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HGÜ-Plattform

Offshore: Plattform Borwin 2 startet Probebetrieb

| Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Nach erfolgreichen Tests haben Netzbetreiber Tennet und Siemens jetzt den Probebetrieb der Gleichstromanbindung Borwin 2 aufgenommen. Nach einer mehrwöchigen Testphase kann die Netzanbindung nach erfolgreichem Abschluss in den ersten Monaten 2015 in den geregelten Betrieb übergehen.

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Die Offshore-Plattform HelWin1 wird auf einer Unterkonstruktion installiert. Diese wiegt allein 1.000 Tonnen. Sie hat bereits im Juni 2013 die Werft verlassen und wurde mit zehn Stahlpfeilern in der dort 23 Meter tiefen Nordsee verankert.
Die Offshore-Plattform HelWin1 wird auf einer Unterkonstruktion installiert. Diese wiegt allein 1.000 Tonnen. Sie hat bereits im Juni 2013 die Werft verlassen und wurde mit zehn Stahlpfeilern in der dort 23 Meter tiefen Nordsee verankert.
(Bild: Siemens)

Die Netzanbindung Borwin 2 kann mit einer Übertragungsleistung von 800 MW rund 800.000 Haushalte mit sauberem Strom versorgen. Zusätzlich zu der schon im Probebetrieb befindlichen Anlage Helwin 1 bereitet Siemens derzeit für Tennet zwei weitere Netzanbindungen zur Hochspannungsgleichstrom-Übertragung (HGÜ) in der Nordsee für den kommerziellen Betrieb vor. Den Auftrag über eine fünfte Gleichstromanbindung hat Siemens im Frühjahr 2014 erhalten.

Kommerzielle Inbetriebnahme für Anfang 2015 geplant

Bereits im Sommer hat Siemens die Offshore-HGÜ-Plattform Borwin 2 rund 100 km nordwestlich der Nordseeinsel Borkum installiert. Die Verlegung von zwei 200 Kilometer langen Seekabeln hat Konsortialpartner und Kabelexperte Prysmian verantwortet. Nach der erfolgreichen Installation der Plattform waren umfangreiche Inbetriebsetzungsmaßnahmen notwendig, für die zeitweise bis zu 100 Mitarbeiter gleichzeitig auf der Plattform tätig waren. Nach dem erfolgreichen Anschluss des Windkraftwerkes Global Tech 1 konnte bei ersten Tests Anfang September zum ersten Mal Strom über die Verbindung Borwin2 eingespeist werden. 50 % der Netzanschlusskapzität ist außerdem für einen anderen Windpark vorgesehen. Da mit dem Bau der Windenergieanlagen noch nicht begonnen wurde, rechnet Tennet damit, dass der 800 MW starke Anschluss für mindestens die nächsten zwei Jahre nur zur Hälfte genutzt wird.

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800 MW reichen für 800.000 Haushalte

Um den von den Windkraftwerken erzeugten Strom effizient an Land zu bringen, kommt die HGÜ-Technologie von Siemens zum Einsatz. Diese ist sowohl auf der Offshore-Plattform als auch in der Konverterstation an Land im ostfriesischen Diele installiert. Der Windstrom wird zunächst als Wechselstrom auf die Konverterplattform Borwin 2 geleitet, dort in Gleichstrom umgewandelt und via Seekabel an Land gebracht. In der Landstation wird der Gleichstrom wieder zurück in Wechselstrom transformiert und ins Höchstspannungsnetz eingespeist. Ab einer Kabellänge von mehr als 80 km ist HGÜ die einzig effiziente Übertragungslösung mit einem maximalen Verlust von nur 4 % inklusive Kabel.

Die von Siemens eingesetzte sogenannte HVDC Plus-Technologie ist weniger komplex und besonders platzsparend, was auf hoher See zwingend notwendig ist. Im Gegensatz zur klassischen HGÜ-Variante, die bei Landverbindungen weit verbreitet ist, können sich Anlagen mit HVDC Plus selbst stabilisieren. Da bei der Stromerzeugung durch Windkraft mit Schwankungen zu rechnen ist, wird die Netzsicherheit durch den Einsatz der HVDC-Plus-Technologie von Siemens deutlich erhöht.

Insgesamt realisiert Siemens fünf Nordsee-Netzanbindungen für Tennet. Die bisherigen Projekte sind: Helwin 1 (576 MW) und Helwin 2 (690 MW) vor Helgoland, Borwin 2 (800 MW) und Borwin 3 (900 MW) vor Borkum sowie Sylwin 1 (864 MW) vor Sylt. Den Auftrag für die Anbindung Borwin 3 hat Siemens erst im Frühjahr 2014 erhalten, die anderen vier Netzanbindungen sind im Fertigstellungsgrad bereits fortgeschritten und sollen sukzessive zwischen 2014 und 2015 in Betrieb gehen. (br)

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