Anschlusstechnik M12-Steckverbinder haben viele Gesichter

Autor / Redakteur: Tobias Dietel / Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Aufgrund der fortschreitenden Miniaturisierung von elektronischen Geräten hat Phoenix Contact die M12-Kodierungen S, T, K, L und M zur Leistungsübertragung entwickelt.

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M12-Steckverbinder werden auch für den Leistungsanschluss immer interessanter.
M12-Steckverbinder werden auch für den Leistungsanschluss immer interessanter.
(Bild: Phoenix Contact)

Die Intelligenz des Schaltschranks verlagert sich immer mehr in Richtung Feldebene – ganz im Sinne der Dezentralisierung. Dadurch werden immer kleinere und kompaktere Geräte-Designs benötigt, die groß aufbauende Maschinen-Layouts vermeiden. Ein weiterer wichtiger Aspekt, der zur Minimierung des Maschinen-Layouts beiträgt, ist das Downsizing der elektrischen Antriebstechnik. Somit müssen auch Steckverbinder für die Leistungsversorgung ein kompaktes Maß aufweisen.

M12 findet weltweit Akzeptanz

In der Vergangenheit wurden zur Leistungsversorgung – etwa von aktiven I/O-Modulen – häufig 7/8-Zoll- oder A-kodierte M12-Steckverbindersysteme eingesetzt. Beide Steckverbinder-Typen haben Vor- und Nachteile: Bei der 7/8-Zoll-Version handelt es sich um einen weltweit verbreiteten Steckverbinder, der für Ströme bis 12 A eingesetzt wird. Der nominelle Strom pro Pin beträgt dabei maximal 9 A. Allerdings besitzt der 7/8-Zoll-Stecker, der im mittleren Preissegment angesiedelt ist, eine große Bauform, und er bietet keine geschirmten Varianten.

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Die Standard-M12-Variante ist der international am weitesten verbreitete Steckverbinder. Aufgrund der kompakten Bauform braucht er wenig Platz am Gerät. Außerdem kann der kostengünstige M12-Steckverbinder im Feld konfektioniert und gut an der Maschine installiert werden. Zudem bietet er eine große Programmvielfalt mit geschirmten Varianten, T- und Y-Verteilern sowie Sensor-Aktor-Boxen. Dafür beläuft sich der maximale Querschnitt auf 0,75 mm² bei einer maximalen Strombelastbarkeit von 4 A pro Pin.

Auf Grundlage der Vorteile beider Steckverbinder-Systeme hat Phoenix Contact im Jahre 2011 die ersten neuen Steckgesichter entwickelt und in den Markt eingeführt. Gleichzeitig wurde außerdem die internationale Normung initiiert.

Normung von M12 Power nach IEC

Um den M12-Standard erfolgreich zu entwickeln und zu verbreiten war und ist die ständige Beurteilung im Rahmen der internationalen Standardisierung nötig. Die Bauartnorm IEC 61076-2-101 für Sensor-/Aktor-Steckverbinder entstand Mitte der 90er-Jahre. Die Weiterentwicklung durch neue Polbilder und Bauformen führte dazu, dass auch die internationale Normung einer ständigen Erweiterung unterliegt.

Ursprünglich beinhaltete die Norm IEC 61076-2-101 sämtliche M8-, M12- und M12-Datentechnik-Steckverbinder. Aufgrund der immer umfangreicher werdenden Kapitel wurde diese Norm in eigenständige Einzelnormen unterteilt:

  • IEC 61076-2-101 für M12-Steckverbinder
  • IEC 61076-2-104 für M8-Steckverbinder
  • IEC 61076-2-105 für M5-Steckverbinder
  • IEC 61076-2-109 für M12-Steckverbinder zur Datenübertragung

Hinzugefügt wurde im Jahr 2011 die Kategorie „M12 Power“:

  • IEC 61076-2-111 für M12-Steckverbinder zur Leistungsübertragung

Kodierungen für M12 Power

Als erstes wurden in die IEC-61076-2-111 die von Phoenix Contact entwickelten Kodierungen S und T aufgenommen. Die S-Kodierung ist für AC-Anwendungen gedacht. Sie hat 4 Kontakte und 3 Leiter + PE und ermöglicht eine Nennspannung von 630 V und einen Strom von 12 A. Die S-Kodierung ist auch als 2 + PE-Variante für 230 V und 16 A verfügbar.

Die T-Kodierung wurde für DC-Applikationen konzipiert, auch sie hat 4 Kontakte. Sie kann einen Strom von 12 A pro Pin bei maximal 63 V Spannung übertragen. Aufgrund der Marktrelevanz und der Nachfrage nach einem 7/8-Zoll-Ersatz wurden im Jahr 2013 weitere Kodierungen für 5- und 6-polige Endverbraucher entwickelt und mit in die Norm IEC-61076-2-111 aufgenommen.

Die K-Kodierung ist wie die S-Kodierung für AC-Applikationen gedacht. Sie verfügt über 5 Kontakte: 4 Leiter + PE. Die Nennspannung beträgt 630 V, und gemäß der Norm kann ein Strom von 12 A übertragen werden.

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