Frugal Engineering

Von Premium zu gut genug – Produkte für Schwellenländer entwickeln

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Beispiele für frugale Produkte

Toshiba entwickelte für den chinesischen Markt den SCARA-Roboter der THL-Serie. Die leichte und preiswerte Maschine ist einfach zu bedienen, hat im Vergleich zu anderen Serien 60 % weniger Gewicht und reduziert den Stromverbrauch um 20 %. Der Anwendungsbereich des frugalen Roboters ist sehr breit, er reicht von der Lebensmittelherstellung und -logistik über die Fertigungs- und Metallschneideindustrie bis hin zur Pharmaindustrie.

Der amerikanische Maschinenbauerbauer Deere & Company konnte nur aufgrund intensiver teilnehmender Beobachtung in Indien den 35 PS starken frugalen Traktor „Krish“ für den indischen Markt entwickeln, dessen Konstruktionselemente später in andere Produkte von John Deere übertragen wurden.

Ein Hersteller von Montagelinien erkannte in Asien, dass vollautomatische Systeme dort nicht immer gefragt sind. Feldstudien in asiatischen Fabriken zeigten, dass der Einsatz billiger Arbeitskräfte dort weiterhin erwünscht ist und Vollautomatisierung als zu anfällig und zu teuer bewertet wird. Die Lösung bestand in der Entwicklung hybrider Systeme, die 50 % Automation und 50 % manuelle Bedienung ermöglichen.

Heli entwickelte für den chinesischen Markt einen Hybrid-Gabelstapler. Durch die Verwendung der Rekuperationsenergie beim Herablassen der Gabel kann dieser Energieeinsparungen von bis 20 % gegenüber herkömmlichen Modellen erreichen. Die zurückgewonnene Energie wird dem System aus Benzinmotor, Stromgenerator sowie neuster Batterietechnik zurückgeführt und verlängert dadurch deutlich die Betriebsdauer der Maschine. Leichtgängige Scharniere sowie robuste Bauteile machen den Anhui Heli-Gabelstapler zu einem sparsamen und langlebigen Frugal-Produkt, das sich selbst den harschen Bedingungen in Chinas Hinterland widersetzt.

In vielen afrikanischen Regionen erfordert der Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen ein ständiges Vor- und Zurückfahren auf Mischterrain. Das führt zu einer extremen Belastung der Reifen, die äußerst schnell verschleißen. In der Folge wurden neue Reifen entwickelt, die eine maximale Strapazierfähigkeit besitzen. In Afrika wurde auch erkannt, dass Flurförderfahrzeuge ein Trittbrett haben müssen, auf dem ein zweiter Mann mitfahren kann. Was in Deutschland aus Gründen des Unfallschutzes verboten ist, ist in anderen Ländern unabdingbar.

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