CFK

Symposium Composites präsentierte Ergebnisse des Spitzenclusters MAI Carbon

| Redakteur: Dorothee Quitter

Die Ergebniskonferenz in der Messe Augsburg zeigte auf: Es sind nahezu alle gesteckten Ziele erreicht worden.
Die Ergebniskonferenz in der Messe Augsburg zeigte auf: Es sind nahezu alle gesteckten Ziele erreicht worden. (Bild: D.Quitter/konstruktionspraxis)

Nach fünf Jahren endet nun die 42 Mio. Euro umfassende staatliche Förderung des Spitzenclusters MAI Carbon. Konnten die gesetzten Ziele erreicht werden? Im Rahmen des Carbon Composites e.V. Symposiums wurden alle 36 Verbundprojekte vorgestellt und Rechenschaft abgelegt.

Hauptanliegen war und ist es, den Werkstoff Carbon fit zu machen für den Großserieneinsatz, sowie die Region München – Augsburg – Ingolstadt (MAI) zu einem europäischen Kompetenzzentrum für CFK-Leichtbau auszubauen, das die gesamte Wertschöpfungskette der CFK-Technologie abdeckt und den vertretenen Partnern in der Schlüsseltechnologie CFK zu einer Weltmarkt-Spitzenposition verhilft. Die bereits 2011 formulierten Ziele wie: 90% Prozesskostenreduktion; Zykluszeiten unter 60 s, Reduzierung von Ausschuss und Verschnitt, 60-80% Wertschöpfung in Deutschland; eine etablierte KMU-Zulieferindustrie, an die 5000 Arbeitsplätze sowie die Verankerung des Werkstoffs in der Gesellschaft wurden nahezu vollständig erreicht.

Im Einzelnen bedeutet dies, dass die Prozesskosten um 65% reduziert werden konnten bei hälftiger Kostensenkung (Stand heute); die Zykluszeit statt unter einer Minute wie von der Automobilindustrie gefordert, immerhin bei 75 s für einzelne Verfahren liegt; der Verschnitt des wertvollen Materials inzwischen unter 5% liegt; fast 6.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden und mehr als 1.000 Studierende, spezialisiert auf CFK, vorzuweisen sind. Gerade im Bereich Aus- und Weiterbildung konnte die Bildungskette durch frühkindliche Bildung, Informationen an Allgemeinbildenden Schulen, einem Bachelor-Studiengang sowie einem umfassenden Weiterbildungsprogramm geschlossen werden. Zur Unterstützung der Verankerung in der Gesellschaft wurde 2014 eine Sonderausstellung im Deutschen Museum München mit dem Titel „Harter Stoff – Carbon das Material der Zukunft“ eröffnet. Inzwischen durfte die Ausstellung auch in Bonn und anderen Museen gezeigt werden und hat mehr als 300.000 Besucher erreicht. International nimmt die Entwicklung bei MAI Carbon besonders in den letzten Jahren Fahrt auf. Im Rahmen von Kooperationen, die mit Südkorea, USA und beispielsweise Norwegen geschlossen wurden, geht der Austausch über die Grenzen hinweg voran. Auch die Mitgliederentwicklung gestaltet sich erfreulich und liegt derzeit bei weit über 100 Partnern.

Neben den Themen, die erfolgreich weiter vorangetrieben werden sollen, gibt es auch noch offene Punkte, deren Zielerreichung noch nicht ganz zufrieden stell:. Die Produktionskosten müssen weiter gesenkt werden, die Auslegung vereinfacht sowie viele Prozesse und Produkte standardisiert werden. Die Bildungsarbeit soll ebenso vorangetrieben wie einzelne Projekte fortgeführt werden, bei denen im Lauf der Spitzenclusterzeit bereits neue Themen identifiziert wurden. Verstetigt hat sich MAI Carbon durch Anschlussprojekte wie z.B. Campus Carbon 4.0, das mit 15 Mio. Euro nun vom Freistaat Bayern gefördert wird. Weitere Projekte zum Thema Internationalisierung oder Bildung sind ebenfalls schon am Start.

Im Rahmen eines feierlichen Festaktes als Danke für alle Beteiligten wie den Projektpartnern, dem Projetträger Jülich und vielen anderen, gab es neben dem großen Netzwerktreffen auch zusammenfassende Worte wie beispielsweise von Liane Horst vom BMBF oder Dr. Manfred Wolter vom Wirtschaftsministerium Bayern. (qui)

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