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Expo 2015 Solarbäume arbeiten mit Anschlusstechnik von Lapp

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Auf der Weltausstellung 2015 in Mailand sind die energieerzeugenden Solarbäume der Blickfang im Deutschen Pavillon. Sie integrieren Organischen Photovoltaik(OPV)-Technologie und bestehen im Gegensatz zu herkömmlichen Solarmodulen aus flexiblen folienintegrierten OPV-Modulen. Die Verbindungstechnik dafür kommt von der Stuttgarter Lapp Gruppe.

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Energie nachhaltig nutzen mit den Solar Trees im Deutschen Pavillon auf der Expo 2015.
Energie nachhaltig nutzen mit den Solar Trees im Deutschen Pavillon auf der Expo 2015.
(Bild: Lapp Kabel )

„Wir haben dafür ein ganz neues Verfahren für Anschluss und Verkabelung entwickelt, das sich auch hervorragend für besonders filigrane OPV-Module eignet“, erklärt Stefan Koch, Produktmanager bei Lapp. Die OPV-Module kommen von der Firma Belectric OPV GmbH aus Nürnberg, die die halbtransparenten OPV-Module nach den Vorgaben des Design- und Architekturunternehmens Schmidhuber gefertigt haben. Die sechseckigen OPV-Module für das „Blätterdach“ der Solarbäume gibt es in vier Varianten mit entweder 340 oder 880 mm Durchmesser und unterschiedlichen aktiven Bereichen, die sich optisch unauffällig in das aus Folie und Drahtgeflecht bestehende Architekturelement einfügen.

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Individuelle Anschlusstechnik von Lapp

Herkömmliche PV-Anschlussdosen und dicke Kabelanschlüsse wären für dieses Designkonzept vollkommen ungeeignet gewesen. Bei der Lösungssuche wand sich Belectric daher an Lapp. „Die Erfahrung des Lapp-Teams mit individuell nach Kundenanforderungen entworfenen und umgesetzten Anschlusskomponenten hat uns überzeugt. Gemeinsam haben wir die optimale Lösung für unsere OPV-Module entwickelt“, begründet Hermann Issa, Director Business Development Sales von Belectric OPV.

Anforderungen der Photovoltaikmodule

Die OPV-Module samt der Anschlüsse sind im wörtlichen Sinne aus einem Guss: Es gibt keine aufgeklebte Anschlussdose wie bei herkömmlichen Photovoltaikmodulen mehr, sondern einen so genannten Access Point, der direkt auf die flexible OPV-Folie aufgegossen wird und mit der Folie verschmilzt. Kapillareffekte und damit Schäden durch Korrosion werden so vermieden.

Zudem sind die Anschlusskomponenten bei den Belectric-Modulen in den Solarbäumen mit nur knapp 30 mm × 20 mm deutlich kleiner als bei herkömmlichen Systemen. Auch die Kabel für den Einsatz der Module wurden nach den kundenspezifischen Anforderungen entwickelt und sind nur 2 mm breit. Für den Einsatz im Deutschen Pavillon wurden sie in grauer Farbe hergestellt, damit sie sich im gleichfarbigen Drahtgeflecht der Designelemente nahezu unsichtbar integrieren lassen.

Mehr Spielraum durch organische Photovoltaik

Lennart Wiechell, Architekt bei Schmidhuber: „Die herkömmlichen Photovoltaikmodule sind in Bezug auf Form und Größe viel zu starr. Der Einsatz von Organischer Photovoltaik bietet für uns Architekten dagegen ganz neue Freiheiten und Gestaltungsspielräume.“ Organische Photovoltaiklösungen lassen sich vollständig in Gebäudehüllen oder Objekte integrieren. Durch ihre Flexibilität in Form, Farbe und Transparenz eröffnet sich eine Vielfalt von Einsatzmöglichkeiten. Stefan Koch: „Wir stimmen unsere Anschlusstechnik speziell auf die vielfältigen und individuell kreierten OPV-Varianten ab und sind in der Lage die Anschlusstechnik viel kleiner und unauffälliger zu gestalten als bei herkömmlichen PV-Anschlusssystemen und Verkabelungen.“

Lösungen für die Photovoltaik

Lapp entwickelt bereits seit über 10 Jahren erfolgreich Anschlusssysteme für Photovoltaikmodule und hat den Markt immer wieder mit intelligenten Neuerungen vorangebracht, darunter beispielsweise das bekannte Steckverbindungssystem Epic Solar oder die Kabelserie Ölflex Solar. (mz)

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