Polyamid 6
Recyceltes Polyamid 6 in Schutzschaltern

Quelle: Siemens 3 min Lesedauer

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Siemens hat erstmals ein chemisch recyceltes Polyamid 6 in einem sicherheitsrelevanten Gehäuse eines FI-Schutzschalters eingesetzt. Dabei gibt es werkstoffliche Besonderheiten, die Recyclingtechnologie und die industrielle Validierung zu beachten.

Für das Gehäuse des FI-Schalters Sentron 5SV3 setzt Siemens erstmals ein UL-zertifiziertes PA6-Compound aus chemisch recycelten Industrieabfällen ein. Das von DOMO entwickelte Technyl-4-Earth bietet die Leistungsfähigkeit eines Primärpolyamids – bei rund 20 Prozent geringerem CO₂-Fußabdruck. (Bild:  Domo)
Für das Gehäuse des FI-Schalters Sentron 5SV3 setzt Siemens erstmals ein UL-zertifiziertes PA6-Compound aus chemisch recycelten Industrieabfällen ein. Das von DOMO entwickelte Technyl-4-Earth bietet die Leistungsfähigkeit eines Primärpolyamids – bei rund 20 Prozent geringerem CO₂-Fußabdruck.
(Bild: Domo)

Die Anforderungen an Gehäusematerialien für Fehlerstrom-Schutzschalter sind klar definiert – sie umfassen thermische und mechanische Belastbarkeit, Flammschutz ohne halogenhaltige Zusätze, zuverlässige elektrische Isolation sowie Maßhaltigkeit unter Temperatureinfluss. Im Fall des Sentron 5SV3, einem FI-Schalter vom Typ A bzw. AC, kommen zusätzliche Anforderungen wie eine hohe Schaltzyklenfestigkeit (über 10.000 Zyklen gemäß IEC 61008-1) und dauerhafte Kennzeichnungsfähigkeit hinzu. Siemens hat sich mit dem Einsatz von Technyl-4-Earth in genau dieser Anwendung auf Neuland begeben – denn erstmals wurde ein Compound mit 50 Prozent Recyclinganteil in einem UL-zertifizierten sicherheitskritischen Kunststoffgehäuse verbaut, und das im Serienmaßstab.

Geringerer CO2-Fußabdruck bei voller Funktionalität

Das gemeinsam mit Domo entwickelte Material basiert auf chemisch recyceltem Polyamid 6, das aus textilen Industrieabfällen und Fasern zurückgewonnen wird. Die Besonderheit liegt in der Art der Aufbereitung: Das PA6 wird durch Depolymerisation in Caprolactam zerlegt, gereinigt und anschließend wieder polymerisiert. Auf diese Weise entsteht ein PA6 mit den technischen Eigenschaften eines Primärpolyamids – jedoch mit signifikant geringerer Umweltlast. Laut Domo reduziert sich der CO₂-Fußabdruck des Materials im Vergleich zur fossilen Referenz um rund 20 Prozent (cradle-to-gate), bei gleichbleibender Funktionalität.