Hannover Messe Was die Industriemesse mit Fischbrötchen verbindet

Quelle: Deutsche Messe AG 4 min Lesedauer

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Als die Deutsche Messe 1947 in der Nachkriegszeit in Hannover gegründet wurde, erahnte noch niemand den Erfolg der ersten Exportmesse im gleichen Jahr: An den 21 Messetagen kamen rund 736.000 Besucher aus 53 Ländern nach Hannover. Und zu jeder Eintrittskarte gab es bei der Erstauflage ein Fischbrötchen und ein Glas Messe-Wein. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg liegt Deutschland wirtschaftlich brach. Mit einer Export-Messe wollen das die britischen Alliierten ändern - auch, damit ihnen das Land nicht zur Last fällt. Daraufhin wird 1947 in kürzester Zeit eine Industrieschau in Hannover auf die Beine gestellt.(Bild:  Deutsche Messe AG)
Nach dem Zweiten Weltkrieg liegt Deutschland wirtschaftlich brach. Mit einer Export-Messe wollen das die britischen Alliierten ändern - auch, damit ihnen das Land nicht zur Last fällt. Daraufhin wird 1947 in kürzester Zeit eine Industrieschau in Hannover auf die Beine gestellt.
(Bild: Deutsche Messe AG)

Die Hannover Messe, die vom 20. bis 24. April 2026 bereits zum 79. Mal stattfindet, hat eine bewegte Geschichte hinter sich: In einem vom Krieg zerstörten Deutschland waren 1947 Nahrungsmittelversorgung und Industrie so geschwächt wie nie. Der Wiederaufbau? Nur möglich mit internationaler Unterstützung. Für die britische Besatzungsmacht musste ein Symbol her, das die Leidenschaft und das wirtschaftliche Potenzial der deutschen Arbeiter und Unternehmer der Weltöffentlichkeit präsentiert. Die Deutsche Messe- und Austellungs-AG war geboren – und mit ihr die „Export-Messe 1947 Hannover“.
Der Plan ging auf: An den 21 Messetagen kamen rund 736.000 Besucher aus 53 Ländern nach Hannover. Es wurden Exportverträge über insgesamt fast 32 Millionen US-Dollar geschlossen. Mit den Jahren wurde die Veranstaltung tatsächlich zu einem Symbol für das deutsche Wirtschaftswunder. Schon 1950 beteiligten sich erstmal auch ausländische Aussteller an der inzwischen „Deutsche Industrie-Messe“ getauften Veranstaltung. 1961 folgte der nächste Namenswechsel: Die „Hannover-Messe“ lässt sofort erkennen, wie stolz die Stadt auf ihre Rolle beim industriellen Aufschwung war und bis heute ist. 

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Wie aus der Fischbrötchenmesse die bedeutende Industriemesse wurde

Wir zeigen ausgewählte Meilensteine aus der fast achtzigjährigen Geschichte der Messe, darunter auch  der Umgang mit einem Vulkanausbruch und der Pandemie.

  • 1950: Trotz der außenpolitischen Isolation Deutschlands hat die Export-Messe bereits im Jahr 1950 Aussteller aus zehn unterschiedlichen Ländern. Noch bevor der diplomatische Dienst der Bundesregierung Ergebnisse vorweisen kann, knüpfen Vertreter der Messe Kontakte ins Ausland. Bereits jetzt verfügt das Messegelände in Hannover über die erste Telefonverbindung nach New York.
  • 1952: Eine große Erleichterung ist die Eröffnung des Flughafens Hannover-Langenhagen, über den Hannover und die Messe mit der Welt verbunden werden. Besonders eilige Gäste gelangen mit Hubschraubern und Kurzstartflugzeugen zum Ausstellungsgelände.
  • 1960: Jährlich mehr als 1 Million Besucher. Anfang der 60er Jahre kommen jährlich mehr als eine Million Besucher nach Hannover. Da die Hotels nicht alle Gäste aufnehmen können, helfen die „Messemuttis“ aus: Privatfamilien teilen gerne Bad und Küchentisch mit den Messegästen.
  • 1970: Eine Messehalle bricht Rekorde. Für die rasant wachsende Fachmesse Bürowirtschaft – zu dieser Zeit noch Teil der Hannover Messe – wird ein eigenes Gebäude gebaut: das Centrum der Büro- und Informationstechnik (CeBIT). Die neue Halle 1 setzt mit 70.300 Quadratmetern Maßstäbe (entspricht etwa zehn Fußballfeldern) und wird später als weltgrößte Messehalle ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.
  • 1980: Als Ort internationaler Kontakte beschäftigt sich die Hannover Messe zunehmend mit ihren ausländischen Gästen. Jährlich stellt sich nun ein Land mit seinen Produkten und seiner Wirtschaftskraft vor. Erstes Partnerland wird 1980 Brasilien. Seither haben sowohl europäische Nachbarn als auch Länder entfernter Kontinente die Chance genutzt, ihre Handelsbeziehungen zu intensivieren. Auch 2026 ist Brasilen Partnerland der Messe. 
  • 1988: Im Juni 1988 kommen die Regierungschefs der EG-Mitgliedstaaten auf dem Messegelände zusammen. Unter Bundeskanzler Helmut Kohl werden die Weichen für den freien Binnenmarkt innerhalb der Europäischen Gemeinschaft und für die spätere Währungsunion gestellt. Ein Gipfeltreffen, das in seiner Art für Hannover einmalig bleibt.
  • 2000: Im Vorfeld der geplanten Weltausstellung Expo 2000 in Hannover erlebt die Messe einen Investitionsschub. Mit mehr als 1,6 Milliarden DM werden Gelände und Verkehrsanbindungen massentauglich gemacht und die Holzkonstruktion Expo-Dach entsteht. Hannover besitzt das modernste und größte Messegelände der Welt.
  • 2010: Im März kam es zu mehreren Eruptionen des Vulkans Eyjafjallajökull mit einem großen Ausstoß an Asche. Der Flugverkehr über Nord- und Mitteleuropa musste infolgedessen in weiten Teilen und für mehrere Tage eingestellt werden. Die Deutsche Messe zeigt ihr Organisationtalent und bringt mit gecharterten Bussen ihre Kunden persönlich nach Hannover.
  • 2016: Der amerikanische Präsident Barack Obama eröffnet gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Hannover Messe 2016. 
  • 2020: Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie muss die Messe erstmals in ihrer Geschichte abgesagt werden. Stattdessen werden am  14. und 15. Juli die Hannover Messe Digital Days mit rund 200 Rednern, 100 Partnerunternehmen und mehr als 10.000 registrierten Teilnehmern veranstaltet. Auch 2021 findet sie als rein digitales Event statt.  2022 wird die Messe wieder als physische Messe organisiert. Aufgrund des Pandemiegeschehens wird sie verschoben und vom 30. Mai bis zum 2. Juni an vier Tagen ausgerichtet. Der Neustart glückt mit 2.500 Ausstellern und 75.000 Besuchern. Erstmals eröffnet Bundeskanzler Olaf Scholz die Messe.
  • 2023:  Die Messe rückt wieder in den April und wird an fünf Tagen veranstaltet. Partnerland ist erneut Indonesien. Die Pandemie scheint größtenteils überstanden zu sein und das Messegeschäft belebt sich wieder. 

Auf der Hannover Messe 2026 rückt der konkrete Nutzen von künstlicher Intelligenz für produzierende Unternehmen in den Mittelpunkt. Mehr als 3000 Aussteller zeigen, wie der gezielte Einsatz von industrieller KI, Robotik, Automatisierung und Digitalisierung unmittelbar zu messbaren Wettbewerbsvorteilen führt. Neue, innovative Informations- und Networking-Formate bieten darüber hinaus Orientierung, wie sich KI Schritt für Schritt in Unternehmen einführen lässt.
Mehr zu den Neuheiten auf der Hannover Messe 2026 finden Sie hier

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