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Robotik Roboter ohne Experten agil programmieren

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Roboter programmieren war bisher Expertensache. 75 % der Kosten entfielen beim Robotereinsatz auf Anpassung oder Neuprogrammierung der Software. Das junge Unternehmen Wandelbots macht das Programmieren von Robotern so einfach wie. Dazu braucht es den Trace Pen und eine App.

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Der Bediener führt mit dem drahtlosen Trace Pen in seiner Hand den zu erlernenden Weg („Pfad“) dem Roboter ganz einfach direkt am Werkstück vor.
Der Bediener führt mit dem drahtlosen Trace Pen in seiner Hand den zu erlernenden Weg („Pfad“) dem Roboter ganz einfach direkt am Werkstück vor.
(Bild: Wandelbots)

Ein neues Zeitalter im Bereich der Industrieautomation startet Wandelbots aus Dresden: Mit dem Trace Pen wird es möglich, Robotern ihre Aufgaben völlig unkompliziert und ganz ohne Programmierkenntnisse zuzuweisen. Das junge Unternehmen Wandelbots, das sich 2017 aus der TU Dresden ausgründete, bietet sein Produkt des Trace Pen nun in größeren Stückzahlen an und ermöglicht die Technologie nun auch für den Mittelstand einzusetzen. „Wir haben hart dafür gearbeitet. Dabei war es unser Anspruch, den Kunden nicht nur Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Haltbarkeit zu bieten, sondern vor allem auch Benutzerfreundlichkeit“, sagt CEO Christian Piechnick.

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Anlernen statt aufwendig Programmieren

Bisher war das Programmieren von Robotern Expertensache – unflexibel, kostenintensiv und langwierig. Dabei entfielen fast 75 % der Kosten auf Anpassung oder Neuprogrammierung der Software, um den Roboter einen neuen oder veränderten Prozessschritt ausführen zu lassen. „Der Zugang zu Automatisierung von Prozessen durch Roboter war dadurch vor allem großen Unternehmen vorbehalten“, erläutert Christian Piechnick. „Mit der Einführung des Trace Pen ist das Vergangenheit.“ Denn mit dem Trace Pen können selbst Laien Roboter für eine Tätigkeit anlernen.

Dazu führt der Bediener mit dem drahtlosen Trace Pen in seiner Hand den zu erlernenden Weg („Pfad“) dem Roboter ganz einfach direkt am Werkstück vor. Diese Bewegung wird durch die Software von Wandelbots nahezu zeitgleich in der zum Produkt gehörigen App visualisiert. Der Nutzer kann den Pfad dann am I-Pad intuitiv und im Submillimeterbereich weiter verfeinern.

App übersetzt Bewegungen in Programmcode

Je nach Anwendung kann definiert werden, wie sich der Roboter zwischen den festgelegten Punkten bewegen soll:

  • von Punkt zu Punkt
  • linear oder
  • kreisförmig

Durch eine integrierte Gelenksteuerung kann der Anwender die einzelnen Robotergelenke direkt beeinflussen. Er kann zudem einen spezifischen Sicherheitsbereich festlegen, in dem es dem Roboter erlaubt ist, zu agieren. Entspricht der Pfad den Anforderungen an den Prozessschritt, überträgt der Bediener der App diesen an den Roboter. Die Software von Wandelbots übersetzt dazu den Pfad in die jeweilige roboterspezifische Programmiersprache. Wenige Sekunden später kann der Roboter damit beginnen, die neu „erlernten“ Bewegungen am zu bearbeitenden Werkstück präzise auszuführen.

Buchtipp

Das Buch Industrieroboter ist ein Handbuch für KMU mit Tipps und Tricks zum Thema Robotereinsatz. Es werden die wichtigsten Grundlagen der Robotertechnik vermittelt und Methoden erläutert, wie bewertet werden kann, ob sich ein Produkt oder Prozess durch Robotereinsatz automatisieren lässt.

Software von Wandelbots funktioniert herstellerunabhängig

Besonderer Clou: Der erlernte Prozessschritt kann einfach auf weitere Roboter anderer Hersteller übertragen werden. Diese Möglichkeit gab es in der Automatisierungswelt bisher nicht, setzt doch jeder Roboterhersteller auf seine eigene proprietäre Programmiersprache.

Die App von Wandelbots tritt nun an die Stelle der Programmierexperten. Somit wird es neben Industriekonzerne auch kleinen und mittelständischen Unternehmen ermöglicht, Roboter einzusetzen.

Gemeinsam mit dem 5G Lab der TU Dresden hat Wandelbots den Einsatz von Industrie 4.0-Technologien in einigen kleinen und mittelständischen Unternehmen erfolgreich erprobt. „Die Beispiele zeigen: Robotik und Automatisierung sind jetzt auch für Kleinunternehmen und Mittelständler ein relevantes Thema. Der Trace Pen senkt die Investitionskosten deutlich und macht es so auch für Unternehmen dieser Größe erstmalig richtig attraktiv, sich mit Robotik zu beschäftigen. Damit eröffnen sich neue Märkte“, sagt Piechnick.

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Trace Pen reduziert Kosten um bis zu 90 %

Wandelbots sieht den Trace Pen in Applikationen wie:

  • Schweißen
  • Entgraten
  • Kleben oder
  • Sprühen

In ersten Pilotprojekten mit namhaften Automobilherstellern konnte das Unternehmen bereits unter Beweis stellen, dass der Wechsel zu einem neuen Prozessschritt unter Verwendung des Trace Pens 70 mal schneller gelingt als mit herkömmlicher Programmierung – und dies bei einer Kostenreduktion um bis zu 90 %. Durch diese erhebliche Effizienzsteigerung wird der Einsatz von Robotern auch für Industrien, Unternehmen und Unternehmensgrößen sinnvoll, die bisher die hohen laufenden Kosten gescheut haben. Wandelbots stellt Interessenten in einer Webinar-Reihe den Trace Pen vor.

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