Was wäre, wenn Ihr Antrieb plötzlich 40% günstiger wäre?

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Diese Frage stellt sich beim Einsatz des Torus®-Getriebes. Denn das Schweizer Unternehmen Tedec hat ein neuartiges Getriebekonzept entwickelt welches Einsparungen bei Material, Bauraum und Kosten erlaubt und dies bei gleichzeitiger Steigerung der Qualität und erhöhter Gestaltungsflexibilität.

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Das Schweizer Unternehmen Tedec hat ein Getriebekonzept entwickelt welches Einsparungen bei Material, Bauraum und Kosten erlaubt
Das Schweizer Unternehmen Tedec hat ein Getriebekonzept entwickelt welches Einsparungen bei Material, Bauraum und Kosten erlaubt
(Bild: Tedec)

Bei der Auswahl des bestmöglichen Antriebes muss man sich oft entscheiden zwischen einem Getriebe mit hohem Wirkungsgrad oder einem kompakten, leichten Getriebe (wie beispielsweise einem Schneckengetriebe). In diesem Bereich der kompakten Getriebe setzt das Torus-Getriebekonzept neue Massstäbe was Material- und Bauraumreduktion betrifft.

Dies wird möglich durch den Einsatz einer neuartigen Planspiralverzahnung, welche dank optimaler Kontaktgeometrie höhere Kräfte übertragen kann. Die Getriebe-Komponenten können folglich in ihren Abmessungen verkleinert werden, was direkt zu bedeutenden Gewichts- und Materialkostenreduktionen führt. Auch die Lagerung der Antriebswelle kann deutlich einfacher und kostengünstiger gestaltet werden, und nicht zuletzt bietet das Torus-Getriebe mehr Freiheit bei der dimensionellen Gestaltung des Getriebegehäuses. So können mit einfachsten Mitteln die Herstellkosten um bis zu 40% gesenkt werden.

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Flexibler Achsabstand

Der Achsabstand ist eine bedeutende Grösse bei der Auswahl eines Getriebes. DIN 3976 regelt die Zuordnung von Achsabständen und Übersetzungen in Schneckenradsätzen. Ziel dieser DIN Empfehlung war es, möglichst viele Übersetzungsvarianten pro Achsabstand anzubieten. Der Durchmesser des Schneckenrades und der Schnecke wird bei dieser Zuordnung so aufgeteilt, dass der gewünschte, normierte Achsabstand auch eingehalten werden kann.

Diese Vorgehensweise erlaubt es dem Getriebehersteller, mit einem normierten Gehäuse mehrere Übersetzungsstufen anzubieten. Die maximal zu übertragende Leistung bleibt innerhalb eines Achsabstands dabei nahezu konstant.

Hier wird das Dilemma des Schneckengetriebe-Konzeptes klar. Denn der Achsabstand muss zwangsläufig immer grösser sein als der Radius des Schneckenrades. Das torus-Getriebe bietet diesbezüglich eine einzigartige Lösung, denn der Achsabstand ist nahezu unabhängig von der zu übertragenden Last, Übersetzung und der Grösse des Abgangsrades.

Diese Eigenschaft macht erstmals Antriebe mit hohen Übersetzungen und kleinen Achsabständen möglich. Ausserdem eröffnet dies dem Getriebebauer die Möglichkeit, eine qualitativ hochstehende Baureihe von Getrieben mit normiertem Achsabstand und nahezu unendlichen Variationen an Übersetzungen und Leistungen zu gestalten.

Qualitätssteigerung

Das Torus-Getriebe gehört in die Gruppe der Schraubgetriebe und weißt prinzipbedingt einen nahezu geräuschlosen und dämpfenden Lauf auf. Durch die neuartige Kontaktsituation ist die Getriebespiel-Einstellung bzw. Spielaufhebung sehr einfach zu realisieren. Mittels eines kraftvorgespannten Ritzels werden spielfreie Getriebe mit einfachstem Aufbau möglich.

Eine weitere positive Eigenschaft dieser neuartigen Getriebetechnologie ist die vorwiegend radiale Kraftübertragung auf die Zahnräder. Dies erlaubt den Einsatz von einfachen, kostengünstigen Wälzlagern.

Technologie

Das von der Tedec entwickelte Torus-Getriebe gehört zur Gruppe der planverzahnten Getriebe. Ein auf der Planseite des Ritzels aufgebrachter, spiralförmiger Zahn greift so in die Verzahnung des Abgangsrades ein, dass mehrere, identische Kontaktstellen entstehen.

Anwendungsbereiche

Das Torus Getriebe findet seine Anwendung im Maschinenbau dort wo Bauraum, Gewicht und Kosten ausschlaggebend sind. In der Medizinaltechnik sind der geringe Bauraum und die hohe Laufruhe gefragt, während im Automobilbau Eigenschaften wie kleiner Bauraum, minimales Gewicht, hohe Laufruhe und tiefe Kosten gefordert sind.

„BLUECOMPETENCE“ heisst das Label für Nachhaltigkeit und Effizienz in der Produktion, eine Initiative des VDW (Verein Deutscher Werkzeugma-schinenfabriken). Dieses Label entwi-ckelt sich zunehmend zum hochstehen-den Qualitäts-Markenzeichen. Das Torus Getriebe leistet einen wesentlichen Beitrag zu diesem Qualitäts-Markenzeichen. Kriterien wie Baugrösse, Leistung, Prozesssicherheit und Preis sind bei diesem neuartigen Getriebe gegeben. (hö)

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