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Ätzen

Photochemisches Ätzen von Titan

| Redakteur: Dorothee Quitter

Der Ätztechnik-Spezialist Precision Micro aus Birmingham hat ein Verfahren entwickelt, das die zentralen positiven Merkmale der Ätztechnik auch für die Bearbeitung des teuren und schwer zu bearbeitenden Titan nutzt.

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Die Ätztechnik ist die kosteneffiziente Alternative für die Herstellung von Titanplatten in strömungstechnischen Applikationen.
Die Ätztechnik ist die kosteneffiziente Alternative für die Herstellung von Titanplatten in strömungstechnischen Applikationen.
(Bild: Precision Micro)

Hohe Kosten und Einschränkungen hinsichtlich Präzision bei konventionellen spanenden Verfahren wie auch bei Stanz- und Lochverfahren haben den flächendeckenden Einsatz von Titan als bevorzugtes Material im Produktdesign bislang verhindert. Die Festigkeitswerte für Titan sind sehr hoch. Konventionelle Bearbeitungsmethoden benötigen aus diesem Grund 10- bis 100-mal so viel Zeit, um Bauteilen aus Titan eine Form zu geben als solchen aus Aluminiumlegierungen. Hinzu kommt, dass bei mechanisch abtragenden Fertigungstechnologien ein hoher Rest an dem teuren Werkstoff Titan ungenutzt übrig bleibt. Aus Kostengründen müssen Fertigungsmethoden zur Titanbearbeitung also schnell sein und Abfall minimieren.

Die neue Ätzlinie ist in der Lage, Prototypen-Stückzahlen bis zu Millionen-Stückzahlen in Serienfertigung zu realisieren – meist mit ein- und demselben Werkzeug. Europäische Interessenten erhalten die Möglichkeit, Titanätzteile nicht mehr nur von Anbietern aus Übersee zu beziehen. Zusätzliche Lieferkosten und Nachteile aufgrund von Währungsschwankungen werden so vermieden.

Zu den herausragenden Eigenschaften von Titan gehört das ausgezeichnete Verhältnis von Gewicht zu Festigkeit – ein wichtiges Merkmal in der Luft- und Raumfahrttechnik. Dort und im Elektronikbereich wird Titan auch wegen des erhöhten Temperaturbereichs und des niedrigen Wärmeausdehnungskoeffizienten eingesetzt. Zudem ist die Biokompatibilität von Titan sehr hoch und macht es beständig gegen Körperflüssigkeiten. So gilt es als ideales Material bei zahlreichen medizintechnischen Anwendungen wie z. B. in der Gesichts- und Kieferchirurgie. Dank ihrer Korrosionsbeständigkeit sind geätzte Titanteile ideal in Umgebungen, die reich an oxidierenden Säuren sind, wie in der Chemiebranche. (qui)

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