudem stellt der Referent konkrete technische und organisatorische Maßnahmen vor, um die neuen regulatorischen Anforderungen umzusetzen.
wie sie ihre Entwicklungsabteilungen und Prozesse aufstellen müssen
(Bild: VCG)
Die Maschinenverordnung (MVO) und der Cyber Resilience Act (CRA) stellen neue Anforderungen an Security-Maßnahmen für vernetzte Komponenten und Systeme. Dies stellt Hersteller und Betreiber von Maschinen und Anlagen sowie Zulieferer von Komponenten und Systemen vor große Herausforderungen. Das Konstruktionsleiter-Forum SPOTLIGHT schärft das Bewusstsein für die Anforderungen sowie deren Konsequenzen, die auf Unternehmen zukommen.
In Anhang III fordert die neue EU-Maschinenverordnung 2023/1230 unter anderem „Schutz gegen Korrumpierung“ als auch „Sicherheit und Zuverlässigkeit von Steuerungen“. Die neue Norm EN 50742 soll Maschinen systematisch gegen „Korrumpierung“ abzusichern – und stellt damit einen Weg dar, den Anforderungen der Maschinenverordnung gerecht zu werden.
Im Vortrag „(pr)EN 50742 in der Praxis – Wie Steuerungen MVO-konform gegen Korrumpierung geschützt werden“ beschreibt Peter Goebbels, Marketing Specialist Safety bei Omron Electronics, die wesentlichen Inhalte der Norm und legt dar, wie sich deren Anforderungen auf Konstruktion, Systems Engineering und Risikobeurteilung auswirken. Zudem geht er darauf ein, welche Herausforderungen sich bei Retrofit-Projekten ergeben und warum Traceability unverzichtbar wird.
Risiken erfolgreich beurteilen
Eine weitere Neuerung: Der Cyber Resilience Act verlangt künftig Security-Risikoanalysen nach IEC 62443, die sich von Safety-Risikobeurteilungen nach ISO 12100 deutlich unterscheiden. Diese Vorgaben stellen Konstruktionsleiter vor die Herausforderung, ihre Teams methodisch auf die integrierte Betrachtung von Safety und Security einzustellen. Hierfür besteht der Ansatzpunkt in der Tatsache, dass Safety- und Security-Risikoanalysen einen gemeinsamen prozessualen Kern besitzen.
Hendrik Stupin von IBF Solutions beleuchtet in seinem Vortrag „Safety vs. Security: Unterschiede verstehen, Gemeinsamkeiten nutzen“ die grundlegenden Unterschiede beider Ansätze. Er deckt die methodischen Gemeinsamkeiten in der Systematik auf und gibt Konstruktionsleitern einen praxisorientierten Rahmen an die Hand, wie Safety- und Security-Risikoanalyse im Entwicklungsprozess sinnvoll verbunden werden können.
Aus der Praxis einer Prüfstelle
Der Cyber Resilience Act verpflichtet ab Dezember 2027 alle Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen zu umfassenden Sicherheitsmaßnahmen. Das bedeutet, dass sie mögliche Angriffsszenarien analysieren müssen und den erforderlichen Schutz für industrielle Kommunikation bewerten. Das heißt in der Praxis: Sobald eine Maschine digitale Elemente enthält, entscheidet die Konstruktion über CRA-Konformität mit – bei jeder Stückliste, jedem Lastenheft, jedem Änderungsantrag.
Stand: 08.12.2025
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In seinem Vortrag „CRA aus Sicht einer Prüfstelle: Do's & Don'ts für Konstruktionsleiter“ berichtet Florian Schmidt, Senior Expert Cybersecurity bei TÜV SÜD, aus Sicht einer unabhängigen Prüfstelle, woran Produkte in Assessments wirklich scheitern, und macht daraus konkrete Do’s and Don’ts für Konstruktionsleiter. In diesem Zusammenhang geht der Referent unter anderem auf bewährte Vorgehensweisen für den Entwicklungsprozess sowie Zukaufteile und die Dokumentation ein.
Dies sind nur einige der Themen, die das Event für die Teilnehmer bereithält. Neugierig geworden? Dann melden Sie sich noch heute an für Konstruktionsleiter-Forum SPOTLIGHT 2026 am 28. Oktober 2026 in Würzburg.