Testsystem Neues Testsystem für Fußgängerschutz-Assistenzsysteme

Redakteur: Jan Vollmuth

Der Crashtestanlagenbauer Messring entwickelt gemeinsam mit der TH Ingolstadt ein Testsystem, das für alle Active-Safety-Assistenzsysteme der Automobilbranche – von Radar über Infrarot bis hin zum Stereokamerasystem oder auch Laserscannern – uneingeschränkt einsetzbar ist.

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Der 6D Target Mover von Messring mit dem Fußgänger-Dummy.
Der 6D Target Mover von Messring mit dem Fußgänger-Dummy.
(Bild: Messring)

Circa 34.000 Unfälle, die sich jährlich im Straßenverkehr mit Fußgängerbeteiligung ereignen, werden laut deutschem Verkehrssicherheitsrat von motorisierten Teilnehmern – in den meisten Fällen PKW-Fahrern – verursacht. Weltweit arbeiten Autohersteller deshalb an neuen Active-Safety-Systemen, die ähnlich den bereits existierenden Systemen schon vor einem potenziellen Unfall aktiv werden, um mögliche Crashs zu verhindern oder abzumindern.

Beispielhaftes Forschungsprojekt

Doch wie testet man solche Systeme und simuliert Gefahrensituationen realistisch? In einem beispielhaften Forschungsprojekt stellt sich der Crashtestanlagenbauer Messring gemeinsam mit der TH Ingolstadt diesem schwierigen Unterfangen. Im Oktober 2013 erfolgte hierzu die Genehmigung des Projektantrags durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und damit der offizielle Projektstart.

Unter dem Namen TargETS (Target Entwicklung für den Test integraler Sicherheitssysteme) ist ein Forschungsprojekt entstanden, das in puncto Testsysteme neue Standards setzt. Ziel ist es, ein Testsystem zu entwickeln, das auch der Komplexität hinsichtlich der frühzeitigen Erkennung und Einordnung von Verkehrsteilnehmern gerecht wird und das für alle Assistenzsysteme der Automobilbranche – von Radar über Infrarot bis hin zum Stereokamerasystem oder auch Laserscannern – uneingeschränkt einsetzbar ist.

Software synchronisiert Dummy und Bewegungsystem

Das Projekt besteht aus zwei Komponenten: Einem Fußgänger-Dummy und einem innovativen Bewegungssystem, die über ein Softwareprogramm synchronisiert werden. Durch die Koordination und das Zusammenspiel von Bewegungssystem (makroskopischer Aspekt) und Fußgänger-Dummy (mikroskopischer Aspekt) entsteht ein Testsystem, das in dieser Form bislang nicht existiert und wegweisend für die weiteren Entwicklungen im Active-Safety-Testing-Bereich sowie in Bezug auf autonomes Fahren sein wird. „Unser Motto ist Agieren statt Reagieren. Mit TargETS zeigen wir, dass Messring auch im Forschungsbereich ein innovativer Partner ist. Auch in Zukunft möchten wir uns in diesem Bereich noch mehr engagieren“, so Wolfgang Rohleder, Manager Sales and Application bei Messring.

Die Hochschule forscht an dem detailgetreuen Fußgänger-Dummy, der auch in Bezug auf Bewegungsabläufe von den Assistenzsystemen der Autos zweifelsfrei als Passant erkannt wird. Aktuell werden 21 Muskelgruppen beim Fußgänger-Dummy für die Bewegung der Extremitäten sowie des Kopfes eingesetzt. Ein Maximalwert, der in der Zukunft nicht zwingend Bestand haben muss.

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