Gleichstromkabel Kunststoffisolierte Gleichstromkabel für Spannungen bis 525 kV

Redakteur: Lea Ziegler

Das neu entwickelte XLPE-Gleichstromkabel mit hoher Leistungsdichte von ABB ermöglicht Hochspannungs-Gleichstrom-Freileitungen und Teilverkabelungsstrecken.

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Testaufbau für das 525 kV kunststoffisolierte Kabelsystem.
Testaufbau für das 525 kV kunststoffisolierte Kabelsystem.
(Bild: ABB)

Eine der Herausforderungen, die die Energiewende bereithält, sind die neuen Aufgaben, die das Übertragungsnetz künftig übernehmen muss. Um diese so effizient wie möglich zu bewältigen, ist unter anderem auch der Neubau von mehr als 2000 Trassenkilometern für die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) geplant, die in vielen Fällen auch sensible Umweltbereiche oder Wohnbebauung passieren. Die Leistungsdichte des von ABB entwickelten kunststoffisolierten-Gleichstromkabelsystems für Spannungen bis 525 kV ist so groß, dass erstmals ein Kabelsystem ungefähr die gleiche Leistung übertragen kann, wie ein Freileitungssystem.

Verstärkung des Stromübertragungsnetzes nötig

Die Energiewende in Deutschland hat eigentlich bereits im Jahr 2000 mit der Verabschiedung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) begonnen. Jedoch hat sie durch die Entscheidung nach der Katastrophe von Fukushima, alle Kernkraftwerke in Deutschland bis 2022 abzuschalten, erst richtig Fahrt aufgenommen. Seitdem ist klar, dass vor allem in den industriellen Leistungszentren Süddeutschlands massive Veränderungen der Erzeugungsstruktur innerhalb kürzester Zeit kompensiert werden müssen.

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Neben dem Neubau von fossilen Kraftwerken, der jedoch mit den heutigen Marktmechanismen kaum realisierbar erscheint, eignet sich auch die Verstärkung des Stromübertragungsnetzes zum großräumigen Ausgleich von Erzeugungs- und Verbrauchsschwankungen. Dies ist auch entsprechend im Bundesbedarfsplangesetz durch die Bundesregierung dokumentiert worden. Mit dem Neubau von drei HGÜ-Korridoren mit Übertragungsdistanzen von 400 km bis 800 km sollen diese Schwankungen überregional ausgeglichen werden. Für die Realisierung der Verbindung zwischen den Netzanschlusspunkten dieser Korridore sollen dabei hauptsächlich Freileitungen zum Einsatz kommen, in einzelnen Abschnitten können aber auch Kabel verwendet werden.

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