Motorspindel

Kollisionsschutz mit Auszeichnung

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Beim Überschreiten der Haftkraft an der Trennstelle bewirkt das Magnetsystem eine unmittelbare Trennung der werkzeugmaschinen- und motorspindelseitig installierten Flansche. Mit dem Ablösen des motorspindelseitigen Flansches und zunehmendem Luftspalt nimmt die Magnetkraft rapide ab.

Magnet trennt die Flansche

Nach der Trennung übernehmen radial angeordnete und maschinenseitig verankerte Druckfederelemente die Abstützung und die schwimmende Führung des Flansches der Motorseite. Die Federn wirken dabei entgegen der Auslenkrichtung und ermöglichen es der Motorspindel, um einen vorher definierten Winkel auszuschwenken. Gegen Schmutz, Schmierstoffe und Späne ist das System effizient geschützt.

In den Flanschen verbaute Näherungsschalter erfassen permanent die Auflagesituation der Flansche und senden im Kollisionsfall ein Not-Aus-Signal an die Maschinensteuerung, wodurch die Achsen der Werkzeugmaschine abgebremst werden. Im Anschluss kann die Motorspindel vom Kollisionsort frei fahren. Durch die Druckkraft der Federn und die selbstzentrierende Trennstellenausführung richtet sich das System zuverlässig und genau (Genauigkeit < 0,01 mm) wieder auf seinen Ursprung aus, die Spindel muss auch nach einem Unfall nicht neu justiert werden, die Bearbeitung kann zeitnah fortgesetzt werden.

Innovationspreis für das Schutzsystem

Das Motorschutzsystem überzeugte auch die Jury des Intec-Preises. Anlässlich der Eröffnung der Intec 2015, der internationalen Fachmesse für Werkzeugmaschinen, Fertigungs- und Automatisierungstechnik, im Februar 2015 wurde Jakob Antriebstechnik im Beisein des stellvertretenden sächsischen Ministerpräsidenten Martin Dulig und des VDMA-Präsidenten Dr. Reinhold Festge mit dem zweiten Platz für Unternehmen bis 100 Mitarbeiter für das Motorspindelschutzsystem MS³ ausgezeichnet.

Mit dem Preis würdigt die Leipziger Messe herausragende Forschungsarbeiten und Innovationen der Aussteller im Werkzeugmaschinenbau und der Fertigungs- und Automatisierungstechnik. Die Preisträger wurden von einem Expertengremium gekürt, das sich aus Vertretern von Universitäten, Wissenschafts- und Branchenverbänden und Politik zusammensetzte. Zu den weiteren Auszeichnungen des Systems gehören der MM Award sowie der Industriepreis 2015, der auf der Hannover Messe 2015 verliehen wurde.

Referenzanwendung Fräsen

Das Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der Technischen Universität Darmstadt hat das System in einer Referenzanwendung in einer Fräsmaschine verbaut. Nach Absprache mit dem Hersteller können Interessenten das MS³ dort begutachten.(ud)

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