Mobilitätskonzept Eine Fahrzeugkapsel für Straße, Schiene und Seilbahn

Quelle: DLR 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Eine Kapsel, mehrere Verkehrsmittel: Das EU-Projekt Pods4Rail entwickelt ein automatisiertes Mobilitätskonzept, das Personen und Güter nahtlos von der Straße auf die Schiene und bei Bedarf sogar in die Seilbahn bringt.

Das neue modulare Konzept soll den Verkehr auf Schiene und Straße näher zusammenbringen.(Bild:  Pods4Rail project group, ©moodley)
Das neue modulare Konzept soll den Verkehr auf Schiene und Straße näher zusammenbringen.
(Bild: Pods4Rail project group, ©moodley)

Im EU-Projekt Pods4Rail haben das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Partner aus Forschung und Industrie ein neuartiges, automatisiertes Mobilitätskonzept entwickelt. Ziel ist es, den Schienenverkehr enger mit der Straße und Seilbahnen zu verknüpfen.Im Mittelpunkt stehen standardisierte Kapseln, sogenannte Pods, die mit mobilen Trägereinheiten für unterschiedliche Verkehrsmittel kombiniert werden. Die Trägereinheiten übernehmen jeweils Fahrwerk, Antrieb, Energieversorgung und weitere technische Systeme. So soll die Kapsel selbst nicht umgeladen werden müssen, wenn sich der Verkehrsträger ändert.

Personen und Güter bleiben die ganze Zeit in der gleichen Kapsel und werden bei Bedarf mit ihr auf eine andere Trägereinheit umgeladen. Dieses Prinzip bezeichnet das Projekt als „Supermodalität“.

DLR-Forscher Manuel Osebek

Eine Kapsel könnte beispielsweise auf einer Straßen-Trägereinheit starten und an einem Verkehrsknotenpunkt automatisiert auf eine Schienen-Trägereinheit wechseln. Für längere Strecken bildet die Schiene aufgrund ihrer hohen Kapazität und Energieeffizienz das Rückgrat des Konzepts. Auch die Einbindung von Seilbahnen wurde untersucht.

Bildergalerie

Technik für automatisierten Wechsel

Ein Schwerpunkt des Projekts lag auf der technischen Umsetzung des Systems. Das DLR untersuchte unter anderem modulare und leichte Fahrzeugstrukturen, den Energiebedarf, die Klimatisierung der Kapseln sowie die Schnittstellen zwischen Kapsel und Trägereinheit.Weitere Arbeiten befassten sich mit automatisierten Verriegelungs- und Umschlagsystemen. Dabei muss die Kapsel sicher mit unterschiedlichen Trägereinheiten verbunden und zuverlässig wieder von ihnen gelöst werden können. Auch die Kommunikation zwischen Fahrzeugen, Infrastruktur und Verkehrsmanagement war Bestandteil der Untersuchungen.Darüber hinaus analysierte das Projektteam Anforderungen an Normen, Zulassungsverfahren und die Sicherheit im Straßen- und Schienenverkehr. Die Ergebnisse flossen in funktionale Anforderungen an die Kapseln, Trägereinheiten und das Gesamtsystem ein.

Grundlage für weitere Entwicklung

Pods4Rail wurde mit 15 Beteiligten aus sieben europäischen Ländern umgesetzt und mit rund drei Millionen Euro von der Europäischen Union im Rahmen von Europe’s Rail und Horizon Europe gefördert. Das DLR war mit fünf Instituten beteiligt.Die Projektergebnisse sollen als Grundlage für die Weiterentwicklung und Erprobung einzelner Komponenten dienen. In einem nächsten Schritt müssen unter anderem die Zulassung, Wirtschaftlichkeit und Integration in bestehende Verkehrsnetze untersucht werden. Das geplante Nachfolgeprojekt „PREFER“ (Pods and Regional Flexible Efficient Rolling Stock) soll voraussichtlich noch in diesem Jahr unter Leitung des DLR starten.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung