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VDI-Richtlinie Produktentwicklung mit Formgedächtnislegierungen

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Die neue Richtlinie VDI 2248 Blatt 1 beschreibt die Grundlagen und bereits realisierte Anwendungen der Formgedächtnistechnologie.

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Neue Richtlinie VDI 2248 Blatt 1: Produktentwicklung mit Formgedächtnislegierungen.
Neue Richtlinie VDI 2248 Blatt 1: Produktentwicklung mit Formgedächtnislegierungen.
(Bild: VDI)

Antriebselemente auf Basis von Formgedächtnislegierungen (FGL) bieten neue technische Möglichkeiten, die herkömmlichen Lösungen bei Gewicht, Größe, Funktionalität und Leistungsdichte deutlich überlegen sind. Sie stellen schon heute in vielen Branchen eine Schlüsseltechnologie mit neuartigen Anwendungsfeldern dar, wie z. B. in der Automobilindustrie, in der Medizin- und Umwelttechnik, oder bei Mikrokameras für Smartphones. Die neue Richtlinie VDI 2248 Blatt 1 beschreibt die Grundlagen und bereits realisierte Anwendungen und definiert eine einheitliche Terminologie im gesamten Bereich der Formgedächtnistechnologie.

Antriebstechnologie für die Feinwerktechnik

Feinwerktechnische Systeme verlangen nach immer kleineren Antrieben. Die Miniaturisierbarkeit herkömmlicher Antriebe, wie beispielsweise Elektromotoren, hat jedoch ihre Grenzen erreicht. Eine Alternative zu herkömmlichen Antrieben stellen in diesem Sinne Formgedächtnislegierungen (FGL) dar. FGL können sich nach einer Verformung an ihre zuvor eingeprägte Ursprungsform erinnern. Die Ausgangsform wird dabei vorab durch einen Glühprozess eingeprägt. Neben der kleinen Baugröße und des einfachen Aufbaus bieten FGL noch den Vorteil des geringen Gewichts, der Reinraumtauglichkeit und der sehr guten elektromagnetischen Verträglichkeit. Für den Einsatz in der Feinwerktechnik soll diese Antriebstechnologie deshalb optimale Voraussetzungen bieten.

Weitere Blätter der Richtlinie für 2017 geplant

Die Richtlinienreihe VDI 2248 soll den Anwender bei der werkstofflichen Auslegung und funktionalen Gestaltung technischer Lösungen mit FGL unterstützen. Das ebenfalls im Januar erschienene Blatt 2 dient der Werkstoffauswahl bei der Anwendung von FGL. Sie bietet Entwicklern, Herstellern und Anwendern elektronischer Bauteile einen Überblick über FGL, die zugehörigen Herstellverfahren sowie Festlegungen im Bereich der Legierungsnomenklatur. Die VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung (GPP) veröffentlicht im Laufe des Jahres 2017 noch drei weitere Blätter der Richtlinie zu den Themen Prüf- und Messmethoden, Simulation und Modellentwicklung sowie Regeln und Beispiele für die Entwicklung von Aktoren.

Zielgruppe der Richtlinie sind branchenübergreifend Produktplaner und Produktentwickler in Produktionsunternehmen, ebenso wie Anbieter entsprechender Werkstoffe, Prüfinstitute und Konstruktionsdienstleister.

Herausgeber der Richtlinie VDI 2248 Blatt 1 „Produktentwicklung mit Formgedächtnislegierungen (FGL); Grundlagen und Anwendungsbeispiele“ sowie Blatt 2 „Werkstoffauswahl und Nomenklatur“ ist die VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung (GPP). Die Richtlinien sind ab sofort als Entwürfe zum Preis von EUR 62,60 (Blatt 1) bzw. EUR 77,80 (Blatt 2) beim Beuth Verlag erhältlich. VDI-Mitglieder erhalten 10 % Preisvorteil bei allen VDI-Richtlinien. Die Möglichkeit zur Mitgestaltung der Richtlinien durch Stellungnahmen bestehen durch Nutzung des elektronischen Einspruchsportals. Die Einspruchsfrist endet am 30.04.2017. (sh)

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