Suchen

Additive Fertigung On-Demand in PA6 drucken

| Redakteur: Dorothee Quitter

FKM Sintertechnik ist es gelungen, auf einer modifizierten Hochtemperaturanlage lasergesinterte Serienbauteile aus Polyamid 6 zu produzieren.

Firmen zum Thema

Das Luftkanal-Element mit Klemmnut, Stabilisierungsrippen und Befestigungsflansch wird für den After-Sales-Service gefertigt.
Das Luftkanal-Element mit Klemmnut, Stabilisierungsrippen und Befestigungsflansch wird für den After-Sales-Service gefertigt.
(Bild: FKM Sintertechnik)

Aufgrund seiner relativ hohen Schmelztemperatur von 222 °C ließ sich der technische Kunststoff Polyamid 6 (PA6) bislang auf keiner 3D-Printing-Anlage verarbeiten. Seit wenigen Wochen jedoch verfügt FKM Sintertechnik über eine spezielle, für die Verwendung von Hochtemperatur-Kunststoffen optimierte Lasersinter-Maschine mit einem Bauraum von 250 × 250 × 330 mm, in der sich Formteile aus PA6 schnell und wirtschaftlich ab Losgröße 1 fertigen lassen. Zu den ersten Kunden, die davon profitieren, gehört ein namhafter Automobil-Hersteller. Für seinen After-Sales-Service erhält er von FKM Sintertechnik Ersatzteile aus PA6 für den Einsatz im Motorraum. Dabei handelt es sich um Luftkanal-Bauteile mit Klemmnut, Stabilisierungsrippen, Befestigungsflansch und zahlreichen Anbauelementen. Diese Elemente sind hochfunktionelle Einbauteile von mittlerer Größe und Komplexität. Produziert werden sie abrufbereit als On-Demand-Serien mit mittleren Stückzahlen.

Bildergalerie

Formstabil und verschleißfest

Die auf der modifizierten High-Temperature-Lasersintermaschine bei FKM Sintertechnik hergestellten Bauteile aus Polyamid 6 erweisen sich in einem Temperaturbereich von –30 °C bis etwa 120 °C als formstabil, und überzeugen auch hinsichtlich ihrer mechanischen Eigenschaften. Denn das PA6 verleiht ihnen eine Zugfestigkeit von 75 MPa, ein Zugmodul von 3750 MPa und ein Biegemodul von 3200 MPa. Damit verfügen die lasergesinterten Bauteile also auch über eine hohe Abrieb- bzw. Verschleißfestigkeit und eine gute Schwingungsdämpfung. Sie erweisen sich in der Praxis als zäh und ermüdungsresistent und sind außerdem chemisch beständig gegen Benzin, Öl und Fett. Dank dieser Eigenschaften eignen sich die PA6-Bauteile von FKM hervorragend für Serienanwendungen in Automobilbau und Fahrzeugtechnik.

Glatte und glänzende Oberfläche

Für die Realisierung von Formteilen aus Polyamid 6 mit erhöhten optischen, haptischen oder fluidtechnischen Ansprüchen hat FKM Sintertechnik eine weitere Innovation zu bieten: Das Smooth-Finishing. Dieses rückstandsfreie Verfahren verleiht den PA6-Teilen eine glatte und glänzende Oberfläche. Alle sonstigen Werkstoff-Eigenschaften des Materials bleiben unbeeinflusst. Weil aber beim Smooth-Glätten auch alle innenliegenden und nicht sichtbaren Bereiche eines Bauteils lückenlos erreicht werden, ist das Verfahren gerade für die strömungstechnische Optimierung fluidtechnischer Komponenten von großer Bedeutung.

Die Luftkanal-Eemente sind auch ein Beleg für die formgeberischen Vorteile des Lasersinterns. Komplizierte Hinterschneidungen, innenliegende Strukturen und die Integration vieler Funktionalitäten lassen sich mit dieser 3D-Printing-Technologie sehr einfach und mit hoher Genauigkeit realisieren. Das eröffnet Designern und Konstrukteuren große Freiheiten bei der Gestaltung innovativer Geometrien aus PA6.

Die Entwicklung in Sachen Polyamid 6 schreitet in großen Schritten voran. Derzeit arbeitet FKM gemeinsam mit den Werkstoff-Herstellern an einer kohärent schwarzen Variante sowie einer gefüllten Ausführung. Während FKM mit dem schwarzen PA6 vor allem den Wünschen vieler Automobil-Designer entgegen kommt, verleihen Fülladditive dem Thermoplast eine erhöhte Wärmeleitfähigkeit. (qui)

Lesen Sie auch:

(ID:44711904)