Kleben

Mit dem Laser kleben

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Der innovative laserbasierte Klebprozess könnte zukünftig das Löten bei der Wiederbestückung von Sägeblättern ablösen.
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Der innovative laserbasierte Klebprozess könnte zukünftig das Löten bei der Wiederbestückung von Sägeblättern ablösen. (Bild: LZH)

Zur Bearbeitung von Naturstein wie Marmor oder Granit werden Sägeblätter mit verschleißfesten Diamant-Schneidsegmenten eingesetzt. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) und das Institut für Werkzeugforschung und Werkstoffe (IFW) aus Remscheid haben nun eine mobile laserbasierte Prozesskette entwickelt, mit dem die Schneidsegmente an das Stammblatt geklebt und schadlos wieder abgelöst werden können.

Bisher werden die angelöteten Schneidsegmente thermisch abgetrennt, die Lötverbindung entsprechend vorbereitet und die neuen Schneidsegmente wieder an das Stammblatt gelötet. Durch die thermische Belastung beim Löten kommt es zu Planlaufabweichungen (Verzug) und einer ungünstigen Spannungsverteilung im Sägeblatt. In Konsequenz wird die Schnittqualität schlechter und der Schnittverlust steigt. Daher müssen die Sägeblätter in zusätzlichen Prozessschritten gerichtet und vorgespannt werden.

Laser für alle Prozessschritte

Mithilfe des Lasers und der Klebtechnik wurde am LZH und am IFW eine laserbasierende Prozesskette zur Herstellung von geklebten Sägeblättern entwickelt. Die Sägeblätter werden hierbei durch die Laserstrahlung nicht bzw. kaum thermisch belastet, sodass für die Wiederbestückung bestenfalls die Prozesse des Spannens und Richtens entfallen können. Im Idealfall ist die Wiederbestückung eines Sägeblattes beliebig oft wiederholbar.

Die entwickelte laserbasierte Prozesskette zur Erst- und Wiederbestückung von Sägeblättern beinhaltet vier Schritte: Zunächst werden die Oberflächen der Segmente und des Stammblatts zur Vorbereitung mit einem gepulsten Lasersystem strukturiert. Die Segmente werden dann mit einem Einkomponenten-Epoxidharzklebstoff an das Stammblatt geklebt, dieser wird mit einem kontinuierlich emittierenden cw-Lasersystem thermisch ausgehärtet. Nach Erreichen der Lebensdauer der Segmente können diese durch ein cw-Lasersystem thermisch vom Stammblatt gelöst werden. Die Oberfläche des Fügepaars wird dann durch ein gepulstes Lasersystem von restlichem Klebstoff und Verunreinigungen gesäubert. Anschließend kann das Stammblatt neu bestückt werden.

Das LZH hat zur Demonstration eine mobile Einheit entwickelt, mit der die Neubestückung direkt beim Anwender durchgeführt werden kann. Ein so geklebtes Sägeblatt wurde bereits erfolgreich zum Schneiden von Granit eingesetzt.

Vorteile des Klebens

Kleben hat im Gegensatz zum Löten viele Vorteile. Hierzu zählen ein geringer bzw. kein thermischer Verzug, das Fehlen von Anlauffarben, eine homogene Spannungsverteilung in der Fügezone mit einer relativ hohen Festigkeit sowie eine hohe Schwingungsdämpfung.

Das IGF-Vorhaben 17120 N der Forschungsvereinigung Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V. (FGW) wurde über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. (jup)

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