PCF Leitfaden vereinfacht die Berechnung des Product Carbon Footprint 

Quelle: Fraunhofer IWU 2 min Lesedauer

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Factory-X hat mit der „PCF Guidance“ einen Leitfaden zur Ermittlung von Product Carbon Footprints in der diskreten Fertigung veröffentlicht. Das Dokument ergänzt das Catena-X-Regelwerk um konkrete Berechnungsmethoden und Praxisbeispiele.

Der neue Leitfaden PCF Guidance von Factory-X hilft, die CO2-Anteile eines Produkts standardisiert, nachvollziehbar und bis auf Bauteilebene zu ermitteln.(Bild:  Fraunhofer IWU I KI-generiert)
Der neue Leitfaden PCF Guidance von Factory-X hilft, die CO2-Anteile eines Produkts standardisiert, nachvollziehbar und bis auf Bauteilebene zu ermitteln.
(Bild: Fraunhofer IWU I KI-generiert)

Wie lässt sich der CO₂-Fußabdruck eines Bauteils oder Produkts über die gesamte Lieferkette hinweg nachvollziehbar bestimmen? Diese Frage gewinnt für Maschinen- und Anlagenbauer ebenso an Bedeutung wie für Zulieferer. Kunden fordern zunehmend belastbare Produkt- und Materialdaten – auch mit Blick auf künftige regulatorische Anforderungen wie den Digitalen Produktpass. 

Eine Orientierung bietet nun die neue „PCF Guidance“ der Plattform Factory-X. An dem Leitfaden hat unter anderem das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU mitgearbeitet. Das Dokument beschreibt, wie Unternehmen den Product Carbon Footprint (PCF) eines Produkts standardisiert, automatisiert und unternehmensübergreifend berechnen können.

CO₂-Fußabdruck bis auf Bauteilebene

Der Leitfaden konzentriert sich auf die diskrete Fertigung – also auf Produkte, die aus einzelnen Komponenten oder Baugruppen bestehen. Für die Berechnung eines Cradle-to-Gate-PCF werden sämtliche relevanten Emissionsbeiträge bis zum Fabriktor zusammengeführt. Dazu zählen unter anderem:

  • Rohstoffe und Materialien wie Stahl, Aluminium oder Kunststoff, 
  • Transporte und vorgelagerte Lieferantenprozesse,
  • Energieverbräuche von Maschinen und Anlagen,
  • Hilfsstoffe, Verpackungen und Ausschuss.

Das Ergebnis wird typischerweise in Kilogramm CO₂-Äquivalent pro Produkt angegeben. Ziel ist es, die Emissionen möglichst verursachungsgerecht einzelnen Bauteilen zuzuordnen.

Praxisbeispiele für Fräsen, Schmieden und 3D-Druck

Die „PCF Guidance“ enthält drei detaillierte Berechnungsbeispiele aus der Fertigung: für ein Frästeil, ein Schmiedeteil und eine additiv gefertigte Dämpfergabel. Sie zeigen, welche Datenquellen sich nutzen lassen und wie Unternehmen unter anderem Ausschuss, Verpackungen und Transporte in die Berechnung einbeziehen können.Darüber hinaus erläutert der Leitfaden, wie sich Emissionen in Mehrproduktfertigungen verteilen lassen. Dafür stellt er die Methoden der Prozessunterteilung („Process Subdivision“), der Systemerweiterung („System Expansion“) sowie der physischen und wirtschaftlichen Allokation vor. 
Um den Anteil von Schätzungen möglichst gering zu halten, empfiehlt das Dokument eine genaue räumliche und zeitliche Erfassung der Prozesse – beispielsweise durch Submetering und die Auswertung vorhandener Produktionsdaten. Ergänzend enthält die „PCF Guidance“ Praxisbeispiele zur Zuordnung von Gebäudeemissionen, Stillstandszeiten und Maschinenverbräuchen.

Ergänzung zum Catena-X Rulebook

Die „PCF Guidance“ basiert auf dem Catena-X PCF Rulebook V4.0. Während Catena-X grundlegende Standards auf einer höheren Abstraktionsebene und mit einem Schwerpunkt auf der Automobilindustrie definiert, erweitert Factory-X den Ansatz um konkrete Anforderungen der diskreten industriellen Fertigung.Über den Factory-X-Datenraum sollen Lieferanten und Kunden PCF-Daten standardisiert austauschen können. Dabei bleibt die Datenhoheit bei den beteiligten Unternehmen. Gerade bei arbeitsteiligen Herstellungsprozessen über mehrere Unternehmensgrenzen hinweg soll der automatisierte Datenaustausch die Ermittlung eines Cradle-to-Gate-PCF vereinfachen.

Der Leitfaden richtet sich insbesondere auch an kleine und mittlere Unternehmen, die für die Erfassung und Auswertung von Emissionsdaten nur begrenzte personelle und technische Ressourcen zur Verfügung haben.

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