Werkstoffexpertise Virtueller Experte soll Werkstoffwissen zusammenführen

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Im Projekt „Di-Wan“ (Digitaler Wandel) will das Fraunhofer IWS zusammen mit sechs Partnern aus wissenschaftlichen Einrichtungen und mittelständischen Unternehmen ein virtuelles Werkstoff-Expertensystem erschaffen. Die gesammelte Expertise soll z.B. bei Werkstoffprüfungen zielgerichtet zur Verfügung stehen.

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Der digitale Assistent soll helfen, Werkstoffwissen leicht abrufbar und nutzbar zu machen. So könnte die Qualität und das Tempo von Werkstoffuntersuchungen verbessert werden.
Der digitale Assistent soll helfen, Werkstoffwissen leicht abrufbar und nutzbar zu machen. So könnte die Qualität und das Tempo von Werkstoffuntersuchungen verbessert werden.
(Bild: ronaldbonss.com/Fraunhofer IWS)

Der künstliche Assistent soll die neuesten Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Aufsätzen über Werkstoffe und die Anforderungen aus einschlägigen Standards genauso parat haben wie das Praxiswissen von Erfahrungsträgern, heißt es. Die Beteiligten wollen zunächst ein elektronisches Laborbuch, eine Wissensdatenbank und ein digitales Labormanagementsystem entwickeln. Aus diesen Komponenten soll dann schließlich der virtuelle Experte entstehen. Dabei beschäftigen sich die Forschenden auch mit der Ontologie der Werkstoffkunde. Es handelt sich um ein Begriffsnetzwerk, das über eine bloße Verwaltung von Daten hinausgeht, indem es auch deren Beziehungen untereinander beschreibt.

Werkstoffprüfer profitieren

Laut Fraunhofer IWS können derartige digitale Assistenten beispielsweise die Qualität und das Tempo von Werkstoffuntersuchungen verbessern. Sind erfahrene Kollegen nicht gleich greifbar, kann eine Konsultation des digitalen Assistenten weiterhelfen – etwa um eine neue Rezeptur für einen angeätzten metallographischen Schliff zu planen. Auch ist nicht ausgeschlossen, dass die virtuellen Experten neue Querverbindungen und Erkenntnisse aus den bisher verstreuten Wissensquellen herstellen. Darüber hinaus soll der virtuelle Experte das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiteraber bewahren – als immaterielles Kapital eines jeden Technologieunternehmens.

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