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Gummi Praxistest bestanden: Naturkautschuk aus Löwenzahn

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Löwenzahn ist eine robuste Pflanze, aus der sich ein gefragter Rohstoff gewinnen lässt: Kautschuk. Dieser ist für die Produktion von Gummi unerlässlich. Fraunhofer-Forscher nutzen Russischen Löwenzahn, um große Mengen an Naturkautschuk herzustellen.

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Aus russischem Löwenzahn gewinnen Dr. Christian Schulze Gronover, Dr. Carla Recker (Continental Reifen Deutschland GmbH) und Prof. Dirk Prüfer Naturkautschuk, der zur Herstellung von Autoreifen eingesetzt wird (v.l.n.r.).
Aus russischem Löwenzahn gewinnen Dr. Christian Schulze Gronover, Dr. Carla Recker (Continental Reifen Deutschland GmbH) und Prof. Dirk Prüfer Naturkautschuk, der zur Herstellung von Autoreifen eingesetzt wird (v.l.n.r.).
(Bild: Dirk Mahler/Fraunhofer)

Etwa 40 000 Produkte unseres täglichen Lebens enthalten Naturkautschuk. Ob Matratzen, Handschuhe, Klebestreifen oder Reifen – erst der Rohstoff verleiht extreme Elastizität, Zugfestigkeit und Kälteflexibilität. Natürlichen Kautschuk durch künstlichen zu ersetzen, ist bisher nicht möglich. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME am Standort Münster fanden jedoch eine preiswerte und umweltfreundliche Alternative zum Kautschukbaum: Russischer Löwenzahn.

Löwenzahn kann nahezu überall wachsen

Naturkautschuk wird derzeit ausschließlich aus dem Baum „Hevea brasiliensis“ gewonnen, eine Pflanzenart der Subtropen. Die wachsende Nachfrage und zunehmende Probleme mit Schadpilzen machen Naturkautschuk zum kostbaren Gut. 95 % der weltweiten Gesamtproduktion stammt aus Südost-Asien. Um den steigenden Verbrauch zu decken, werden Regenwälder gerodet und in Agrarland umgewandelt. Mit Taraxacum koksaghyz, dem Russischen Löwenzahn, stießen Professor Dirk Prüfer und sein Kollege Dr. Christian Schulze Gronover vom IME auf einen effizienten Ersatz für den Kautschukbaum. „Die Pflanze ist extrem anspruchslos. Sie kann in gemäßigtem Klima und selbst auf Böden kultiviert werden, die für die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln nicht oder nur begrenzt geeignet sind“, erklärt Christian Schulze Gronover. „Außerdem hat Löwenzahn den Vorteil, dass er von Jahr zu Jahr wächst. Der Kautschukbaum bringt erst nach sieben bis zehn Jahren einen Ertrag.“

Den Entschluss, am Löwenzahn zu forschen, fasste Dirk Prüfer während eines Ausflugs. „Ich saß auf einer Wiese im Sauerland, die übersät war mit Löwenzahn. Als ich eine Blüte abgerissen hatte, tropfte aus dem Stängel weiße Latex-Milch. Da hatte ich die Idee, dass man hieraus doch Kautschuk gewinnen könnte“. Doch die Menge an Latex – dies ist Kautschuk in flüssiger Form – im heimischen Löwenzahn reicht nicht aus, um ihn industriell zu nutzen. Aus diesem Grund wurden die Arbeiten mit dem Russischen Löwenzahn, der deutlich mehr Kautschuk produziert, fortgeführt.

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