Handhabung „Genauigkeit ist ein wesentlicher Grund für den Erfolg“

Redakteur: Jan Vollmuth

Teilgeräte von Peiseler kommen als Baugruppen in Bohr-, Fräs- und Bearbeitungszentren von Werkzeugmaschinen zum Einsatz. Im Gespräch beschreibt Dr. Benedict Korischem, Geschäftsführender Gesellschafter von Peiseler, die Besonderheiten Teilgeräte und wie sich das Unternehmen erfolgreich im Wettbewerb behauptet.

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"Mit unseren Positionier- und Teilgeräten kommen wir auf eine Präzision von bis zu einer Winkelsekunde, also den 3600sten Teil eines Grades", Dr. Benedict Korischem, Geschäftsführender Gesellschafter bei Peiseler.
"Mit unseren Positionier- und Teilgeräten kommen wir auf eine Präzision von bis zu einer Winkelsekunde, also den 3600sten Teil eines Grades", Dr. Benedict Korischem, Geschäftsführender Gesellschafter bei Peiseler.
(Bild: Peiseler)

Peiseler ist einer der weltweit führenden Hersteller von Teilgeräten. Was ist unter Teilgeräten zu verstehen und wo kommen diese zum Einsatz?

Teilgeräte werden im Wesentlichen in Werkzeugmaschinen, wie zum Beispiel Bohr-, Fräs- und Bearbeitungszentren, benötigt. Dort sorgen sie dafür, Werkstücke exakt und sekundenschnell in jede für die Bearbeitung gewünschte Position zu bringen. Dies erfolgt durch die Drehung über bis zu drei lineare und zwei rotative Achsen. Letztere machen unsere Kernkompetenz aus. Da im Grunde so gut wie alle Industrieprodukte durch Fügen oder umformende sowie zerspanende Verfahren, wie zum Beispiel Drehen, Bohren, Fräsen, Sägen und Schleifen hergestellt werden, sind Teilgeräte elementar für deren meist automatisierte Fertigungsprozesse. In Werkzeugmaschinen sind sie insofern essenzielle und unverzichtbare Baugruppen.

Können Sie ein paar Beispiele dafür geben?

Das Spektrum ist so gut wie grenzenlos. Beispielsweise ermöglichen Werkzeugmaschinen mit unseren Teilgeräten einem Hersteller von Luxusuhren, die Fassungen für die einzusetzenden Brillanten exakt zu fräsen. Unsere Teilgeräte können aber nicht nur solche sehr leichten Werkstücke bewegen, sondern auch tonnenschwere. So zählt ein renommierter italienischer Hersteller von Werkzeugmaschinen zu unseren Kunden, der wiederum einen großen europäischen Flugzeugbauer beliefert. Dort geht es darum, bis zu 30 Tonnen schwere Stahlblöcke mit aufgespannten Strukturbauteilen für die Fahrwerksaufhängung durch Drehen und Wenden auf den hundertstel Millimeter genau in Position zu bringen, um sie an den vorgesehenen Stellen zu fräsen. Die Bandbreite ist wirklich sehr groß, wenn sie bedenken, dass Peiseler-Teilgeräte Werkstücke zwischen einem Gramm und 50.000 Kilogramm in alle Richtungen bewegen und in Position bringen können. Generell kommen diese überwiegend im Automobilbau, in der Energietechnik und Luftfahrt, der Medizintechnik, dem Formenbau und der Werkzeugfertigung zum Einsatz.

Welche Arten von Teilgeräten bieten sie an?

Zu unserem Portfolio gehören alle denkbaren Teilgeräte. Dazu zählen hauptsächlich Wender und Tische, Zweiachs-Schwenkeinrichtungen, Schwenkköpfe und Werkstückwechseltische. Damit beliefern wir vorrangig als Erstausrüster unsere Kunden im Maschinenbau. Wir haben 14 Standardbaugrößen mit Gehäusegrößen zwischen 100 und 2000 Millimetern und Planscheiben-Durchmessern von 100 bis 3500 Millimetern im Programm. Neben diesen Serienprodukten, die wir häufig noch auf individuelle Bedürfnisse ausrichten, entwickeln wir auch viele Sonderkonstruktionen, die maßgeschneidert auf die Anforderungen unserer Kunden sind. Seit kurzem bieten wir mit der neuen ATC-Baureihe auch Teilgeräte an, die im Wesentlichen der Nachrüstung von Maschinen mit drei Linear-Achsen und deren Erweiterung um zwei rotative Achsen dienen. Damit haben wir ein interessantes Produkt auch für Endkunden.

Sie haben Ihr Unternehmen an die Weltspitze in Ihrer Branche gebracht. Wie sieht Ihr Wettbewerb aus, und womit heben sie sich ab?

Auf dem vergleichbaren Leistungsniveau hat Peiseler lediglich vier Hauptwettbewerber, auf den Stufen darunter gibt es etwa 50 weitere Unternehmen, die zu unseren Konkurrenten zählen. Auch wenn es keine dezidierten Marktstatistiken gibt, so schätzen wir unseren weltweiten Marktanteil in unserem Qualitätssegment mit den vier weiteren auf unserem Level agierenden Firmen auf inzwischen etwa 30 Prozent ein. Damit zählen wir zu den führenden Anbietern. Die Gründe dafür liegen vor allem im technologischen Vorsprung. So laufen unsere Teilgeräte doppelt so schnell und können ein 30 bis 40 Prozent höheres Gewicht verarbeiten als die unserer Konkurrenz. Insbesondere haben wir durch konsequente Weiterentwicklung aber eine Präzision erreicht, die ihresgleichen sucht. Dabei geht es mitunter um die Differenz von Tausendstel Millimetern, die den Unterschied ausmachen.

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