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Fraunhofer-Preise Von glasklarer Telefonie bis zur holographischen Messtechnik

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Die Fraunhofer-Gesellschaft hat dieses Jahr den Fraunhofer-Preis „Technik für den Menschen“ sowie vier Joseph-von-Fraunhofer-Preise vergeben. Die Forscherinnen und Forscher werden für herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet, die anwendungsnahe Probleme lösen und die Lebensqualität von Menschen verbessern können.

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Entwickelt wurde das System SUSI TD von Cornelius Moucha, Rolf van Lengen, Anne Gebert, Bernd Klein, Mario Schmitt (v.l.n.r.).
Entwickelt wurde das System SUSI TD von Cornelius Moucha, Rolf van Lengen, Anne Gebert, Bernd Klein, Mario Schmitt (v.l.n.r.).
(Bild: Piotr Banczerowski / Fraunhofer)

Der Fraunhofer-Preis „Technik für den Menschen“ wird alle zwei Jahre von der Fraunhofer-Gesellschaft und ihren ehemaligen Vorständen und Institusleitern vergeben. Ausgezeichnet werden Forschungs- und Entwicklungsleistungen, die maßgeblich dazu beigetragen haben, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und deren Leistungsfähigkeit im täglichen Leben und bis ins Alter zu erhalten. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. 2017 ging er an das Entwicklungsteam von SUSI TD, ein Technologiekonzept, das älteren Menschen in ihren Wohnungen Sicherheit geben soll, ohne dass deren Privatsphäre missachtet wird.

Der Joseph-von-Fraunhofer-Preis, der jährlich verliehen wird, ging an vier Forschungsprojekte der Fraunhofer-Institute IIS, IKTS, ILT und IPM. Die Themen reichen von verbesserter Telefonie über die effektive Reinigung von Industrie-Abwässern, dem Hochgeschwindigkeits-Laserauftragschweißen EHLA bis hin zu holographischer Messtechnik.

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Das Technologiekonzept SUSI TD im Detail:

Viele ältere Menschen wünschen sich in den eigenen vier Wänden ausreichend Sicherheit ohne tagein, tagaus von Kameras beobachtet zu werden. Was also tun, wenn man zu Hause nicht ausziehen will, andererseits aber sicherstellen möchte, dass im Notfall schnellstens Hilfe herbeieilt?

Das System SUSI TD kombiniert Sicherheit und Privatsphäre miteinander. Kameras und Co. sucht man in den ausgestatteten Wohnungen vergeblich. „Unser System basiert auf nicht-invasiven Sensoren, vor allem auf Bewegungsmeldern, wie man sie auch von Lampen oder Alarmanlagen kennt, sowie auf Berührungssensoren an oft benutzten Schubladen oder am Kühlschrank“, erläutert Rolf van Lengen, Abteilungsleiter am IESE. Anhand der Sensordaten lernt das System, die wiederkehrenden Handlungen der Person zu identifizieren und erkennt, wenn Hilfe nötig ist. Die gesammelten Daten verbleiben in der Wohnung und werden auch dort ausgewertet. Erst wenn das Verhalten des Menschen von seinem üblichen abweicht, schickt das System eine verschlüsselte Meldung an die Pflegedienststelle oder den Pflegestützpunkt.

Direkte Betreuung per Video-Kommunikationstool

Ebenso wichtig wie die Sicherheit ist es, die selbstständige Lebensführung sowie die soziale Integration zu fördern – sprich die Beratung der älteren Menschen. Was können sie für ihre Gesundheit und einen gelungenen Alltag tun? Welcher Ansprechpartner steht bei Problemen in diesem Bereich zur Verfügung? Dieser Aspekt ist es, der Anne Gebert vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. besonders am Herzen liegt: „Über ein Video-Kommunikationstool können die Personen via Touchscreen direkt mit den Beratern der Pflegestützpunkte sprechen. Die Berater können die Menschen somit noch besser begleiten, als dies alleine durch gelegentliche Hausbesuche möglich ist.“ Über das Kommunikationstool können sie auch Freunde und Familienangehörige kontaktieren, Spiele miteinander spielen oder Fotos austauschen.

Enge Zusammenarbeit mit Testpersonen

Ein zentraler Leitgedanke bei der Entwicklung des Konzepts lag darin, keine neuen Strukturen oder Doppelstrukturen zu schaffen. Das Konzept wurde daher mit jenen Akteuren, die bereits vor Ort tätig sind, entwickelt und erprobt – also mit den Pflegestützpunkten und ambulanten Dienstleistern.

Essenziell für die Entwicklung eines solchen Systems ist es, die Bedürfnisse der Nutzer im Blick zu haben. Die Forschenden statteten daher zunächst 18 Wohnungen im Raum Trier mit den Sensoren aus, gingen immer wieder in die Haushalte und erlebten die Menschen mit ihren Geschichten, ihren Wünschen und ihren Bedürfnissen. Im Folgeprojekt StuDI wollen die Forschenden ein adaptiertes System nun testweise in 100 Wohnungen integrieren.

Für die Entwicklung von SUSI TD erhalten Cornelius Moucha, Mario Schmitt und Rolf van Lengen vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE, Anne Gebert vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. und Bernd Klein von der Cibek Technology + Trading GmbH den diesjährigen Joseph-von-Fraunhofer-Preis „Technik für den Menschen“. Die Jury begründet die Preisvergabe unter anderem mit „dem besonderen Wert, der neben der technischen Umsetzung auf die ethischen Gesichtspunkte gelegt wurde“.

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