Schubkette

Die Kette, die wie eine Stange funktioniert

| Redakteur: Ute Drescher

Im Antriebsgehäuse sitzt ein Ritzel, welches in die Zwischenglieder der Kette eingreift und die Kette Glied um Glied bewegt.
Im Antriebsgehäuse sitzt ein Ritzel, welches in die Zwischenglieder der Kette eingreift und die Kette Glied um Glied bewegt. (Bild: Grob Antriebstechnik)

Die Schubkette ist flexibel wie eine Kette, kann aber die Arbeit eines Hubzylinders verrichten. Sie kann ziehen und schieben – mit nur einem Antrieb und ohne Platz zu verschwenden.

Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch wirkt, ist bei genauerem Hinsehen eine geniale Lösung in der linearen Antriebstechnik. Dort werden Materialien verschoben, Maschinen positioniert, Plattformen verfahren und Güter ein- und ausgelagert – gefordert sind in allen Fällen lineare Bewegungen. Hier ist die „Schubkette“, wie sie die Grob GmbH Antriebstechnik anbietet, die technologische Basis für immer neue Ideen, um lineare Bewegungen klug, platzsparend und günstig auszuführen.

Eine Idee, viele Möglichkeiten

Eine Last kann entweder geschoben oder gezogen werden. Passende Antriebselemente sind entweder ein Hubzylinder oder eine motorgetriebene Kette. Beide Varianten haben Nachteile:

  • „Normale“ Ketten können nur ziehen und brauchen für die Hin- und Herbewegung zwei Antriebe.
  • Hubzylinder sind starr, sie können sowohl ziehen als auch schieben. Doch Hubzylinder brauchen einen Rückzugsraum, der noch einmal die Länge der Transferdistanz ausmacht und sich in derselben Linie erstreckt. Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Hubzylinder müssen doppelt so lang sein wie die Distanz und sind dann doch nicht flexibel, wenn es eng wird.

Ideal wäre eine Kombination aus Zylinder und Kette ohne die erwähnten Nachteile, universell einsetzbar und zugleich wirtschaftlich. Ein solches Allround-Talent gibt es: die Schubkette, die einerseits flexibel wie eine Kette ist und andererseits die Arbeit eines Hubzylinders verrichten kann. Mit anderen Worten: Sie kann ziehen und schieben - und das mit nur einem Antrieb und ohne Platz zu verschwenden.

Arbeitet in beide Richtungen

Die Schubkette ist ein Spezialprodukt in der linearen Antriebstechnik, die dann ihre wahre Stärke ausspielt, wenn es eng zugeht. Die Schubkette besteht aus speziell geformten, hoch präzisen mechanischen Kettengliedern. Die Kettenglieder greifen formschlüssig ineinander über und stützen sich gegenseitig ab. Das Besondere an der Schubkette im Gegensatz zu einer „normalen“ Kette ist, dass sie in beide Richtungen arbeitet.

Im Antriebsgehäuse sitzt ein Ritzel, welches in die Zwischenglieder der Kette eingreift und die Kette Glied um Glied bewegt, und zwar in beide Richtungen, also sowohl vor als auch zurück. Die Kette hat zwei lose Enden. An einem Ende wird die zu bewegende Last befestigt. Das andere Ende wird frei geführt und in der Regel in einem Speicher aufgerollt. Das spart enorm viel Einbauplatz und ist zugleich der Hauptvorteil der Schubkette.

So „schiebt“ die Kette

Über das Antriebselement, in der Regel ein Elektromotor, wird Schubkraft auf die Kettenglieder eingeleitet. Jetzt drücken die Schultern der einzelnen Kettenglieder gegeneinander und bilden eine starre Einheit. Und damit können sie die Last heben oder schieben. So wird aus der Kette eine Stange, die an Reichweite, Belastbarkeit, Geschwindigkeit und Präzision den Zylinder sogar noch übertrifft. Zudem kann die Schubkette praktisch „unendlich“ lang sein, während ein Hubzylinder nicht einfach verlängert werden kann.

So „zieht“ die Kette

In die andere Richtung, beim Ziehen, funktioniert sie wie eine normale Kette. Der nicht belastete Teil der Schubkette ist allerdings nur halb so lang und muss nicht parallel zum Verfahrweg gespeichert werden, sondern lässt sich dorthin umlenken, wo genügend Platz ist. Dabei kann die Schubkette wie ein Seil aufgerollt werden. Hauptvorteil: Die Schubkette lässt sich dort aufrollen und speichern, wo Platz ist.

Die Schubkette ist ein rein mechanischer Bewegungsaktuator und damit umweltfreundlich, zuverlässig und wartungsarm. Für fördertechnische und lineare Antriebslösungen ist sie in vielen Fällen die einzig sinnvolle Antriebslösung. (ud)

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