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DIN EN ISO 13849-1

Warum Sie Ihr Risiko neu bewerten sollten

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Zu beachten gilt vor allem, dass sich für kontaktbasierte Elemente, wie Relais und Schütze bei Nennlast, der Pauschalwert für den B10D deutlich verschlechtert hat. Dies gilt natürlich nur für Produkte, zu denen der Hersteller selbst keine Kenndaten liefert. In der Praxis ist hier in allen Fällen zu klären, ob der gewünschte PL auch mit den reduzierten B10D Werten erreicht wird.

Auch für die Software gibt es echte Neuerungen. Es wird erstmalig auf den Nachweis der Eignung von nicht speziell für Sicherheitstechnik entwickelter SRESW Software verzichtet. Es wurde ein pauschaler Ansatz gewählt, der einkanalige Systeme in Kategorie B, 2 oder 3 bis PL b und zweikanalige Systeme in Kategorie 2 oder 3 bis PL d gestattet. Eine Stellungnahme, inwieweit die Diagnoseanforderungen mit diesen Systemen nachweisbar sind, wurde leider nicht beigefügt. Praktisch gibt es bis heute erhebliche Bedenken, ob die DC Anforderungen von DC >=60% mit Standardsoftware auf Standardhardware erfüllbar sind.

In Kategorie 2 zwingend gefordert: Das Einleiten des sicheren Zustands

Im Bereich der Kategorie 2 gab es Zuckerbrot und Peitsche. Einerseits wurde das Verhältnis von Anforderungs- zu Testrate vereinfacht. Bisher musste 100x öfter getestet werden als die Sicherheitsfunktion angefordert wurde. Nun ist ein Verhältnis von 1:25 zulässig. Dann allerdings mit einem Aufschlag von 10% auf den PFHD Wert. Zusätzlich gibt es bezüglich des Ausgangs der Testeinheit OTE eine Klarstellung. Bisher war nicht eindeutig geregelt, ob OTE den sicheren Zustand einleiten muss oder ob eine reine Signalisierung ausreichend ist. Nun ist für PL d das Einleiten des sicheren Zustands zwingend gefordert. Damit ist auch hier zu klären, ob vorhandene Implementierungen die neuen Anforderungen noch erfüllen.

Eine etwas größere Relevanz hat auch die Erweiterung des „Balkendiagramms“ und des Anhang K. Für die Kategorie 4 geht der Wertebereich des MTTFD in Zukunft bis 2500 Jahre, statt 100 Jahre. Wirklich große Auswirkungen sind hier aber nicht zu erwarten, da es letztlich nur bei Sicherheitsketten von mehr als drei Subsystemen eine Verbesserung darstellt.

Anhang E: Pauschalwert for den DC ersatzlos gestrichen

Eine letzte Änderung mit möglichem Einfluss auf vorhandene Anwendungen findet sich im Anhang E. Dort wurde ein Pauschalwert für den DC ersatzlos gestrichen. Sicherheitsfunktionen mit zwei Abschaltpfaden, von denen nur einer getestet wird, konnten bisher einen DC von 90% in Anspruch nehmen. Dies ist nun nicht mehr möglich. Auch hier ist zu prüfen, ob von diesem Parameter in der Vergangenheit Gebrauch gemacht wurde.

Als Fazit bedeutet die neue Edition der DIN EN ISO 13849-1 eine Veränderung in beide Richtungen. Die Mehrzahl der Änderungen erleichtern die Umsetzung von Sicherheitsfunktionen, allerdings gibt es auch drei Änderungen, die dazu führen können, dass vorhandene Bewertungen zu einem nun schlechteren Ergebnis kommen. Es ist daher von jedem Maschinenbauer für alle Maschinen zu prüfen, ob deren Bewertungen der Sicherheitsfunktionen noch zum selben Ergebnis gelangen. In Anbetracht der extrem kurzen Übergangsfrist von nur einem Monat ist das in den meisten Fällen faktisch nicht möglich. Wie sich Gesetzgeber und Zertifizierungsstellen hier positionieren, bleibt abzuwarten. (ud)

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