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Werkzeugmaschine Unter Dach und Fach

Redakteur: Ute Drescher

Hema hat ein Dachverriegelungssystem für Werkzeugmaschinen entwickelt, das deutlich weniger Energie verbraucht als herkömmliche Modelle.

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Faltenbälge und Abdeckungen fertigt Hema kundenindividuell. Im Bild: ein Faltenbalg mit spezieller Lamellen-Geometrie für moderne Werkzeugmaschinen.
Faltenbälge und Abdeckungen fertigt Hema kundenindividuell. Im Bild: ein Faltenbalg mit spezieller Lamellen-Geometrie für moderne Werkzeugmaschinen.
(Bild: Hema)

Große Bearbeitungszentren von Hand zu beladen ist selten möglich: Die Werkstücke sind für eine Front-Bestückung zu schwer. Daher werden sie in der Regel von oben beladen. Maschinenbauer müssen bei diesen Anlagen deshalb auf ein festes Dach verzichten, was im täglichen Betrieb einige Nachteile mit sich bringt: Aus der Maschine herausgeschleuderte Späne und Kühlschmiermittel können die Produktionsumgebung verschmutzen. Um diese Begleiterscheinungen zu vermeiden, ist die Installation einer Dachabdeckung sinnvoll.

Am Markt sind hierfür die unterschiedlichsten Systeme erhältlich, die aber eines gemeinsam haben: Ihr Verriegelungssystem basiert auf Pneumatikzylindern. Die Zylinder müssen während des kompletten Öffnungs- und Verschlussvorgangs der Abdeckung mit Druckluft versorgt werden, deren Herstellung mit hohen Energiekosten verbunden ist.

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Verriegelungssysteme mit Dauermagneten haben zusätzlich noch den Nachteil, dass sie ferromagnetische Stoffe anziehen und deshalb schnell verschmutzen können. Im Extremfall kann hier sogar ein Systemausfall die Folge sein.

Zwar lässt sich der Verschluss einer Dachabdeckung auch manuell betätigen – das birgt aber die Gefahr einer Verletzung des Bedieners bzw. einer Verkantung der Abdeckung.

Die Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH aus Seligenstadt hat mit ihrem Know-how aus der Konstruktion von Dachabdeckungen jetzt einen deutlich günstigeren Verschlussmechanismus entwickelt. „Im Unterschied zu den herkömmlichen Systemen braucht unser Modell nur eine Impulsenergie beim Öffnen der Abdeckung“, sagt Hema-Kon-strukteur Lars Najorka. Der entscheidende Befehl zum Öffnen oder Schließen der Abdeckung kommt von der Maschinensteuerung, an die das Verschlusssystem angeschlossen ist. Er kann aber auch per Knopfdruck erfolgen. Wird der Befehl zum Öffnen gegeben, kann der Verschlussmechanismus entweder per Formgedächtnislegierung (FGL), elektromagnetisch oder pneumatisch angetrieben werden.

Formgedächtnislegierung verriegelt

Das Prinzip des Antriebes per FGL ist schnell erklärt: Ein speziell legierter Draht an der Abdeckung wird kurz mit Strom beaufschlagt und dadurch erwärmt. Die Wärme bewirkt eine Verkürzung des Drahtes, der so die Verriegelung der Dachabdeckung an die Maschinenachse ankoppelt. Hat sich die Abdeckung komplett geöffnet, wird sie selbsthemmend in dieser Position gehalten, bis der Bediener oder ein Programm den Steuerbefehl zum Verschließen auslöst. Für den Öffnungs- und Verschlussvorgang genügt der Normalhub der Achse, an der die Abdeckung befestigt ist – eine Energiezufuhr von außen ist nicht nötig. Der Draht an der Abdeckung hat sich nach kurzer Zeit soweit abgekühlt, dass er wieder seine ursprüngliche Länge erreicht hat und die Abdeckung mit der Achse in die „Geschlossen“-Position verfahren kann.

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