Deutscher Zukunftspreis 2025 Das sind die Nominierten

Quelle: Bosch, Deutscher Zukunftspreis, Traceless, Zeiss 3 min Lesedauer

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Die Nominierungen für den Deutschen Zukunftspreis 2025, den Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, stehen fest. Wir stellen die Projekte vor: ein schonendes Augenlaserverfahren, einen Naturkunststoff und einen Brennstoffzellen-Antrieb für schwere Lkw.

Am 19. November wird der mit 250.000 Euro dotierte Deutsche Zukunftspreis zum 29. Mal verliehen.(Bild:  Deutscher Zukunftspreis)
Am 19. November wird der mit 250.000 Euro dotierte Deutsche Zukunftspreis zum 29. Mal verliehen.
(Bild: Deutscher Zukunftspreis)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigt mit dem Deutschen Zukunftspreis Wissenschaftler und Ingenieure, die mit exzellenter Grundlagen- und Spitzenforschung Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entwickeln, die das Potenzial haben, wirtschaftlich erfolgreich zu sein und neue Wachstumsfelder zu erschließen. Der Preis wird zum 29. Mal verliehen und ist mit 250.000 Euro dotiert. Am 19. November entscheidet die Jury des Preises über die diesjährigen Preisträger. Für den Deutschen Zukunftspreis 2025 sind nominiert:

Team I: Dr. Mark Bischoff, Dr. Gregor Stobrawa und Dirk Mühlhoff mit ihrem Projekt „Sehkorrektur für Millionen Menschen – ultrakurze Lichtimpulse ermöglichen minimalinvasives Augenlaserverfahren“

Die von den Nominierten entwickelte Technologie für das minimalinvasive Lentikelextraktionsverfahren ermöglicht die permanente Korrektur von Fehlsichtigkeit – sichere, präzise und minimal-invasiv.(Bild:  Deutscher Zukunftspreis / Ansgar Pudenz)
Die von den Nominierten entwickelte Technologie für das minimalinvasive Lentikelextraktionsverfahren ermöglicht die permanente Korrektur von Fehlsichtigkeit – sichere, präzise und minimal-invasiv.
(Bild: Deutscher Zukunftspreis / Ansgar Pudenz)

Die drei Nominierten aus Jena haben ein neuartiges Verfahren zur Korrektur von Fehlsichtigkeit entwickelt, das schneller, sicherer und schonender ist als bisherige Lasertechniken. Mit nur einem Gerät und einem minimalinvasiven Eingriff wird Gewebe präzise aus der Hornhaut entfernt – ohne Hitze, große Schnitte oder lange Heilzeiten. Das Ergebnis: perfektes Sehen ohne Brille oder Kontaktlinsen. Die Innovation aus Jena ersetzt weltweit etablierte Verfahren und macht augenchirurgische Eingriffe komfortabler und sicherer für Millionen Menschen.

Das Entwicklerteam kombinierte dafür einen Femtosekundenlaser mit einer speziellen Hochleistungsoptik und einer modernen Computersteuerung. Die Technologie ermöglicht die sehr präzise Fokussierung von intensiven aber extrem kurzen Laserpulsen im Inneren der Augenhornhaut, ohne die Oberfläche zu verletzen. Durch die präzise Aneinanderreihung von Millionen solcher Fokuspunkte im Raum separiert der vom Team entwickelte, medizinische Femtosekundenlaser ein linsenförmiges Gewebevolumen – das sogenannte Lentikel. Zunächst die Rückseite, dann die Vorderseite des Lentikels. Im letzten Schritt erzeugt das Lasergerät eine zwei Millimeter kleine Inzision, durch den die Chirurgin oder der Chirurg das Lentikel entnimmt. Die Hornhautvorderseite ändert dadurch ihre Form und das bewirkt die beabsichtigte Brechkraftkorrektur. Die nur wenige Millimeter breite Inzision schließt sich innerhalb weniger Stunden.

Team II: Dr. Anne Lamp, Sina Spingler und Niklas Rambow mit ihrem Projekt „Biomasse statt Mikroplastik – innovative Biomaterialien ersetzen fossile Kunststoffe“

Das Hamburger Unternehmen Traceless beweist mit seinem Material, dass es Kunststoffe nicht nur im großen Maßstab ersetzen, sondern damit auch den Grundstein für eine neue, nachhaltige Industrie legen kann.  (Bild:  Deutscher Zukunftspreis / Ansgar Pudenz)
Das Hamburger Unternehmen Traceless beweist mit seinem Material, dass es Kunststoffe nicht nur im großen Maßstab ersetzen, sondern damit auch den Grundstein für eine neue, nachhaltige Industrie legen kann.
(Bild: Deutscher Zukunftspreis / Ansgar Pudenz)

Das Hamburger Start-up Traceless hat einen Durchbruch im Kampf gegen die Plastikflut erzielt. Mit seinem patentierten Verfahren gewinnt das Unternehmen natürliche Polymere aus landwirtschaftlichen Reststoffen, funktionalisiert sie und verarbeitet sie zu Granulat. Die Strukturen werden damit so angeordnet, dass sie thermoplastische Eigenschaften erhalten – so konnte traceless als erstes Unternehmen plastikfreie Thermoplaste auf den Markt bringen. Dieses Verfahren ist ressourcenschonend und energieeffizient, es spart bis zu 90 Prozent CO₂-Emissionen im Vergleich zu Herstellung und Entsorgung von herkömmlichen Kunststoffen.

Die entstehenden Granulate sind biobasiert, plastikfrei und heimkompostierbar. Sie lassen sich auf Standardmaschinen der Kunststoffverarbeitung einsetzen – etwa als Beschichtungen auf Papier, im Spritzguss zu festen Bauteilen oder per Extrusion zu Folien. Die Endprodukte vereinen die funktionalen Eigenschaften von Kunststoffen – Schutz vor Fett und Wasser, Barriereeigenschaften, Dicht- und Siegelfähigkeit sowie Haftung auf Papier – jedoch ohne die Nachteile konventioneller Kunststoffe. Besonders geeignet sind sie für Anwendungen, die sich nur schwer recyceln beziehungsweise wiederverwenden lassen oder häufig in die Umwelt gelangen.

Team III: Christoffer Uhr, Kai Weeber und Pierre Andrieu mit ihrem Projekt „Kraftpaket fürs Klima – Fernverkehr-Lkw mit Wasserstoff elektrisch betreiben“

Der Iveco Heavy Duty FCEV (fuel cell electric vehicle) ist eine wasserstoffbetriebene Sattelzugmaschine für den europäischen Markt. Diese Sattelzugmaschine ermöglicht mit ihrem brennstoffzellenelektrischen Antrieb von Bosch in Verbindung mit grünem Wasserstoff einen lokal emissionsfreien Betrieb.(Bild:  Bosch)
Der Iveco Heavy Duty FCEV (fuel cell electric vehicle) ist eine wasserstoffbetriebene Sattelzugmaschine für den europäischen Markt. Diese Sattelzugmaschine ermöglicht mit ihrem brennstoffzellenelektrischen Antrieb von Bosch in Verbindung mit grünem Wasserstoff einen lokal emissionsfreien Betrieb.
(Bild: Bosch)

Die drei Nominierten aus Stuttgart haben einen neuen Brennstoffzellen-Antrieb für schwere Lkw entwickelt, der emissionsfreien Fernverkehr ermöglicht. In der kompakten Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser und erzeugt dabei kontinuierlich elektrische Energie. Ein Brennstoffzellen-Lkw wiegt rund vier Tonnen weniger als ein vergleichbarer Batterie-Lkw – ein entscheidender Vorteil für die Nutzlast. Das Betanken dauert nur wenige Minuten. So können dieselbetriebene Antriebe im Schwerlastverkehr durch eine robuste, alltagstaugliche und klimafreundliche Alternative ersetzt werden.

Mit mehr als tausend Einzelteilen und rund 500 Kilogramm Gewicht ist das FCPM das komplexeste System, das Bosch in seiner fast 140-jährigen Historie je entwickelt hat. Zu den wichtigsten Einzelkomponenten gehört neben dem Brennstoffzellen-Stack als Herzstück auch ein Wasserstoff-Dosierventil, eine Wasserstoff-Rezirkulationspumpe sowie ein elektrischer Luftverdichter – alles, um Wasser- beziehungsweise Luftsauerstoff zur Wandlung in Strom effektiv in die Brennstoffzellen zu befördern. Bosch hat jedes einzelne Teil so konzipiert, dass es im Gesamtsystem optimal zusammenspielt. Die Serienfertigung des Systems ist Mitte 2023 in Stuttgart-Feuerbach sowie zeitlich etwas nachfolgend im chinesischen Chongqing gestartet. Wichtig: Für den Bau des FCPM werden – anders als etwa bei Batterien – kaum kritische Rohstoffe benötigt.

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