Gleichstromkabel

Kunststoffisolierte Gleichstromkabel für Spannungen bis 525 kV

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ABB hat im August 2014 ein kunststoffisoliertes (oder: XLPE-) Kabelsystem für Gleichspannungen bis 525 kV vorgestellt, mit dem einige Nachteile der Kabeltechnik gegenüber der Freileitung minimiert werden. Das höchste Spannungsniveau, das bei dieser Technologie derzeit in kommerziellen Anwendungen zum Einsatz kommt, liegt bei 320 kV. In Deutschland wurden für den Anschluss von Offshore-Windparks kunststoffisolierte Kabelsysteme mit 320 kV verwendet und ABB hat allein in Norddeutschland 360 km Landkabel sowie in der Nordsee 240 km Seekabel installiert. Die Übertragungskapazität kann bei dieser Spannungsebene bis zu 1200 MW betragen.

Übertragungskapazität wächst, Gewicht sinkt

Mit dem neuen 525 kV-Kabelsystem konnte die Übertragungskapazität auf ca. 2600 MW mehr als verdoppelt und gleichzeitig das Gewicht je installiertem Megawatt reduziert werden. Die Steigerung der Übertragungsspannung beruht dabei auf einem neuen Isoliermaterial aus vernetztem Polyethylen, das gemeinsam mit einem führenden Hersteller von Kunststoffen entwickelt wurde. Das innovative HGÜ-Kabelsystem wurde bereits erfolgreich getestet. Es steht damit ab sofort ein komplett geprüftes Kabelsystem zur Verfügung, das zusätzlich bereits den vorgeschriebenen Langzeittest für neue Kabelsysteme bestanden hat. Dabei wurde das Kabel selbst, Kabelmuffen und Kabelendverschlüsse innerhalb eines Testaufbaus in einem Testlabor und unter der Aufsicht eines unabhängigen Gutachters für mehr als ein Jahr einem aufwändigen Testprogramm unterzogen. Damit ist die Zuverlässigkeit des Kabels und der Komponenten (Kabelmuffen, Kabelendverschlüsse) entsprechend der relevanten technischen Normen nachgewiesen. ABB bietet dieses Kabel ab sofort mit den gleichen Gewährleistungen wie die bisherigen Kabel am Markt an.

Für die deutschen HGÜ-Korridore steht damit ein Erdkabel zur Verfügung, mit dem bis zu 2,6 GW je Kabelsystem übertragen werden können, das heißt je HGÜ-Korridor mit 2 GW Übertragungsleistung reicht ein Kabelsystem (mit nur zwei Einleiter-Kabeln). Damit halbiert sich die Trassenbreite und da im Vergleich zu den MI-Kabeln auch nur halb so viele Kabel verlegt werden müssen, sinken sowohl die Tiefbau- als auch die Logistikkosten. Zusätzlich wiegen die Kabel nur rund die Hälfte, wodurch die Länge der einzelnen Kabelabschnitte mehr als verdoppelt werden kann (auf etwa 1200 m je Kabeltrommel) und damit auch nur die Hälfte an Muffen gesetzt werden muss. Für kunststoffisolierte Kabel können die Muffen bereits in der Fabrik vorgefertigt werden, so dass vor Ort je Muffe nur etwa zwei Tage Montagezeit benötigt werden. Zusätzlich können bei der Produktion der kunststoffisolierten Kabel in der Fabrik Zeiteinsparungen erzielt werden, so dass mit den gleichen Produktionsmaschinen mehr kunststoffisolierte Kabel produziert werden können. (lz)

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