gesponsertKabelmanagement Kabelschutz für bewegte Verbindungen

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In Erfurt werden Wagenübergangskabel in Combino-Straßenbahnen ertüchtigt. ABB liefert dafür mit PMA Wellrohre, Anschlusstechnik und mit PMA Trust eine modulare Halterlösung, die Kabelschutz nicht nur befestigt, sondern dynamische Bewegung konstruktiv berücksichtigt.

Flexibilität trifft auf Robustheit: Der Wagenübergang der Erfurter Straßenbahnen ist ein Härtetest für jeden mechanischen Kabelschutz.(Bild:  © Barbara Neumann / Erfurter Verkehrsbetriebe AG)
Flexibilität trifft auf Robustheit: Der Wagenübergang der Erfurter Straßenbahnen ist ein Härtetest für jeden mechanischen Kabelschutz.
(Bild: © Barbara Neumann / Erfurter Verkehrsbetriebe AG)

Kabelschutz ist in Schienenfahrzeugen selten sichtbar. Für Fahrgäste zählt, dass die Straßenbahn zuverlässig fährt. Für Konstrukteure, Betreiber und Instandhalter entscheidet sich diese Zuverlässigkeit jedoch oft an Stellen, die im Alltag kaum jemand wahrnimmt. Eine davon ist der Wagenübergang. Dort verbinden Kabel und Leitungen bewegliche Fahrzeugteile miteinander. Sie müssen Kurvenfahrten folgen, Schwingungen aufnehmen und zugleich gegen Abrieb, Feuchtigkeit, UV-Strahlung, Schmutz, Witterung und mechanische Beanspruchung geschützt bleiben.

In bewegten Anwendungen geht es nicht nur darum, Kabelschutzrohre festzuhalten. Entscheidend ist, die reale Bewegung der Anwendung zu verstehen und konstruktiv zuzulassen.

Michael Greubel, Produkt-Marketing-Spezialist bei ABB

Damit wird der Wagenübergang zu einer anspruchsvollen Anwendung für den mechanischen Kabelschutz. Denn in dieser dynamischen Umgebung reicht es nicht, Leitungen möglichst fest zu fixieren. Wird ein Wellrohr in seiner Bewegung eingeschränkt, entstehen Spannungen an den immer gleichen Stellen. „In bewegten Anwendungen geht es nicht nur darum, Kabelschutzrohre festzuhalten. Entscheidend ist, die reale Bewegung der Anwendung zu verstehen und konstruktiv zuzulassen“, erklärt Michael Greubel, Produkt-Marketing-Spezialist für PMA-Produkte bei ABB.

Retrofit-Aufgabe im Wagenübergang

Vor dieser Aufgabe stand die Erfurter Verkehrsbetriebe AG. Als zentraler Mobilitätsdienstleister betreibt die EVAG den öffentlichen Nahverkehr in Erfurt und der Region. Wie viele Verkehrsbetriebe arbeitet sie daran, Fahrzeuge technisch aktuell zu halten, digitale Funktionen nachzurüsten und die Flotte wirtschaftlich weiter zu nutzen. Im Projekt „Etherneteinbau in allen EVAG Combinos Straßenbahnen“ werden die Fahrzeuge mit Cat.-7-Kabeln nachgerüstet. Auf ABB-Seite begleitete Holger Quest, Handelsvertreter von ABB Kabelschutz & Kabelmanagement und zentraler Vertriebsansprechpartner für die EVAG, das Projekt maßgeblich. Im Zuge der Arbeiten zeigte sich, dass die ursprünglich verbauten Wagenübergangskabel zahlreiche Defekte aufwiesen.

Die Ursache lag nicht allein in den rauen Einsatzbedingungen. In den Fahrzeugen waren Anschlusstechnik und Wellrohre aus unterschiedlichen Systemwelten kombiniert worden. Hinzu kam eine Galgenaufhängung mit Haltern, die dem Wellrohr keine ausreichende axiale Bewegungsmöglichkeit ließ. In einem Bereich, der bei jeder Kurvenfahrt arbeitet, führte diese starre Führung zu Brüchen. ABB Kabelschutz & Kabelmanagement entwickelte deshalb eine Lösung, bei der die vorhandenen Kabel weiterverwendet werden können, während Wellrohre, Anschlusstechnik und Halterung zur tatsächlichen Bewegung im Wagenübergang passen.

Wir betrachten Kabelschutz und Kabelmanagement heute noch stärker als zusammenhängendes System.

Jannik Schlegel, Product Marketing bei ABB

Systemlösung statt Einzelkomponente

Diese Sichtweise passt zu einer organisatorischen Entwicklung bei ABB: 2026 wurden die Produktbereiche PMA Kabelschutz und IK Kabelmanagement zum gemeinsamen Bereich ABB Kabelschutz & Kabelmanagement zusammengeführt. Damit rücken mechanischer Kabelschutz, Kabelbefestigung und Kabelverlegung enger zusammen. Erst ihr Zusammenspiel entscheidet darüber, ob eine Installation den Belastungen im Betrieb standhält. „Wir betrachten Kabelschutz und Kabelmanagement heute noch stärker als zusammenhängendes System“, sagt Jannik Schlegel, Product Marketing Manager Kabelschutz & Kabelmanagement bei ABB.

Bei Multilayer-Wellrohren lassen sich verschiedene Materialien bei der Innen-, Mittel- und Außenschicht einsetzen, wodurch sich gezielte Eigenschaften kombinieren lassen.
(Bild: ABB)

Bei der EVAG kommen Multilayer-Wellrohre XPCSF in den Nennweiten 29 und 36, PMAFIX Pro NKNKZ als Anschlusstechnik sowie Mehrfachhalter BGPM in einer Sonderausführung für die Galgentechnik zum Einsatz. Das Schlüsselbauteil ist der bewegliche Einsatz BGPMB des PMA-Trust-Systems. Er erlaubt dem Wellrohr definierte Beweglichkeit im Halter. Das Rohr wird nicht starr gegen seine Bewegungsrichtung gehalten, sondern kann axiale Bewegungen mitvollziehen. Eine Kamerabeobachtung während der Probefahrt bestätigte: Bewegung wird kontrolliert zugelassen und reduziert gerade in Kurvenfahrten den Stress auf Rohr und angrenzende Komponenten.

Modularität für reale Einbauräume

Herzstück des PMA-Trust-Systems ist der BGPM-Systemhalter. Durch sein Design sind die Außenabmessungen auf ein Minimum reduziert und die Abstände zwischen parallelen Wellrohren sehr gering.
(Bild: ABB)

PMA Trust wurde speziell für Anwendungen entwickelt, in denen parallel verlaufende Kabelschutzrohre und Kabel sicher, platzsparend und variabel befestigt werden müssen. Der BGPM-Systemhalter ist als modulares Haltersystem aufgebaut und lässt sich über Einsätze und Zubehör an unterschiedliche Rohr- und Kabelkombinationen anpassen. Reduzierstücke ermöglichen kleinere Nennweiten, Kabelklemmadapter sichern Kabel, Füllstücke gleichen Einbausituationen aus, und der bewegliche Einsatz ergänzt den Halter um Beweglichkeit.

Diese Modularität ist dort wertvoll, wo Einbauräume nicht frei geplant werden können. In Bestandsfahrzeugen sind Leitungswege, Befestigungspunkte und Bauraum häufig vorgegeben. Konstrukteure können aus standardisierten Komponenten anwendungsspezifische Lösungen aufbauen, Instandhalter gewinnen Flexibilität bei Montage und Ersatzteilhaltung. „Gerade der bewegliche Einsatz zeigt, dass sichere Befestigung und notwendige Beweglichkeit kein Widerspruch sein müssen“, betont Michael Greubel.

Gerade bei Einbausituationen mit stetiger Bewegung zählt nicht nur die einzelne Komponente, sondern das Zusammenspiel aus Schutzrohr, Anschlusstechnik und Halterung.

Michael Greubel, Produkt-Marketing-Spezialist bei ABB

Bestehende Flotten nachhaltig ertüchtigen

Im Erfurter Projekt zeigt sich dieser Nutzen besonders deutlich. Die vorhandenen Kabel von Huber+Suhner können im Fahrzeug bleiben. Erneuert werden die Komponenten, die Schutz, Anschluss und Führung übernehmen. Damit verlängert die EVAG die Nutzbarkeit ihrer Combino-Straßenbahnen und behebt ein konkretes Schadensbild. Die XPCSF-Mehrschicht-Wellrohre ergänzen diesen Systemansatz: Im Bahnsektor zählen Druck- und Schlagfestigkeit, Witterungs- und UV-Beständigkeit, chemische Beständigkeit und geeignetes Brandschutzverhalten. In Wagenübergängen kommt die dauerhafte Wechselbewegung hinzu. Deshalb ist die Kombination mit passender Anschlusstechnik und einer Halterung, die Bewegungen nicht verhindert, so wichtig.

Vom Einzelfall zum Systemgedanken

„Das Projekt zeigt sehr gut, dass Kabelschutz immer zur konkreten Anwendung passen muss. Gerade bei Einbausituationen mit stetiger Bewegung zählt nicht nur die einzelne Komponente, sondern das Zusammenspiel aus Schutzrohr, Anschlusstechnik und Halterung“, sagt Michael Greubel, Produkt-Marketing- Spezialist für PMA-Produkte bei ABB. „So entsteht aus einem Retrofit-Projekt eine Lösung, die auch für andere dynamische Anwendungen beispielhaft sein kann.“

Warum Beweglichkeit im Kabelschutz zählt

Der BGPM-Systemhalter bildet das Herzstück von PMA Trust. Er führt Wellrohre und Kabel sicher, nutzt Bauraum effizient: kompakte Außenabmessungen und geringe Abstände zwischen parallel geführten Wellrohren ermöglichen platzsparende Installationen. 

Für Konstrukteure ist vor allem die modulare Auslegung von Vorteil. Der Halter ist in 1-, 2-, 3- und 4-fach-Ausführung erhältlich und deckt Wellrohr-Nennweiten von 10 bis 48 mm ab. Zubehör wie Reduzierstück, Kabelklemmadapter, Füllstück und beweglicher Einsatz erlauben eine einfache Anpassung an unterschiedliche Einbausituationen. 

In dynamischen Anwendungen kommt dem BGPMB-Einsatz eine Schlüsselrolle zu: Er ermöglicht 360°-Drehbarkeit und 9° Auslenkung. So werden Torsionsbelastungen reduziert und Wellrohre können Bewegungen aufnehmen, statt starr belastet zu werden. Hohe Schlagfestigkeit, gleichmäßige Kraftverteilung und Kompatibilität mit Wellrohren der Produktlinien PMAFLEX, PMAFLEX Pro und PMA Smart-Line unterstützen langlebige und zuverlässige Kabelschutzlösungen.

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