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Die L-Kodierung ist – wie die T-Kodierung – für DC-Anwendungen gedacht. Zusätzlich zu den 4 Leitern besitzt sie einen Funktionserde-Kontakt. Bei einer Spannung von 63 V können 16 A Strom übertragen werden.
Als dritte Kodierung wurde 2013 M eingereicht. Sie kann 630 V AC Spannung und 8 A Strom über 5 Leiter übertragen. Zusätzlich steht ein Schutzleiter zu Verfügung.
M12-Steckgesicht am Limit
Das Beispiel der K-Kodierung zeigt, dass mit den M12-Power-Steckgesichtern das Limit bezüglich Luft- und Kriechstrecken nahezu erreicht ist. Das Steckgesicht der Kodierung definiert sich nach folgenden Anforderungen:
Bauraum: Das Außenmaß beträgt 12 mm am Rändel. Für das Steckgesicht (Kontaktträger) steht nur noch ein Bauraum mit dem Durchmesser von 8,9 mm zur Verfügung.
5 Pole/Spannung 630 V AC: Aus diesen Parametern resultieren die Luft- und Kriechstrecken, die bei einer Spannung von 630 V nicht zu vernachlässigen sind.
PE-Kontakt aufgrund der Position und Spannung: Die Position des PE-Kontakts muss an der Außenwand des Kontaktträgers liegen, damit eine Kontaktierung des metallisch leitenden M12-Rändels möglich ist. Somit ist der Schutz gegen einen elektrischen Schlag sichergestellt. Außerdem sind geschirmte Kabelvarianten im Fehlerfall sicherer.
Invertierter PE-Kontakt: Mit dem invertierten PE-Kontakt wurde eine größere mechanische Kodierung geschaffen – damit erhöht sich die Fehlstecksicherheit deutlich.
Strombelastbarkeit von 1,5 mm ø pro Kontakt: Hier liegt der Wert nach IEC-61076-2-111 bei 12 A, mit 16 A wird er von den M12-Steckverbindern von Phoenix Contact deutlich übertroffen.
Steckverbinder und Reihenklemmen
Anschlusstechnik für eine intelligente Vernetzung
Die Geometrie der K-Kodierung wurde so entwickelt, dass eine gleichmäßige Anordnung der Kontakte gewährleistet wird. So werden die geforderten Luft- und Kriechstrecken eingehalten, die wiederum mit einer Verschachtelung des Isolierkörpers umgesetzt werden.
Ein weiterer Aspekt für die Auslegung des Steckgesichtes war die Herstellbarkeit der Kunststoffkomponenten. Hier wurde besonders darauf geachtet, dass die entsprechenden Wandstärken prozesssicher gefüllt werden können.
Produkte mit Kodierung für M12 Power
Bereits ein Jahr nach der Normierung der M12-Power-Kodierungen S und T hat Phoenix Contact 2013 die ersten Steckverbinder auf den Markt gebracht. Mit den nach UL 2237 und nach CSA C22.2 No. 182.3 approbierten Produkten lässt sich zum Beispiel eine dezentrale DC-Energieverteilung an einer Maschine realisieren, was sich mit Verteilerboxen, konfektionierten M12-Leitungen, frei konfektionierbaren Steckverbindern und Y-Verteilern problemlos umsetzen lässt.
Steckverbinder
Geschirmte Steckverbinder schnell und einfach konfektioniert
Das M12-Steckverbindersystem bietet dem Anwender einen standardisierten Signal- und Datenanschluss sowie jetzt auch eine Industrie-4.0-taugliche Schnittstelle zur Energieübertragung. Die neue Baugröße ermöglicht ein kompaktes Geräte-Design, wobei auf Komfort und Qualität nicht verzichtet werden muss. Durch die Normung erhalten Anwender Sicherheit in Bezug auf die Austauschbarkeit zwischen Steckverbinder-Anbietern und Geräteherstellern – eine sichere Grundlage für die Planung und Akzeptanz zukünftiger Gerätegenerationen. (sh)
* Tobias Dietel ist staatl. geprüfter Elektrotechniker und arbeitet im Bereich Industrial Field Connectivity bei der Phoenix Contact GmbH & Co. KG
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