Suchen

Sensorik Wie eine intelligente Socke den Laufstil verbessern kann

Redakteur: Katharina Juschkat

Gesünder Laufen mit smarter Socke: Forscher der TU Chemnitz entwickeln eine robuste Sensor-Elektronik, die in Socken integriert werden kann. Die Sensoren messen die Druckverteilung und Beschleunigung am Fuß in Echtzeit – und übertragen das Ergebnis ans Smartphone.

Firmen zum Thema

Sensoren für die Socken: Forscher der TU Chemnitz haben robuste Elektronik entwickelt, um Druckverteilung und Beschleunigung am Fuß in Echtzeit zu messen.
Sensoren für die Socken: Forscher der TU Chemnitz haben robuste Elektronik entwickelt, um Druckverteilung und Beschleunigung am Fuß in Echtzeit zu messen.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Schmerzenden Füßen liegt oft eine einseitige Gewichtsbelastung zugrunde. Beim Laufen merken davon aber die Wenigsten etwas. Hier will die „Smarte Socke“ ansetzen, die von der Professur Sportgerätetechnik der TU Chemnitz in Kooperation mit dem Textilhersteller Lindner entwickelt wurde: „Die bei uns hergestellte Elektronik der Socke misst die Druckverteilung und Beschleunigung am Fuß. Dadurch können Rückschlüsse auf Parameter wie einseitige Belastung gezogen werden“, erklärt Prof. Dr. Stephan Odenwald.

Die feinen Sensoren stecken in der Socke, die App bereitet die gesammelten Daten grafisch auf.
Die feinen Sensoren stecken in der Socke, die App bereitet die gesammelten Daten grafisch auf.
(Bild: Schmidtfoto Chemnitz)

App warnt bei Überlastung in Echtzeit

Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Markus Hill und Maja Neubert erstellte er die Elektronik und programmierte die zugehörige App: „Unsere App verfügt über eine grafische Benutzeroberfläche, die aufbereitete Daten in Echtzeit auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets anzeigt“, sagt Odenwald. So sehen Nutzer genau, welcher Fuß-Bereich wie stark belastet werde. Komme es dann zur Überanstrengung, schlage die App Alarm. Zudem erfassen Sensoren Luftfeuchte und Temperatur. Das eröffnet Anwendungsfelder in der Schmerz- und Unfalltherapie, aber auch im Leistungs- und Freizeitsport. Medizinische Anwendungen sind ebenfalls denkbar, zum Beispiel im Bereich der Rehabilitation und Diabetologie.

Die Daten sind vergleichsweise genau und umfangreich, denn sie können über längere Zeit ununterbrochen und in verschiedenen Alltags-Situationen aufgezeichnet werden. Ein Aufenthalt in einer medizinischen Einrichtung ist nicht nötig. „Im Vergleich zu Messmethoden im oder am Schuh bietet unsere Lösung den Vorteil, dass die Träger die Sensorik sogar quasi barfuß nutzen können, da Schuhe zur Erfassung nicht nötig sind“, erläutert Odenwald. Damit das funktioniert, muss die Elektronik robust sein und fest am Fuß anliegen. Dafür entwickelte der Textilhersteller Lindner ein eigenes Verfahren, durch das die Sensorik wie bei einen Sandwich zwischen zwei Textilschichten eingebettet liegt. Zusätzlich verhindert eine Gel-Einlage das Verrutschen.

Das Potential der smarten Socke aus Sachsen bescheinigten ihr auch Experten auf der Medica 2016, Fachmesse für Medizintechnik und Elektromedizin: „Die präsentierten Anwendungsmöglichkeiten haben die Besucher überzeugt“, sagt Odenwald. Nun soll die smarte Socke zur Marktreife geführt werden. (kj)

(ID:44501448)