Suchen

Lineartechnik

Hubsäule ermöglicht ergonomisches Arbeiten in Reinräumen

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

RK Rose+Krieger hat mit der neuen Hubsäule für Reinräume eine Marktnische besetzt – und zwar in sachen ergonomische Arbeitsplatzsysteme. Wie die Lösung aussieht und wie das Unternehmen solche Ideen zur Produktneuentwicklung umsetzt, zeigen wir hier.

Firmen zum Thema

Links ein herkömmlicher, statischer Laborarbeitsplatz, der lediglich das Arbeiten in der sitzenden Position erlaubt; daneben ein ergonomischer Arbeitsplatz, der sich mit Multilift-II-Hubsäulen von RK Rose+Krieger stufenlos in der Höhe verstellen lässt.
Links ein herkömmlicher, statischer Laborarbeitsplatz, der lediglich das Arbeiten in der sitzenden Position erlaubt; daneben ein ergonomischer Arbeitsplatz, der sich mit Multilift-II-Hubsäulen von RK Rose+Krieger stufenlos in der Höhe verstellen lässt.
(Bild: RK Rose+Krieger GmbH)

Bereits zum siebten Mal in Folge wurde RK Rose+Krieger mit dem TOP 100 Award ausgezeichnet. Und das nicht ohne Grund: Das Unternehmen lebt die kontinuierliche Verbesserung. Dabei werden die systematischen Innovationsprozesse des Unternehmens regelmäßig auf Basis der japanischen Management-Verbesserungsmethode „Kaizen“ überprüft und überarbeitet. „Wer Komponenten für einen nahezu unbegrenzten Markt herstellt, hat Herausforderungen der besonderen Art zu bewältigen“, erklärt Geschäftsführer Hartmut Hoffmann und Maximilian Tischler, Produktmanager Lineartechnik, ergänzt: „In der heutigen Zeit wird es immer schwieriger sich gegen seine Marktbegleiter durchzusetzen. Wir versuchen dies, indem wir unseren Kunden Qualitätsprodukte anbieten, die sich durch Alleinstellungsmerkmale auszeichnen.“ Daher gilt es immer neue Marktnischen zu eruieren.

Marktnischen aufspüren

Um diese Nischen aufzuspüren und Ideen für Produktneuentwicklungen zu finden, nutzt das Unternehmen unterschiedliche Informationsquellen. Beispielsweise befragt RK Rose+Krieger auf Messen Kunden und Interessenten nach Verbesserungswünschen oder künftigen Anforderungen. Doch auch Marktbeobachtungen und Wettbewerbsanalysen liefern entscheidende Anhaltspunkte für Neuentwicklungen. Letztendlich wird die gesamte Vertriebsorganisation in den Ideenprozess für Neuentwicklungen mit eingebunden.

Bildergalerie

Während des gesamten Prozesses trägt jeweils der Produktmanager die Verantwortung für seinen Produktbereich. Auf Basis seiner Anforderungen wird der Produktentstehungsprozess initiiert. Bei jedem Meilenstein des Projektes prüfen Geschäftsführung, technische Leitung und Vertrieb, ob dies fortgeführt wird oder nicht. Überzeugen die Resultate, gibt es schließlich die Freigabe zur Produktion. Auch kundenspezifische Lösungen werden im Wesentlichen auf diese Weise entwickelt.

Ergonomischer Arbeitsplatz im Reinraum

Ein Beispiel für die Entwicklung einer solchen Innovation ist die Reinraum-Hubsäule Multilift II Clean. „Im Markt für Hubsäulen herrscht eine hohe Wettbewerbsdichte“, sagt Maximilian Tischler, der dieses Produktfeld verantwortet. Auf der Suche nach einer neuen Marktnische stieß er auf den Bereich der ergonomischen Arbeitsplatzsysteme im Reinraum und eruierte hierfür den Bedarf in der Industrie.

Der Mensch stellt die größte Partikelquelle im Reinraum dar. Daher wird grundsätzlich versucht, den Automatisierungsgrad hier zu steigern. Dennoch gibt es im Reinraum noch viele manuellen Tätigkeiten, die von Mitarbeitern selbst durchgeführt werden. Dazu zählen beispielsweise Endmontage-, Reinigungs- oder auch Verpackungsschritte.

Unterschiedliche Reinraumklassen

Ein wesentlicher Grund dafür sind die überaus hohen Unterhaltungskosten für einen Reinraum. Je höher die Reinraumklasse, desto umfangreicher sind Aufwand und Kosten für immer komplexere Lüftungs- und Filtersysteme. Dementsprechend setzen Unternehmen häufig auf sogenannte Zonenkonzepte. Fertigungsschritte an besonders sensiblen Bauteilen werden beispielsweise vollkommen automatisiert unter absolut sterilen Bedingungen in einem Reinraum der ISO Klasse 1 durchgeführt. Andere Prozesse, bei denen Kleinstpartikel nicht zu einer Fehlfunktion des Endproduktes führen können, werden in ISO-Klassen 5 bis 9 und größtenteils von Mitarbeitern erledigt.

Damit stand fest: vor allem in Reinräumen der Klassen 7 bis 9, in denen Menschen arbeiten, wären höhenverstellbare Arbeitsplätze zwar wünschenswert, ließen sich jedoch aufgrund der geltenden Emissionsvorschriften bislang nur schwer realisieren. Schwachstelle ist die Hubsäule, die für die Auf- und Abwärtsbewegung des Arbeitstisches sorgt und damit zur Ergonomie des Arbeitsplatzes beiträgt.

Doch herkömmliche Hubsäulen verursachen durch ihre Bewegung und ihren Gleichstrommotor einen inakzeptabel hohen Partikelausstoß. Schließlich können bereits winzige Partikel zur Kontamination der Produkte und damit zu Fehlfunktionen führen.

Platz 1:  	<a href=Acht Tipps für das perfekte ergonomische Sitzen – Wer lange am Schreibtisch sitzt, kennt das Problem: Mangelnde Bewegung und falsche Körperhaltung führen zu Rücken- und Nackenschmerzen. Wir geben Tipps, wie man seinen Arbeitsplatz richtig einrichtet und eine gesunde Körperhaltung fördert. " data-src="https://cdn1.vogel.de/2I9iu1_ZUye64c5SpgAttZvEYqs=/320x180/smart/filters:format(jpg):quality(80)/images.vogel.de/vogelonline/bdb/1350500/1350589/original.jpg" data-sizes="auto" src="https://cdn1.vogel.de/-cdF7JPnq6W9eiD27zyLdlKNzAs=/320x180/filters:quality(1)/cdn4.vogel.de/infinity/white.jpg" />
Ergonomisch arbeiten

Acht Tipps für das perfekte ergonomische Sitzen

Bedarf erkannt und Multilift II Fit entwickelt

Der Bedarf war also grundsätzlich gegeben. Schnell stellte sich überdies heraus, dass es noch keine Standard-Hubsäule speziell für den Reinraum gab. Die Recherche bei Kunden, die in Reinräumen fertigen und bei Anbietern von Arbeitsplatzsystemen für Reinräume ergab, dass in der Regel statische Lösungen genutzt werden. „Als feststand, dass es einen Bedarf geben würde, wenn nur das entscheidende Kriterium der Partikelemission in den Griff zu bekommen wäre, begannen wir, unseren Multilift II Fit für den Reinraum zu machen“, sagt Maximilian Tischler.

Die Multilift-II-Hubsäule aus dem Lineartechnik-Portfolio von RK dient zur stufenlosen Höhenverstellung von Arbeitstischen, Vorrichtungen, Montagearbeitsplätzen und vergleichbaren Applikationen. Sie gleichen Größenunterschiede der Mitarbeiter aus und verbessern damit die Arbeitsergonomie. Die Antriebselemente bieten neben der motorischen Verstellung auch eine stabile Führung. Ihre schmale Bauform bietet einen zusätzlichen Raumgewinn und da sich dennoch die gesamte Technik im Inneren der Hubsäule versteckt, ist nicht einmal eine Verkleidung erforderlich.

Die Hubsäule kann einzeln oder im Sychronverbund mit bis zu 16 Antrieben betrieben werden. Zur Produktfamilie gehören neben der zweistufigen Standardvariante auch die teleskopierende Ausführung Multilift II Telescope und der Multilift II Impact mit integriertem Dämpfungssystem zur Absorption hoher Aufprallkräfte. Der Multilift II ESD mit elektrisch leitfähig verbundenen Profilen und der Multilift II Safety mit integrierter Absturzsicherung für Überkopfanwendungen ergänzen die Produktreihe.

Erfahrung mit Reinraumanwendungen

Bei der Entwicklung der Reinraumhubsäule konnten die Konstrukteure von RK Rose+Krieger auf die Erfahrung bei der Konzeption der Profil-Lineareinheit RK Duoline Clean für Reinraumanwendungen zurückgreifen. „Wir hatten bei der Reinraumachse eng mit dem Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA zusammengearbeitet und dort auch den Partikelemissionstest durchführen lassen. Auf diese Kontakte konnten wir uns auch bei der Entwicklung des Multilift II Clean verlassen“, sagt Tischler.

Die Zielsetzung für die Hubsäule war klar: Der Multilift II Clean musste mindestens die Reinraumklasse 7 erreichen, um überall dort eingesetzt werden zu können, wo Mitarbeiter unter Reinraumbedingungen ihre Tätigkeiten durchführen. RK Rose+Krieger entwickelte daher zur Minimierung des Partikelausstoßes eine spezielle Ummantelung für den bürstenbehafteten Gleichstrommotor. Diverse Tests beim IPA mit unterschiedlichen Prototypen untermauerten die technische Machbarkeit. Getestet wurde unter typischen Anwendungsbedingungen: vertikale Einbaulage, Hublänge 400 mm und eine Einschaltdauer von 10% für die gelegentliche Verstellung des Arbeitsplatzsystems.

Zertifizierung: Erwartungen übertroffen

Den Nachweis der Reinraumtauglichkeit des heutigen Multilifts II Clean erbrachte ein Partikelemissionstest nach DIN EN ISO 14644-1, den das IPA durchführte und der die Hubsäule für den Einsatz in Reinräumen bis zur weltweit gültigen Klasse 4 – und damit höher als anvisiert – zertifizierte. (sh)

Motek 2018: Halle 4, Stand 4410

SEMINARTIPPIn dem Seminar „Zeit- und Selbstmanagement für Ingenieure und Techniker“ lernen die Teilnehmer die Hintergründe und Vorteile des Selbst- und Zeitmanagements kennen. Es wird gezeigt, wie man die Theorie im Alltag praxisgerecht anwenden kann.
Weitere Informationen

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45445031)