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Kommunikation

Fußgänger und Radfahrer über Smartphone mit Verkehr vernetzt

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Der Verkehr der Zukunft ist vernetzt, allerdings wurden in den bisherigen Konzepten die Fußgänger und Radfahrer nur am Rande berücksichtigt. Das Projekt Timon am Fraunhofer ESK macht jetzt damit Schluss, denn Fußgänger und Radfahrer nehmen in diesem Konzept über ihre Smartphones am vernetzten Verkehrsgeschehen teil – gleichberechtigt mit den Autofahrern.

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Besonders verwundbare Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer können über ihre Smartphones am vernetzten Verkehrsgeschehen teilnehmen.
Besonders verwundbare Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer können über ihre Smartphones am vernetzten Verkehrsgeschehen teilnehmen.
(Bild: Fraunhofer ESK)

Fußgänger und Radfahrer gelten als besonders verwundbare Verkehrsteilnehmer. Umso wichtiger ist es, sie in Konzepte zur Verkehrsvernetzung einzubeziehen: Über ihre Smartphones erhalten sie rechtzeitig Warnmeldungen vor Verkehrshindernissen, ihre Positionsdaten werden an andere Verkehrsteilnehmer übermittelt.

Warnmeldungen in Echtzeit auf das Smartphone

Diesen Ansatz verfolgt das Projekt Timon („enhanced real Time services for optimized multimodal Mobility relying on cooperative Networks and open data“). Neben den Daten dieser vulnerable road users (VRU) werden Informationen aus unterschiedlichen Quellen ausgewertet. Dazu gehören z.B. offene Transportdaten wie Verkehrsmeldungen, Daten aus Infrastruktursensoren wie die aktuelle Verkehrsdichte sowie Positionsdaten von Fahrzeugen. Diese Daten fließen per Mobilfunk oder über den autospezifischen WLAN-Standard ITS-G5 in einer kooperativen offenen Web-Plattform zusammen. Dort werden sie verarbeitet und analysiert, bevor sie etwa in Form von Warnmeldungen vor einem Hindernis an alle betroffenen Verkehrsteilnehmer sowie deren Endgeräte übertragen werden, und das in Echtzeit.

Adaptive hybride Kommunikationssystem erste Tests überstanden

Das Fraunhofer ESK ist im Projekt für die Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer untereinander und mit der offenen Web-Plattform zuständig. Dafür nutzen die Forscher ihr adaptives hybrides Car2X-Kommunikationssystem. Es führt verschiedene Drahtlostechnologien wie WLAN und Mobilfunk zusammen und bringt situationsabhängig die jeweils geeignete Technologie zum Einsatz. Die jüngsten Tests in den Niederlanden haben gezeigt, dass gerade dieses adaptive hybride Kommunikationssystem in der Lage ist, die anspruchsvollen Qualitätsanforderungen von Timon zu erfüllen. Das gilt besonders für eine ausreichende Distanz zu einem Verkehrshindernis, wenn ein Verkehrsteilnehmer eine entsprechende Warnmeldung erhält.

Das Projekt Timon wird im Rahmen des Forschungsprogramms Horizon 2020 von der EU gefördert. Beteiligt sind neben dem Fraunhofer ESK zehn Partner aus sieben anderen europäischen Staaten: die Universität Deusto und die Forschungseinrichtung CTTC (beide Spanien), die Technologieunternehmen Intecs (Italien), The Sensible Code Company (Großbritannien) und Iskra (Slowenien), der Geo-Informationsspezialist GeoX (Ungarn), der Cloud-Experte XLab (Slowenien), Verkehrsinfrastrukturdienstleister Ljubljana LPT (Slowenien), die Non-Profit-Organisation Corte (Belgien) sowie der Testdienstleister TASS International (Niederlande). Die nächsten Tests finden im Frühjahr 2018 statt, das Projekt läuft bis Anfang 2019. (jup)

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