Offshore-Windpark Erste Offshore-Turbinen für Nordsee Ost sind installiert

Redakteur: Jan Vollmuth

Senvion hat Ende Juni 2014 die ersten Offshore-Anlagen für Nordsee Ost installiert. Der RWE Hochseewindpark befindet sich rund 35 km nördlich der Insel Helgoland und wird mit insgesamt 48 Maschinen des Typs 6.2M126 ausgestattet.

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(Bild: RWE Innogy)

Jede Turbine verfügt über eine Nennleistung von 6,15 MW und kann damit rund 4.000 Haushalte mit Strom versorgen. Die Turbinen stammen von Senvion, einer hundertprozentige Tochtergesellschaft innerhalb der Suzlon Gruppe, dem fünftgrößten Windenergieanlagenhersteller der Welt (Quelle: BTM Consult ApS – A part of Navigant Consulting – World Market Update 2012).

Nach der geplanten Fertigstellung im Frühjahr 2015 wird der Offshore-Windpark Nordsee Ost über eine installierte Leistung von rund 295 MW verfügen und umgerechnet rund 300.000 Haushalte im Jahr mit Strom versorgen. Damit gehört Nordsee Ost zu den größten kommerziellen Windkraftprojekten vor der deutschen Küste.

Alle Komponenten der Windenergieanlagen

Senvion liefert alle Komponenten der Windenergieanlagen sowie die Service-Plattformkräne. Aktuell werden die Naben, Rotorblätter, Maschinenhäuser, Türme und weitere Plattform-Komponenten im Basishafen CT1 in Bremerhaven weitestgehend vormontiert und auf Spezialschiffe zum Transport an ihren Bestimmungsort verladen. Die Installation der Turbinen soll dieses Jahr abgeschlossen werden, die Inbetriebnahme ist ab September geplant.

„Die erste Turbine für unseren Windpark Nordsee Ost steht im Wasser“, erklärt Marcel Sunier, Projektdirektor für den Windpark Nordsee Ost bei RWE Innogy. „Die Rotorblätter der 6-Megawatt-Anlage der Firma Senvion wurden erstmalig nicht als vormontierter Rotorstern installiert, sondern alle Rotorblätter auf hoher See einzeln an der Nabe angebracht. Notwendig wurde die Einzelblattmontage aufgrund der schifffahrtsrechtlichen Beschränkungen auf der Weser, die aufgrund der Breite das Auslaufen des Installationsschiffs mit einem vorinstallierten Rotorstern an Board nur eingeschränkt gestatten.“

Die Evolution der 6.2M126: die Senvion 6.2M152

Für Nordsee Ost werden die Turbinen in einer Wassertiefe von 22 bis 25 m errichtet. Mit der jetzt installierten Maschine stehen aktuell insgesamt 93 Senvion Offshore-Turbinen in europäischen Gewässern. Zusammen mit den an Land installierten 16 Maschinen hat Senvion inzwischen Erfahrung mit Multi-Megawatt-Turbinen in einer gesamten Betriebslaufzeit von 350 Jahren – mehr als jeder andere Hersteller.

Die einzelnen Komponenten der 6-Megawatt-Turbine für den Windpark Nordsee Ost beeindrucken mit ihren gewaltigen Dimensionen: Mit rund 160 m Höhe vom Meeresspiegel bis zur Blattspitze überragt die Windkraftanlage den Kölner Dom. Die Gondel hat ein Gewicht von ca. 350 t und etwa die Abmessungen eines Einfamilienhauses. In ihrem Inneren befinden sich die Maschinenkomponenten wie Getriebe und Generator. Der Turm, bestehend aus zwei einzelnen Segmenten, ist insgesamt 70 m lang und wiegt über 240 t. Jedes Rotorblatt ist über 60 m lang und wiegt rund 23 t. Dies entspricht dem Gewicht von etwa sechs ausgewachsenen Elefanten.

Verzögerte Installation

Nordsee Ost sollte ursprünglich zwischen 2011 und 2013 errichtet werden; erste Anlagen sollten schon 2012 ans Netz gehen. Aufgrund von Verzögerungen beim Netzanschluss musste der Startschuss für die Installation bis jetzt verschoben werden. Andreas Nauen, Vorstandsvorsitzender (CEO) Senvion SE, sagt dazu: „Wir freuen uns sehr, dass die ersten Turbinen für Nordsee Ost jetzt im Wasser stehen! Eine erfolgreiche Energiewende braucht Onshore und Offshore und die Windenergie insgesamt braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Das derzeit im EEG 2.0 vorgesehene Stauchungsmodell betrachten wir als sinnvolle Vergütung, auf die Finanzierungen bauen werden.“

„Mit dem Bau des Windparks Nordsee Ost geht es gut voran“, betont Sunier. „Seit Mitte März sind alle Fundamente fest im Meeresboden verankert, diesen Monat konnten wir die parkinterne Verkabelung fertigstellen und in den vergangenen Wochen zehn Türme, Gondeln und Naben installieren. In den kommenden Wochen soll das Umspannwerk auf See errichtet werden. Wir liegen also im Plan für die vollständige Inbetriebnahme im kommenden Frühjahr.“ (jv)

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