Frugal Engineering Von Premium zu gut genug – Produkte für Schwellenländer entwickeln

Autor / Redakteur: Dr. Hans Joachim Fuchs* / Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Frugal Engineering, die Entwicklung einfacher Produkte für Schwellenländer, gewinnt in vielen Unternehmen an Bedeutung. Doch wie konstruiert man frugale Produkte?

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Die sechs Grundanforderungen an frugale Produkte.
Die sechs Grundanforderungen an frugale Produkte.
(Bild: Heli / konstruktionspraxis)

Wer in Schwellenländern erfolgreich verkaufen will, muss seine Produkte an die meist völlig anderen Marktgegebenheiten anpassen. Die Kunden sind anspruchsvoll und gleichzeitig preisbewusst. Sie fordern zwar die hohe Qualität der Industrieländer, wollen sie aber nicht bezahlen. Dazu kommen Faktoren wie Hitze und Staub, Stromausfälle oder zu wenig qualifiziertes Personal, die den Einsatz von High-End-Produkten massiv einschränken. Die Lösung liegt im Frugal Engineering, der Konstruktion einfacher und deshalb preiswerter, aber qualitativ hochwertiger und robuster Produkte.

Frugal Engineering bedeutet nicht, komplexe deutsche Premiumprodukte abzuspecken und dadurch billiger zu machen. Wie will man eine hochwertige Kühl-Gefrierkombination für Indien abspecken, wenn es in indischen Haushalten weder die erforderliche Stromversorgung noch ausreichende Stellflächen in den kleinen Küchen gibt? Viele High-end-Produkte sind in Schwellenländern schlicht nicht verwendbar.

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Doch wie entwickelt man Produkte, die auf die Märkte in den Schwellenländern zugeschnitten sind? Das Wort „frugal“ bedeutet „einfach, aber gut“. In der Industrie steht der Begriff für in ihrer Funktionalität reduzierte und deshalb preiswerte, aber qualitativ hochwertige Produkte. Frugal ist nicht billig oder minderwertig, sondern vereinfacht und gut genug.

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