Kreislaufwirtschaft Circular Economy als Wachstumsmotor für Deutschland

Quelle: BDI 2 min Lesedauer

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Die Kreislaufwirtschaft ist ein strategischer Wachstumsmotor für den Industriestandort Deutschland. Eine Studie der Boston Consulting Group im Auftrag des BDI zeigt: Die zirkuläre Bruttowertschöpfung kann bis 2045 von 60 auf bis zu 125 Milliarden Euro steigen; kumuliert sind bis zu 880 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung möglich.

Kreislaufwirtschaft: 880 Milliarden Euro Wertschöpfungspotenzial für die deutsche Industrie sind möglich.(Bild:  Pixabay /  Pixabay)
Kreislaufwirtschaft: 880 Milliarden Euro Wertschöpfungspotenzial für die deutsche Industrie sind möglich.
(Bild: Pixabay / Pixabay)

Deutschlands Industrie ist bei Lithium, Nickel und Seltenen Erden nahezu vollständig importabhängig. Preisvolatilität und geopolitische Risiken belasten Lieferketten und Wettbewerbsfähigkeit.
„Bis 2040 wird die Nachfrage nach kritischen Mineralien das Primärangebot übersteigen. Die hohe Importabhängigkeit bei Schlüsselrohstoffen ist schon heute die Achillesferse des Industriestandorts Deutschland. Kreislaufwirtschaft kann helfen, diese Verwundbarkeit zu verringern – zusammen mit mehr Diversifizierung sowie heimischer Rohstoffförderung und -verarbeitung“, sagt Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). 

Wesentliche Hebel und Effekte bis 2045

Recycling und Wiederverwendung können 20 bis 40 Prozent strategischer Rohstoffimporte ersetzen (Seltene Erden bis zu –20 Prozent, Batteriematerialien bis zu –10 Prozent). Zudem sind bis zu 11 Mio. t weniger Treibhausgase und fast 40 Milliarden Euro geringere Energiewende-Kosten möglich. Die Wiederverwendung von Komponenten für Windturbinen, Transformatoren und Batterien beschleunigt den Infrastrukturaufbau und reduziert Abhängigkeiten.
„Kreislaufwirtschaft ist kein reines Nachhaltigkeitsthema, sondern in vielen Bereichen ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell“, sagt Patrick Herhold, Co-Leiter des Bereichs Klima und Nachhaltigkeit bei BCG und Senior Partner. „Wert kann dort entstehen, wo Unternehmen Materialflüsse kontrollieren, Rückgewinnung industriell skalieren und Sekundärrohstoffe wettbewerbsfähig einsetzen.“

Standortvorteil und neue Märkte

Bis 2045 könnten jährlich bis zu 83 Mio. t Rezyklate verfügbar sein; zentrale Materialströme blieben stärker im Inland. Zusätzliche Wachstumsmärkte für Anlagen und Software (>150 Mrd. Euro) eröffnen Chancen – insbesondere für den deutschen Maschinenbau. Remanufacturing und Refurbishment versprechen höhere Margen; rund 20 Mrd. Euro Einmalinvestitionen bis 2045 würden die Skalierung ermöglichen.
„Mehr Umsatz und Ertrag – mit weniger Materialeinsatz und neuen Geschäftsmodellen: Wer Materialflüsse kontrolliert, Rohstoffe zurückgewinnt und zirkuläre Geschäftsmodelle skaliert, schafft sich strukturelle Kostenvorteile und eröffnet neue Wachstumsfelder. Deutschland kann gerade durch seine industrielle Basis und technologische Stärke eine führende Rolle in der Kreislaufwirtschaft einnehmen und daraus einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil entwickeln“, sagt Alexander Meyer zum Felde, BCG-Partner und globaler Leiter für Kreislaufwirtschaft und Recycling.

Was jetzt getan werden muss

Erforderlich sind schnellere Investitionen, kürzere Genehmigungen, funktionierende Märkte für Sekundärrohstoffe und passende Normen.
„Kreislaufwirtschaft stärkt den Industriestandort gleich doppelt: Sie reduziert kritische Abhängigkeiten und schafft zusätzliche Wertschöpfung in Deutschland. Jetzt kommt es darauf an, Investitionen in zirkuläre Infrastruktur, Recycling- und Verwertungskapazitäten zu beschleunigen, Genehmigungsverfahren zu verkürzen, Märkte für Rohstoffe der Circular Economy zu entwickeln sowie Normen und Standards so weiterzuentwickeln, dass zirkuläre Produkte schneller in die industrielle Anwendung kommen“, sagt Holger Lösch.

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